Neue Schottergärten soll es in Allendorf nicht geben. FOTO: DPA
+
Neue Schottergärten soll es in Allendorf nicht geben. FOTO: DPA

Keine weiteren Schottergärten

  • vonVolker Heller
    schließen

Allendorf(vh). Lobbyisten gab es im Allendorfer Stadtparlament bisher vermutlich noch keine. Helmut Wißner von den Grünen hat jetzt nach eigenem Bekunden Lobbyarbeit für die Kleinlebewesen gemacht. Ein Antrag der Grünen lautete nämlich: "Keine weiteren Schottergärten in Allendorf". Es geht um Freiflächen, meist Vorgärten, die man früher bepflanzte und die seit einigen Jahren öfters nachträglich mit Schotter versiegelt oder beim Hausneubau sogleich derart gestaltet werden. Insekten, nicht nur Bienen, fänden keine Nahrungsgrundlage, so Wißner.

Bestandsschutz für bestehende Schotterflächen sei gewährt. Insofern gelte der Antrag ausschließlich für künftige Bebauungspläne.

Darin soll geregelt werden, dass mindestens 70 Prozent der unbebauten Fläche eines Grundstücks für Zier- und Nutzgarten genutzt wird. Mit 15 Jastimmen und einer Enthaltung beschloss das Parlament den Antrag.

Wißner hatte erklärt, dass Schotterflächen nicht so pflegeleicht seien wie angenommen. Brigitte Heilmann (SPD) mochte die Verbotskeule nicht schwingen und meinte, man sollte die Leute beraten, ein Bewusstsein für das Problem schaffen.

Ein Bestandteil des Grünen-Antrags, die Umwandlung bestehender Gärten in Schotterflächen zu verbieten, ging dem Parlament zu weit und wurde gestrichen. Sascha Wimmer von den Freien Wählern stellte fest, einen Appell könne man ja trotzdem an die Bürger richten, ihre Grünflächen beizubehalten. Ulrich Krieb (CDU) erkannte das Problem vor allem bei Baulücken innerhalb bestehender Bebauungspläne. Deshalb hoffe er auf Einsicht von Bauherren, keine Schotterflächen anzulegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare