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Das Gehäuse der Kirchenorgel in Allendorf stammt aus der Barockzeit. Das Orgelwerk ist nun 25 Jahre alt.

»Ein Prachtwerk der Barockzeit«

  • Vonred Redaktion
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Allendorf (pm). Die Besonderheit der Orgel in der evangelischen Pfarrkirche in Allendorf (Lumda) wurde schon 1928 von Wilhelm Arnold aus Beuern beschrieben: »Das Orgelgehäuse der Kirche ist ein Prachtwerk aus der Barockzeit und steht unter Denkmalschutz«. Links und rechts des Orgelprospekts sind die Initialen JCW zu erkennen, sie stehen für den Namen Johann Conrad Wagner.

Die Familie, im Ort auch »Orgelmächer« genannt, hatte in der Nordecker Straße ihr Stammhaus. Man kann davon ausgehen, dass Johann Conrad Wagner 1679 in Schweinsberg geboren wurde. Er heiratete 1709 Maria Elisabetha Dickhaut, Tochter des Organisten Dickhaut aus Allendorf.

Nach dem großen Stadtbrand von 1728 war auch das komplette Inventar der Kirche zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus überließ Wagner der Gemeinde und der Stadt eine komplett neue Orgel. Heute ist nur noch der von Wagner erbaute Orgelprospekt (das Orgelgehäuse) vorhanden. 1928 wurde dorthinein ein komplett neues Orgelwerk der Firma Nicolaus & Förster aus Lich mit neuem Pfeifenwerk und elektro-pneumatischer Traktur eingebaut.

Als die Reparaturen im Laufe der Jahrzehnte immer kostenintensiver wurden, entschied der Kirchenvorstand Mitte der 1990er Jahre, in ein neues Werk zu investieren. Die Firma Oberlinger aus Windesheim bekam den Auftrag für eine zweimanualige Orgel mit 15 Registern. Die Baukosten des neuen Orgelwerks betrugen 1996 rund 330 000 Mark, 125 000 Mark kamen an Privatspenden zusammen. Die Restsumme war von der Kirchengemeinde durch Eigenmittel und Darlehen zusammengekommen.

Im September 1996 wurde die neue Orgel in einem festlichen Gottesdienst eingeweiht. Deshalb findet seit diesem Ereignis im Herbst jährlich ein Orgelgeburtstagskonzert statt.

In diesem Jahr findet der Orgelgeburtstag am 14. November um 17 Uhr statt. Gestaltet wird er von jungen Menschen, die bei Dekanatskantorin Dorotea Pavone Unterricht erhalten. Und es wird Überraschungen geben.

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