Konzentration soll verhindert werden

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Wenn zwei Windparks wie sie derzeit bei Hassenhausen und Rüddingshausen schon im Betrieb sind, weitere Gesellschaft von Windrädern im weitläufigen Zwischenraum bekämen, dann würde auf dem Höhenzug zwischen Lumdatal und Ebsdorfer Grund gewissermaßen ein Industriepark für Windenergie entstehen. Die Bürgerinitiative "Wald ohne Windkraft" möchte das verhindern.

Wenn zwei Windparks wie sie derzeit bei Hassenhausen und Rüddingshausen schon im Betrieb sind, weitere Gesellschaft von Windrädern im weitläufigen Zwischenraum bekämen, dann würde auf dem Höhenzug zwischen Lumdatal und Ebsdorfer Grund gewissermaßen ein Industriepark für Windenergie entstehen. Die Bürgerinitiative "Wald ohne Windkraft" möchte das verhindern.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Nordeck mit über 100 Zuhörern berichtete Sylke Müller-Althauser vom Naturschutzverband "Naturschutz-Initiative" über das europäische Vorzeigeprojekt in Sachen alternative Energie: den Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Auf bis zu sechs Prozent der Kreisfläche stehen mittlerweile 295 Windräder. Das Kreisgebiet ist faktisch eine Konzentrationszone für Windgewinnung geworden.

Der Strom werde, so die Referentin, überwiegend nach Österreich geliefert, derweil die Energie für die Region möglicherweise aus französischen Atomkraftwerken komme. Nutznießer seien die Grundeigentümer durch Pachteinnahmen und Investoren aufgrund der abgesicherten Einspeisevergütung. Entstanden sei eine regelrechte Kluft zwischen Gemeinden mit und ohne Windrädern. Pachteinnahmen dienten als Anreiz und Köder und verfehlten diese Wirkung nicht.

Bei Bedarf Klageweg ausloten

Ursprünglich wollten die Bürgermeister von Allendorf/Lumda, Staufenberg, Buseck, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Rabenau und Reiskirchen eine Konzentrationszone im Teilflächennutzungsplan Windenergie der Region Lumdatal erreichen und die befürchtete Verspargelung der Landschaft verhindern – was ihnen auch gelang. Mit jedem weiteren Windpark würde der Höhenzug etwas mehr als vorbelastet gelten und somit jeden neuen Bauantrag für Windräder erleichtern. Im Staufenberger Stadtwald sollen bekanntlich drei Windräder gebaut werden, im Allendorfer Finanzausschuss hatte kürzlich ein Investor zaghaft ohne feste Absichten die Lage sondiert. Klaus Neebe, Vorsitzender der BI, sagte, man wolle verhindern, dass es im Ebsdorfergrund und der Umgebung zu ähnlichen Verhältnissen wie im Hunsrück kommt. Ob mittlerweile ein Investor beim RP Gießen den Bauantrag für einen Windpark eingereicht habe, sei ihm nicht bekannt. Für diesen Fall werde die BI den Klageweg ausloten und zwar über den Naturschutzverband "Naturschutz-Initiative".

Die ehemals von Offenland und Wald geprägte Landschaft im Hunsrück sei seelenlos geworden, sagte Müller-Althauser. Freie Sicht ohne Windräder gebe es kaum noch. Bürgerwindräder, die eine Streuung des Gewinns ermöglichten, hätten im Hunsrück einen Anteil von lediglich zwei Prozent.

Im Verlauf der Diskussion wurde Bürgermeister Thomas Benz die Gretchenfrage gestellt. Windenergie ablehnen wollte Benz allein deshalb nicht, weil man die Vorrangfläche gewollt habe. Zustände wie im Hunsrück würde er wie Müller-Althauser aber als Maßlosigkeit bezeichnen.

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