Auf der Marburger Straße zwischen den Allendorfer Stadtteilen Nordeck (Hintergrund) und Winnen kann im Bereich zwischen den Ortstafeln theoretisch "Tempo 100" gefahren werden.
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Auf der Marburger Straße zwischen den Allendorfer Stadtteilen Nordeck (Hintergrund) und Winnen kann im Bereich zwischen den Ortstafeln theoretisch "Tempo 100" gefahren werden.

Keine Handhabe für Tempolimit

  • vonVolker Heller
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Allendorf(vh). Eine Gemeinsamkeit gibt es zwischen den unmittelbar aufeinander folgenden Rabenauer Ortsteilen Kesselbach und Londorf sowie den Allendorfer Stadtteilen Nordeck und Winnen: Die gelben Ortstafeln, die jeweils das Ortsende und den Ortseingang markieren, stehen nur etwa einen halben Kilometer auseinander. Theoretisch könnte also ein Verkehrsteilnehmer auf dem kurzen Abschnitt 100 Stundenkilometer fahren. Insbesondere werden Kraftfahrer, von der Winner Höhe kommend, dazu verleitet, noch mal so richtig Gas zu geben. Beschleunigen und baldiges Abbremsen verursacht unnötigen Verkehrslärm.

"Nein" zu 70 km/h

Der Allendorfer Bauausschuss diskutierte darüber auf Anregung der Grünen-Fraktion. Diese hatte beantragt, dass auf dem Abschnitt zwischen Nordeck und Winnen dieselbe Geschwindigkeit gelten solle wie davor und dahinter, nämlich ununterbrochen 50 Stundenkilometer. Bürgermeister Thomas Benz erklärte, die Stadt habe für Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen keine Handhabe. Die Marburger Straße zwischen den Ortsteilen sei eine Landesstraße (L 3089). Dann berichtete der Verwaltungschef über die Ergebnisse einer kürzlich erfolgten Verkehrsschau.

Helmut Wißner (Grüne) gab sich verärgert, da er im Vorfeld der Schau seine Teilnahmebereitschaft geäußert habe. Zudem hätte ein betroffener Anlieger von der Winner Höhe 13 mit dabei sein sollen. Benz erläuterte, eine Verkehrsschau sei nicht öffentlich. So zählten auch Stadtverordnete als "unerwünschte Personen". Die Vertreter der Behörden hätten gemeint, zwischen Nordeck und Winnen können man unmöglich "Tempo 100" fahren. Benz hatte sodann als Kompromiss ein Schild "70 Stundenkilometer" vorgeschlagen.

Solch ein Schild verführe Verkehrsteilnehmer, die eigentlich langsamer fahren wollten, mindestens dazu, 70 Sachen zu fahren, erklärte der Bürgermeister nun die behördliche Meinung. Beim Argument, hier befinde sich eine Kita (Winner Höhe 19), habe man geäußert, die Kinder würden heutzutage mit dem Auto bis vor den Eingang gebracht. Mit einer verdeckten Messung soll demnächst über einen bestimmten Zeitraum ermittelt werden, wie viele Kraftfahrzeuge mit welcher Geschwindigkeit zwischen Nordeck und Winnen unterwegs sind.

Ein Antrag der Grünen, die gesamte Ortsdurchfahrt (Landesstraße L 3146) von Allendorf in eine "Tempo 30"-Zone umzuwandeln, fand bei der Verkehrsschau keine Zustimmung von Behördenseite. Insbesondere die Treiser Straße einschließlich ihrer Bürgersteige sei für "Tempo 30" zu breit. Eine Blitzersäule aufzustellen wie in Treis werde ebenfalls abgelehnt, sagte Benz. Eine verdeckte Messung an der Ortsdurchfahrt soll wiederum die Anzahl und Geschwindigkeit von Fahrzeugen erfassen. FOTO: VH

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