Noch fährt keine Bahn im Lumdatal. FOTO: JWR
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Noch fährt keine Bahn im Lumdatal. FOTO: JWR

"Mit moderaten Investitionen beginnen"

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Allendorf(pm). Der Verein Lumdatalbahn wünscht sich ein entschlossenes Handeln pro Lumdatalbahn. Einen "dringenden Appell" richtet der Verein an den Rhein-Main-Verkehrsverbund, das Land Hessen und den Landkreis Gießen. Die Verbesserung der regionalen Verkehrsangebote müsse in den Regionen geplant und vorangebracht werden, erklärt Vorsitzender Manfred Lotz. Wie das gelinge, habe der Verein in anderen Regionen beobachtet.

Die Odenwaldbahn von Darmstadt und Hanau nach Michelstadt, Erbach und Eberbach wurde bereits vor 15 Jahren modernisiert. Die Fahrgastzahlen wuchsen um 50 Prozent, die Kapazität der Züge reiche zu den Spitzenzeiten schon lange nicht mehr aus. Im Sommer 2020 wurden erneute Verbesserungen vereinbart, Bahnsteige sollen verlängert werden, weitere Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Mehrere Landräte und Erste Kreisbeigeordnete, die auch Mitglieder des RMV-Aufsichtsrates sind, hätten sich für das Maßnahmenpaket engagiert.

Eine Erfolgsbilanz zogen auch die Handelnden an der Edertalbahn. Waldeck-Frankenbergs Landrat Dr. Reinhard Kubat berichtete von Fahrgastzahlen, die bei der 2015 reaktivierten Bahn deutlich über der Prognose liegen. Etwa 340 000 Reisende seien pro Jahr auf der Schiene entlang des Nationalparks Kellerwald unterwegs.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden mit der Ohmtalbahn und der Salzbödebahn zwei mögliche Reaktivierungsstrecken gutachterlich untersucht. Außerdem habe die Kurhessenbahn als regionales Unternehmen ein Maßnahmenbündel für die Bestandsstrecken im Kreisgebiet vorgestellt, unter anderem mit besserer Signaltechnik für schnellere Betriebsabläufe und zu modernisierenden Stationen.

Lotz erklärt, die reaktivierten und modernisierten Regionalbahnen in Hessen "sind eine Erfolgsgeschichte, deren erstes Kapitel immer in den Regionen geschrieben wird". Der Lumdatalbahn-Verein sei dankbar, dass der Landkreis Gießen die positive KostenNutzen-Untersuchung für die Lumdatalbahn auf den Weg gebracht habe. Jetzt müsse man engagiert bleiben, "sonst ziehen immer mehr andere hessische Regionen an uns vorbei".

Sowohl die Odenwaldbahn als auch die Edertalbahn würden zeigen, dass sich Verbesserungen Schritt für Schritt umsetzen lassen. "Mit moderaten Investitionen beginnen und dann beispielsweise Kreuzungsbahnhöfe später realisieren, bei beiden Strecken geht das."

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