Die Kita als Dauerbaustelle

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Gerüste, Absperrgitter, ein riesiger Kran: Was auf einer Baustelle alles zum Einsatz kommt, davon konnten sich die Kinder in der Allendorfer Kita im vergangenen Jahr einen Eindruck verschaffen – unmittelbarer als in jedem Kinderbuch. Die Kommune hatte das Obergeschoss für eine weitere Gruppe ausbauen lassen. Für die Mitarbeiter und vor allem die Kinder waren die Bauarbeiten im laufenden Betrieb aber in erster Linie eine Belastungsprobe – und die nächsten Arbeiten stehen schon vor der Tür.

Gerüste, Absperrgitter, ein riesiger Kran: Was auf einer Baustelle alles zum Einsatz kommt, davon konnten sich die Kinder in der Allendorfer Kita im vergangenen Jahr einen Eindruck verschaffen – unmittelbarer als in jedem Kinderbuch. Die Kommune hatte das Obergeschoss für eine weitere Gruppe ausbauen lassen. Für die Mitarbeiter und vor allem die Kinder waren die Bauarbeiten im laufenden Betrieb aber in erster Linie eine Belastungsprobe – und die nächsten Arbeiten stehen schon vor der Tür.

Sanierung, Anbau, Notgruppe

Die Kita-Planung und dafür nötige Investitionen bleiben die wohl größte Baustelle der klammen Kommune. Zwar haben die Parlamentarier am Montagabend mit Blick auf die Uhr den Haushalt nicht mehr verabschiedet, sondern sich auf kommenden Montag vertagt. Aber schon jetzt steht fest, dass auch 2019 von Um- und Anbauten im Bereich der Kita im Totenhäuser Weg geprägt sein wird: Drinnen sollen unter anderem eine Akustik-Decke eingebaut und neuer Boden verlegt werden – diese Maßnahmen habe der Landkreis der Stadt auferlegt, sagt Bürgermeister Thomas Benz (FW). Dafür sind im Haushaltsentwurf 110 000 Euro vorgesehen. Vor dem Gebäude soll der Außenbereich mit den Spielgeräten endlich erneuert werden. Und hinter der Kita hat die Stadt ein Grundstück angekauft, um abermals anzubauen und Freifläche zu gewinnen (mittelfristige Kosten: rund 730 000 Euro). Um den Bedarf an Betreuungsplätzen kurzfristig decken zu können, wurde zudem eine Wohnung für eine Notgruppe angemietet, dafür sind knapp 100 000 Euro eingeplant. Sie soll laut Verwaltung im Mai bezugsbereit sein und Platz für zehn Kinder unter zwei Jahren bieten. Der Magistrat habe dies bereits beschlossen, die Kreisbauaufsicht prüfe noch.

Dass die Kita in Trägerschaft der Lebenshilfe zur Dauerbaustelle wird, sorgt für Unmut bei Eltern. "Der Außenbereich sieht erbärmlich aus. Da gibt es kaum mehr als zwei Sandkästen und einen improvisierten Rutschturm – das ist bei jedem Spielplatz besser", sagt Stephanie Schlapp, deren Tochter dort in die Kita geht. Die Geburtenrate sei über Jahre stabil, der hohe Bedarf an Plätzen absehbar gewesen. Doch die Stadt habe Investitionen auf die lange Bank geschoben – dies müssten nun die Kinder ausbaden, wenn erneut gebaut werde.

Im Rathaus weiß man um die schwierige Situation. Bürgermeister Benz und Hauptamtsleiterin Christina Fricke verweisen aber darauf, dass die Planung für Kitas zunehmend schwieriger werde. "Wir haben jetzt schon Anfragen für ungeborene Kinder", sagt Fricke. Dass die Nachfrage für U2-Plätze so rasant steige, habe man nicht absehen können. Kritikerin Schlapp verweist dagegen darauf, dass in Nordeck der U2-Bereich "schon jetzt voll" und die starke Nachfrage daher wenig überraschend sei.

"Es geht jetzt darum zu erweitern, damit wir in den nächsten zehn bis 15 Jahren Ruhe haben – dafür sollten auch die Eltern Verständnis haben", erläutert Fricke. Für die anstehende Erweiterung für Kleinkinder habe man verschiedene Optionen geprüft: die Errichtung eines neuen Standorts, den Kauf von "Laumann-Häusern", in denen einst Geflüchtete untergebracht waren – und eben den Anbau, die nun gewählte Lösung. Für den Notfall habe auch die evangelische Kirchengemeinde angeboten, bis mittags Räume zurVerfügung zu stellen. Man führe jährliche Gespräche mit dem Jugendamt über den aktuellen Bedarf, "dann machen wir unsere Planung", sagt Fricke. "Wir waren in den Vorjahren eigentlich sicher, dass das Angebot reicht. Hätten wir früher gewusst, dass es nicht so ist, hätten wir früher angebaut."

Wenn Eltern Anliegen oder Fragen zur Kita-Situation hätten, sollten sie sich nicht scheuen, die Verwaltung zu kontaktieren. "Unsere Tür steht immer offen", sagt Fricke. Stephanie Schlapp teilt mit, sie habe kürzlich ein Gesprächsangebot aus dem Rathaus bekommen, "das nehme ich gern an".

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