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Für den Friedhof hat Kerstin Franz insgesamt zwölf Gießkannen gespendet.

Langfinger haben es künftig schwer

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Allendorf (fak). Ärgerlich, vor allem an heißen Sommertagen: Man geht zum Friedhof, um die Blumen auf den Gräbern zu gießen, muss dann aber wieder unverrichteter Dinge von dannen ziehen, weil die Ausrüstung fehlt. So geschehen jüngst in Allendorf - denn dort sind Langfinger am Werk. Das Objekt ihrer Begierde: Die Aufsätze der Gießkannen. Die sogenannten Gießbrausen sind klein und handlich - und somit schnell eingesteckt. Die Neuanschaffung ist nicht billig: die Aufsätze kosten fast so viel wie eine komplette neue Gießkanne.

Das sorgt unter den Allendorfern für Unmut. So auch bei Kerstin Franz, die in der Kernstadt einen Getränkefachhandel betreibt. Sie hat sich nun ein Herz gefasst und für den Friedhof zwölf neue Gießkannen inklusive Aufsätzen gestiftet. "Die alten Aufsätze haben immer wieder Füßchen gekriegt. Ich habe mich immer sehr darüber geärgert, wenn sie weg waren", betonte sie.

Zusammen mit Stefan Riedel, Wassermeister der Stadt, hat sie sich zudem etwas überlegt, damit die begehrte Stücke auch wirklich dort bleiben, wo sie hingehören. Riedel hat die Gießbrausen kurzerhand fest mit den Kannen vernietet, wodurch sie nicht mehr abmontiert werden können. Das erschwert einen Diebstahl ungemein, da eine große Gießkanne deutlich schwerer zu verstecken ist als ein kleiner Aufsatz.

Nach den Motto "Vom Regen in die Traufe" steht man nun jedoch dem nächsten Problem gegenüber. Denn durch das feste Verankern wird die Reinigung der Kannen deutlich erschwert. Problematisch ist vor allem die starke Algenbildung des Wassers in den Friedhofsbrunnen, wodurch die Läufe und Aufsätze der Kannen schnell verschmutzen und schlussendlich verstopfen.

"Das haben wir nicht bedacht. Jetzt haben wir zwar Stöpsel drauf, aber dafür Algen drin. Was das größere Problem ist, wird sich in Zukunft zeigen", resümiert Kerstin Franz. Hauptsache sei erst einmal, dass den Langfingern Einhalt geboten wurde.

Bürgermeister Thomas Benz kam eigens am Montag auf den Friedhof, um die gespendeten Gießkannen in Empfang zu nehmen. "Ich bin immer dankbar, wenn so etwas gemacht wird", lobte er die Initiative. Beim Algenproblem werde er persönlich Hand anlegen, wenn er vor Ort ist, sicherte er zu.

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