Carla Harth (r.) erklärt die Welt der Vögel, Insekten und Bodenpflanzen. FOTO: VH
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Carla Harth (r.) erklärt die Welt der Vögel, Insekten und Bodenpflanzen. FOTO: VH

Gefiederten Freunden auf der Spur

  • vonVolker Heller
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Bei den Ferienspielen in Allendorf/Lumda macht sich eine Kindergruppe auf in den Wald, um Tiere zu beobachten. Der Zustand der Bäume bereitete ihnen Sorgen.

Bei den örtlichen Vogelschützern gibt es im Umgang mit ihren gefiederten Freunden durchaus wichtige Verhaltensregeln. Darüber gab Carla Harth einem halben Dutzend Kinder Auskunft. Als Beitrag zu den städtischen Ferienspielen in Allendorf/Lumda machte der NABU-Ortsverband das Angebot, "Wald und Wiese spielerisch zu entdecken".

Jugendwartin Harth verzichtete dabei aber auf üblicherweise angesagte Wahrnehmungsspiele. Einmal gelten zurzeit Abstandsregeln (Coronavirus), und außerdem lauert im Wald eine oft unsichtbare Gefahr von oben. Viel zu früh für die Jahreszeit gibt es ein herbstliches Szenarium.

Lockeres Geäst

Bedingt durch die Trockenheit leuchten etliche Blätter bereits gelblich-braun. Betroffen sind Laubbäume, vorwiegend Altbuchen. Sie wären noch das geringste Übel. Viel schlimmer sind trockene Äste in den Baumkronen. Demnach wäre das spielerisch im Baumbestand Herumspazieren keine gute Idee. Nicht einmal die befahrbaren Waldwege sind alle geöffnet.

Die kleine Ferienspielgruppe traf sich am Vereinsheim der Vogelschützer (Am Erlen). Jugendpfleger Klaus Dieter Gröger wünschte einen guten Verlauf. Am nahen Homberg angekommen, das städtische Waldgebiet in Richtung Climbach, sollte es rechterhand weitergehen. Eine Absperrung warnte jedoch vor lockerem Geäst.

Folglich wählte man die entgegengesetzte Richtung. Jetzt hieß es, die Augen spitzen und den nächsten Vogelkasten entdecken. Der hing am Ast einer Hainbuche. Auf seiner Vorderseite war in weißer Schrift die Zahl fünf zu lesen. Ein spiralig geformtes Gitter von grüner Farbe umgab das Einflugloch. Wie Harth erläuterte, sei das ein Schutz vor dem Zugriff des Waschbären. Anderenfalls sitze jener auf dem Ast und lange mit der Pfote hinein. Ein Gitter helfe nur bedingt, denn das Tier sei lernfähig und passe den heraus kommenden Vogel ab.

Bezüglich Verhaltensregeln erfuhren die vier Mädchen und zwei Jungen, dass bei der Frühjahrskontrolle zunächst am Nistkasten angeklopft werden solle. Dann fliege der Altvogel aus. "Einmal Stören ist okay", so Harth. Im Herbst würden sodann die alten Nester heraus genommen. Die Vögel bauten jedes Jahr aufs Neue. Das Material im alten Nest lasse Rückschlüsse zu. Im Nistkasten Nummer 10 etwa deuteten viele feine Tierhaare auf die frühere Anwesenheit der Blaumeise. Etwas gröber liebe es die Kohlmeise, die wahrscheinlich im Kasten 11 brüte. An die Kinder ausgeteilte Becherlupen ermöglichten das bessere Beobachten von Pflanzensamen und Insekten.

"Vorsicht auf die Beinchen", mahnte Harth mit Blick auf die Mini-Flieger. Häufige Pflanzen am Wegesrand waren: Große Klette (hakige Hüllblätter waren noch etwas fest), Aronstab (rote Beeren sind giftig, für Vögel genießbar), Brennnessel (Spitzwegerich lindert Berührungsschmerz) und Distel (gute Insektennahrung). Gefundene Vogelfedern deuteten auf die Ringeltaube, den Bussard und die Krähe. Auf den Wiesen am Waldrand suchten die Kinder Heuschrecken und Wanzen. Im Vereinsheim wurden noch ein Insektenhotel und eine Ameisenklappe erklärt sowie gebastelt.

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