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Um noch gesunde Fichtenbestände zu retten, müssen möglichst viele vom Borkenkäfer befallene Bäume aus den Wäldern entfernt werden.

"Mehr kaputt als vermutet"

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Allendorf (vh). Der Borkenkäfer nagt offenbar pausenlos wie ein Besessener an den Fichten im Revier Allendorf. Wochenlang wurde bereits Schadholz gefällt, von den Waldarbeitern und einem Harvester. Eigentlich sollte pausiert werden mit der Aufarbeitung, weil man für das massenhaft angebotene Holz kaum noch Abnehmer findet und keinen vernünftigen Preis erzielen kann.

Anlässlich der Sitzung des Stadtparlaments im Bürgerhaus diskutierte man über 40 000 Euro überplanmäßige Ausgaben für weitere Schadensbegrenzung. Je mehr befallene Bäume aus dem Wald heraus gebracht werden, umso besser. Hauptamtsleiterin Christina Fricke teilte mit: "Es sind noch mehr Fichten kaputt als vermutet."

Das Wettenberger Forstamt habe vorgeschlagen, die Aufarbeitung fortzuführen, um den Schaden zu begrenzen. Bürgermeister Thomas Benz (FW) erinnerte an die geschädigten Buchen. Durch Trockenheit sei deren Wasserversorgung unzureichend, die Kronen bekämen dürre Äste, die unvermittelt zu Boden fielen.

Schnelles Handeln gefordert

Dass die 40 000 Euro teure außerplanmäßige Ausgabe ausreichen werde, bezweifelte Benz. Helmut Wißner (Grüne) und Brunhilde Trenz (BfA/FDP) sahen Probleme, die Sonderausgabe zu kompensieren. Ulrich Krieb (CDU) warb für schnelles Handeln ("Gefahr im Verzug"). Karlheinz Erbach (SPD) stimmte dem zu. Thomas Stein (CDU) schlug vor, das "Weihnachtsgeld" der Bürgermeister zu verwenden: Der Landkreis Gießen will nämlich die Kreisumlage um drei Prozentpunkte absenken, und die Kommunen bekämen noch dieses Jahr 10,3 Millionen Euro zurück.

Bürgermeister Benz beantragte eine Sitzungspause. Der stellvertretende Forstamtsleiter Ralf Jäkel sei zwar krank, habe jedoch angeboten, im Bedarfsfall auf dem Handy erreichbar zu sein.

Ein Anruf bei Jäkel überzeugte schließlich die Zweifler. Einstimmig wurden die 40 000 Euro genehmigt.

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