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Die Freiwilligen Feuerwehren in Allendorf/Lumda und Staufenberg können jetzt Einsatzdaten gegenseitig einsehen und damit schneller reagieren.

Feuerwehren tauschen Einsatzdaten aus

  • vonVolker Heller
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Allendorf/Staufenberg (vh). Dass die Feuerwehr-Einsatzkräfte im gewissen Umfang auch sportlich sein müssen, wusste man schon. Nicht minder beweglich muss jedoch die Verwaltungsebene sein. Deutliche Worte fielen jetzt im Rathaus von Allendorf/Lumda. Dort wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung geschlossen, damit die Freiwilligen Feuerwehren der Nachbarstädte Allendorf und Staufenberg künftig ihre digitalen Einsatzdaten im BOS-Funkbereich übermitteln und gegenseitig einsehen können.

Hierzu ist ebenfalls die gemeinsame Nutzung der Software iKat erforderlich.

Die Vereinbarung unterzeichneten die Bürgermeister Thomas Benz (Allendorf/Lumda) und Peter Gefeller (Staufenberg), die Magistratsvertreter Udo Schomber (Erster Stadtrat Allendorf/Lumda), Bianka de Waal-Schneider (Erste Stadträtin Staufenberg) sowie die Stadtbrandinspektoren Michael Carl (Allendorf/Lumda) und Oliver Ortwein (Staufenberg).

Einsatztaktischer Nutzen

Gefeller dankte den Feuerwehren für ihre Bereitschaft zu dieser Zusammenarbeit. Denn insbesondere für Treis gestalte sich die Gewährleistung der Tagesalarmbereitschaft schwierig, sodass »die Allendorfer uns bisher schon unterstützt haben«. Dank iKat seien alle möglichen Einsatzdaten der einen Feuerwehr nun auch für die nachbarlichen Einsatzkräfte einsehbar.

Aufgrund des geltenden Datenschutzes sei das Gebiet im mittleren Lumdatal eine »weiße Wüste« gewesen, sagte Gefeller. Man habe in den Stadtverwaltungen deshalb »relativ hohe Hürden übersprungen, um an lebensrettende Daten zu kommen«. IKat diene dem Schutz der Bürger und nicht dem Ausspionieren der Feuerwehrnachbarn. Der Datenschutz schere alles über einen Kamm, egal ob das ein Spion aus Moskau sei oder eine Feuerwehr im Lumdatal.

Gefeller meinte, dass digitaler Austausch zwischen Feuerwehren eine »Selbstverständlichkeit« sein sollte. Noch sei viel Verwaltungsarbeit notwendig, damit »Einsatzdaten über die Grenze gehen können«. Bürgermeister Benz betonte die Wichtigkeit, »nicht lange zu überlegen, wenn es um Menschenleben geht«. Die Sicherheit im Lumdatal profitiere nun.

Stadtbrandinspektor Carl bestätigte die gemeinsame Tagesausrückeordnung beider Stadtfeuerwehren. Die iKat-App übermittle nun gegenseitig die einsatzrelevanten Daten. Außerdem verzeichne sie etliche Lagepläne etwa der Hydranten. Die ortsfremde Feuerwehr könne somit schneller reagieren. Carls Kollege Ortwein betonte den einsatztaktischen Nutzen, wenn die nachrückende Feuerwehr unmittelbar einsehen könne, in welcher Stärke und Ausrüstung die Ersthelfer unterwegs seien. Solche Auskünfte habe man bisher extra über die Funkleitstelle in Gießen einholen müssen.

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