Auch für Allendorf (Lumda), hier der Blick in die Marktstraße, ist schnelles Internet ein Standortfaktor. ARCHIVFOTO: SCHEPP
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Auch für Allendorf (Lumda), hier der Blick in die Marktstraße, ist schnelles Internet ein Standortfaktor. ARCHIVFOTO: SCHEPP

100 000 Euro für Breitband-Ausbau

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Allendorf(jwr). Lange wurde die Digitalisierung in Deutschland verpennt, im Gießener Land wurde 2011 mit Gründung der Breitband GmbH die Abdeckung mit schnellem Internet vorangetrieben. Die Kommunen sind daran beteiligt. Mittlerweile sind die Haushalte im Kreis fast flächendeckend mit Breitband-Internet versorgt - aber eben nur fast. Vor allem außenliegende Gehöfte und Neubaugebiete stehen nun im Fokus. Für Kommunen stellt sich die Frage, welche Bereiche sie nun in der dritten Ausbaustufe anbinden lassen wollen - und welche Summen sie dafür investieren wollen und können.

Standard erhöht

Die Allendorfer Stadtverordneten haben am Montagabend über diese Frage diskutiert. Stefan Becker, Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH, war als Gast geladen und machte die Zusammenhänge noch einmal deutlich: Über die Jahre habe sich der Ausbau-Standard erhöht, förderfähig im Sinne des Bundesprogramms seien nun Geschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit pro Sekunde (Download). Inzwischen seien rund 160 000 Haushalte im Kreis mit Breitband-Internet versorgt, einige stünden nun noch aus.

Auf Basis "indikativer Angebote", die die GmbH eingeholt hat, wurden die Kosten für die Nachversorgung hochgerechnet und den Kommunen zur Kennntis gegeben. Für Allendorf steht ein kommunaler Zuschussbedarf (20 Prozent) von rund 253 000 Euro im Raum. Dies sei aber eine vorläufige Rechnung, betonte Becker, und weiter: "Alles, was nun auf der Liste steht, bekäme einen Glasfaseranschluss ins Gebäude. Es ist aber auch die teuerste Technologie für die letzten paar Haushalte." Er sehe aber auch "eine riesige Möglichkeit, mit gutem Standard auszubauen". Und gerade mit Blick auf Neubaugebiete und junge Familien sei es schwierig, diese heute wichtige Infrastruktur nicht anzubieten. Die Entscheidung liege bei der Kommune. Wo man jetzt nicht anbinde, werde dies aber wohl erst in ein paar Jahren wieder möglich sein. "Sie müssen es natürlich auch später vertreten", sagte Becker.

Die Breitband GmbH hatte die Stadt um eine Rückmeldung der gewünschten Ausbaustandorte bis Ende Juni gebeten, bislang war aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Beschlussvorschlag aus der Verwaltung sah vor, an der dritten Ausbaustufe nicht teilzunehmen. Als man vor einiger Zeit die Bereitschaft der Besitzer von Anwesen im Außenbereich abgefragt habe, sich finanziell zu beteiligen, sei diese sehr gering gewesen, sagte Bürgermeister Thomas Benz. Den Bedarf an Breitband-Internet habe man dort nicht abgefragt. "Wir haben kein Geld", sagte Hauptamtsleiterin Christina Fricke. 2021 seien weitere finanzielle Probleme im Zuge der Corona-Pandemie zu erwarten.

Das Parlament folgte einstimmig einem Vorschlag der FW-Fraktion. Demnach werden in den kommenden beiden Jahren im Etat je 50 000 Euro für die dritte Ausbaustufe zur Verfügung gestellt. Mit Blick auf die Kosten nicht angebunden werden, sollen laut Beschluss die noch unversorgten Anwesen im Bereich Kleinmühle, Londorfer Straße, Prophetenmühlenweg (Nordeck) sowie Rosenstraße und Marburger Straße (Winnen). Auf der Liste verbleiben dagegen das Rathaus, der Tannenhof, die Firma Staedter sowie die Bereiche auf der Dreispitz/Am Weinberg und Lohkaute.

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