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Der wohl erste private Bücherschrank in Allendorf/Lumda zur öffentlichen Nutzung steht an der Ecke Hirschsprung/Am Ziegenberg. Foto: vh

Erster Bücherschrank steht

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Allendorf(vh). Manchmal sind die Allendorfer Bürger ihren Vertretern, den Stadtverordneten, einen Schritt voraus. Jetzt stellte die Fraktion der Freien Wähler im Stadtparlament den Antrag, auf dem Rathaus-Vorplatz einen öffentlichen Bücherschrank aufzustellen. Was nur wenige wussten, die Anlieger eben: An der Ecke Hirschsprung/Am Ziegenberg steht ein solcher Bücherschrank, wie er buchstäblich im Buche steht. Der Antrag förderte das verborgene Objekt sozusagen ans Tageslicht. Karlheinz Erbach (SPD) lüftete das Geheimnis und vertrat die Meinung, Bücher könnten doch im Rathaus (Bürgerbüro) geliehen werden. Warum benötige man noch eine Ausleihe vor dem Gebäude.

Unterstützer und Paten gesucht

Die solide Konstruktion im Hirschsprung hat ihren Platz auf dem Bürgersteig gefunden, ist also öffentlich zugänglich. Auf einem Zettel heißt es: "Kleine, freie Bibliothek. Nimm ein Buch oder bring ein Buch!" Freie-Wähler-Fraktionschef Ralf Hofmann erläuterte den Antrag. Ein Bücherschrank nach Ansinnen der Freien Wähler sollte kostenneutral sein. Wie anderenorts üblich, könnte eine ausgediente Telefonzelle aufgetrieben werden. Ein Telefonzellen-Bücherschrank steht bereits in Londorf und Odenhausen/Lahn. Jedenfalls sind jetzt Sponsoren gesucht, Privatleute oder Betriebe, die eine solche Aktion finanzierten.

Weil der Bücherschrank rund um die Uhr geöffnet sei, wehrte Hofmann das Argument, es gebe ja die Bücher im Rathaus, ab. Damit trotz des Vertrauensvorschusses an künftige Ausleiher ab und zu auf den Bücherregalen nach dem rechten geschaut wird, wünschen sich die Freien Wähler "Bücherschrankpaten". Selbst Bürgermeister Thomas Benz musste einräumen, er kenne das Objekt am Hirschsprung noch nicht. Die Öffnungszeiten im Rathaus seien hinderlich. Ulrich Krieb (CDU) fand den FW-Antrag "eine gute Sache". Brunhilde Trenz (BfA/FDP) meinte: "Zwei Bücherschränke in Allendorf stehen uns gut zu Gesicht." Einstimmig beschloss das Stadtparlament, der Magistrat möge sich der Sache annehmen.

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