Die Climbacher Kirche mit dem Wasserturm.
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Die Climbacher Kirche mit dem Wasserturm.

Kirche

Wie eine Spende von 200 Gulden für eine neue Kirche in Climbach sorgte

  • vonPatrick Dehnhardt
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Die Climbacher Kirche hat eine besondere Geschichte, die der Heimatforscher Siegfried Becker erforscht hat.

Wenn auch das neue Jahr nicht mit Raketen und Böllerschüssen begrüßt werden konnte, so wurde es doch von den Kirchen kräftig eingeläutet - so auch im Climbach. Dort steht ein besonders schönes Exemplar einer Fachwerkkirche. Laut den Ergebnissen des Heimatforschers Siegfried Becker ist sie die Jüngste der sechs Fachwerkkirchen im Landkreis.

Die 1783 errichtete Kirche konnte in dem kleinen Ort wohl nur gebaut werden, da ein Herr von Nordeck zu Rabenau dafür 200 Gulden im Gedenken an seinen verstorbenen Sohn gestiftet hatte- Dieser Sohn war Karl Friedrich von Nordeck zu Rabenau gewesen.

Geboren wurde er wohl 1753, das Kirchenbuch Londorf verzeichnet seine Taufe 1754. "Ermuss mit den hessischen Truppen am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) teilgenommen haben", schreibt Becker. Laut den Quellen in den hessischen Staatsarchiven war er 1775 zunächst Fähnrich im Regiment von Ditfurth, wurde 1776 zum Secondeleutnant, 1780 zum Premierleutnant und 1781 zum Stabskapitän befördert. Im November 1782 ist er gestorben.

In den historischen Quellen lässt sich zudem herausfinden, dass Georg Philipp von Nordeck zur Rabenau sein Vater war. Er wohnte in Odenhausen auf dem Gutshof mit dem imposanten dreigeschossigen Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Den Hof hatte die Familie 1554 nach Erlöschen der Linie Nordeck-Braun erworben.

"Auch wenn Odenhausen und Climbach zum selben Kirchspiel gehörten, zeigt diese Unterstützung, dass kleine, arme Gemeinden in der alten Zeit oft auf Kollekten oder Zuwendungen aus anderen Orten angewiesen waren, um Kirchenbauten finanzieren zu können", schreibt Becker. "Und die Hilfe wurde ihnen auch gewährt. Heute würden wir dies als gelungenes Projekt interkommunaler Zusammenarbeit bezeichnen.

Der Turm auf dem Foto links neben der Kirche gehört übrigens nicht zu dem Gotteshaus, und auch mit einer Burg hat er nichts zu tun: Es handelt sich, ganz profan, um einen Wasserturm. Seit 1908 hat das Dorf ein Wassernetz. Der Turm steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz.pm/FOTO: PAD

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