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So wie hier vor einiger Zeit in Linden, werden auch die Bürger in Allendorf demnächst nach ihrem Sicherheitsempfinden befragt. ARCHIVFOTO: PAD

Ja zu KOMPASS

  • vonVolker Heller
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Allendorf (vh). Ob tagsüber oder des nachts: Allendorf/Lumda ist wahrlich kein Hotspot der Kriminalität. Im Sozialausschuss gab es diesbezüglich seltene Einigkeit. Ausschuss-Vorsitzende Brigitte Heilmann (SPD) meinte etwa: »Es gibt wenig Angsträume«, und sie fragte, ob es sich für Allendorf daher lohne, an KOMPASS, der Sicherheitsinitiative des hessischen Innenministeriums, teilzunehmen.

KOMPASS ist die Abkürzung für Kommmunalprogramm Sicherheitssiegel und wurde im Bürgerhaus Nordeck durch die KOMPASS-Beraterin des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Sonja Böhm, vorgestellt. Einstimmig gab der Sozialausschuss die Empfehlung für das Stadtparlament, Allendorf/Lumda möge dieser Initiative beitreten.

Auslöser für die Bewerbung war ein Antrag der Grünen vom Juli 2020. Pandemiebedingt konnte Böhm jetzt erst referieren. Für sie war Allendorf die erste Präsenzveranstaltung seit vorigem Oktober. Wie die Beraterin erläuterte, stünden vor allem vorbeugende Maßnahmen, die auf jede Kommune individuell abzustimmen seien, im Mittelpunkt. Böhm: »Bürger sollen sich ernst genommen fühlen«. Meist gehe es um Kleinigkeiten. Örtliche Problembereiche müssten als solche erkannt werden. Ob eine Kommune teilnehmen möchte, habe jedoch nichts mit ihrer Einwohnerzahl zu tun. Mit dabei sind im Landkreis Gießen bisher beispielsweise Buseck, Heuchelheim, Linden und die Stadt Gießen.

Ulrich Krieb (CDU) dachte prompt an Müllablagerungen auf innerörtlichen Plätzen oder das unbestimmte Gefühl, »es ist keiner da« (der sich kümmert). Kümmern könne sich ein Schutzmann vor Ort, der auch Sprechstunden anbiete, sagte Böhm.

Christina Fricke vom Hauptamt meinte, wenn Allendorf und Rabenau das geplante gemeinsame Ordnungsamt hätten, sei eben das denkbar. Lothar Hauk (FW): »Es lohnt sich und kostet nichts, außer den personellen Mehraufwand«. Bianca Werther (BfA/FDP): »Ich kenne Leute bei denen eingebrochen wurde.«

Bürger einbeziehen

Die Polizistin holte aus. Das Zusammenbringen von subjektiven Gefühlen der Bürgerschaft mit den objektiven Zahlen der Kriminalstatistik ergebe »passgenaue präventative Maßnahmen«. Böhm erklärte den Ablauf von KOMPASS, angefangen mit der formlosen Bewerbung von Allendorf/Lumda, über zwei Sicherheitskonferenzen für die breite Bevölkerung, um Multiplikatoren zu gewinnen, bis zur Siegelverleihung (eine Urkunde).

»Bevölkerungsbefragungen sind das Herzstück von KOMPASS«, sagte Böhm. Zum Erhalt des Siegels müssten aus drei Präventionsbereichen konkrete Ergebnisse vorliegen. Hierzu zähle auch die Schaffung einer Schutzmann-Stelle. Andere Maßnahmen beträfen Kinder und Jugendliche, Senioren, Verkehr, kriminalpolizeiliche Beratung, den Bereich Städtebau und einen Bereich nach Wahl.

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