Friedhöfe sollen modernisiert werden

  • Jonas Wissner
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Allendorf(jwr). Die Begräbniskultur ist im Wandel begriffen, auch in Allendorf. "Wir wollen Menschen die Möglichkeit geben, die Bestattung so zu gestalten, wie sie es gerne hätten", sagte Bürgermeister Thomas Benz kürzlich in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Ziel müsse sein, "jeden Friedhof auf den gleichen Stand zu bringen, sofern es von der Bevölkerung gewünscht wird".

Nach und nach sollen alle vier Friedhöfe in den Stadtteilen um Felder für anonyme Urnenbeisetzungen und Urnenrasengrabstätten erweitert werden. Das Parlament votierte einstimmig für die vierte Änderung der Friedhofsordnung, der zufolge anonyme Urnengrabfelder künftig auch in Winnen zur Verfügung stehen. In Allendorf und Climbach gibt es sie bereits.

Umfassendes Konzept angemahnt

Thema in der Sitzung waren auch Memoriam-Gärten. Das Konzept sieht vor, dass Grabstätten in ein landschaftlich harmonisch gestaltetes Umfeld eingefügt werden. Dabei sind verschiedene Bestattungsformen möglich. Sofern dies von der Bevölkerung gewünscht sei, wolle man Memoriam-Gärten auf allen Friedhöfen anbieten, sagte Benz, zunächst in Winnen und Climbach. Sie sollten treuhänderisch verwaltet, die Grabpflege von beauftragten Gärtnern geleistet werden. Bereits vor gut zwei Jahren hatte es zum Thema Memoriam-Gärten einen Vortrag in der Stadtverordnetenversammlung gegeben, auch die Angebotserweiterung auf den Friedhöfen insgesamt beschäftigt die Allendorfer Politik schon seit einiger Zeit.

Memoriam-Gärten sind vielerorts gefragt, weil oft keine Angehörigen Verstorbener mehr vor Ort sind, die ein Grab pflegen könnten. Er gehe davon aus, dass die Kosten für eine Grabstätte in einem Memoriam-Garten höher als bisher auf den Friedhöfen sein könnten, "weil die Pflege gewährleistet wird", sagte Benz. Aber: "Sterben wird in Winnen nicht teurer, weil es einen Memoriam-Garten gibt."

FW-Fraktionsvorsitzender Ralf Hofmann regte an, die Friedhöfe umfassend in den Blick zu nehmen - also auch den Zustand der Wege und Leichenhallen. Der Magistrat solle ein Friedhofskonzept vorlegen, zuvor seien Ortsbesichtigungen mit der Bevölkerung sinnvoll. Hofmann regte auch eine Bürgerversammlung zu dem Thema an, bevor das Parlament über das Konzept beschließt. Das jetzige Prozedere, für jede einzelne Änderung die Friedhofsordnung wieder aufzumachen, sei "eine Salamitaktik". Ulrich Krieb, Vorsitzender der CDU-Fraktion, sagte, aus der Bevölkerung werde vielfach beklagt, in welchem Zustand die Friedhöfe seien. Schließlich stimmte das Parlament mehrheitlich auch dem FW-Antrag zu, der ein weitreichendes Konzept vorsieht.

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