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Ein besonderer Bildungsort

  • VonVolker Heller
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Allendorf (vh). Ein Museum muss nicht per se langweilig sein. Wie schön, wenn ein Besucher diesen Ort nutzen kann um das Sehen neu zu lernen. Das Museum W. H. Arnold im gleichnamigen Künstlerhof an der Allendorfer Marktstraße bietet einen Schaffensquerschnitt des Malers Wilhelm Heidwolf Arnold (1897 bis 1984). Ab 1926 lebte Arnold hier, malte und schuf Skulpturen.

Sein Sohn, Prof. Heidwolf Wilhelm Heinrich Arnold, hatte den Künstlerhof weiter betreut. Im Erdgeschoss zog eine Gastronomie ein. Zu Museumsräumen wurden der Ateliervorraum, das Atelier und der Außenbereich.

Im Obergeschoss gab es zunächst Wechselausstellungen heimischer Maler, dann thematische Wechselausstellungen mit Arnolds Werken. Doch der Aufwand war hoch, denn die Familie Arnold wohnt in Freiburg/Breisgau. Arnolds Enkel, der Musiker und Musiklehrer Heidwolf J. Arnold, kümmert sich nun aus der Ferne weiterhin um das historische Anwesen.

Zusammen mit dem Freundeskreis W. H. Arnold entwarf man den Gedanken, in den drei Räumen im Obergeschoss eine Dauerausstellung einzurichten, die jeweils Kostproben der bisherigen Wechselthemen zeigt. Die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Ließegang hat die neue Dauerausstellung kuratiert.

Am Samstag enthüllte Arnolds Enkel das an der Außenfassade montierte Museumsschild. Die neu gestalteten Museumsräume sind wieder zugänglich. Das Restaurant hat geöffnet. In seiner Begrüßung betonte Enkel Heidwolf es sei ihm wichtig, nahe an der Stadt wie auch der Kreisvolkshochschule zu bleiben. Bürgermeister Thomas Benz bekannte, dass der Name Arnold fast zum Markenzeichen für Allendorf geworden sei. Hin und wieder spreche ihn sogar auf der Bürgermeister-Dienstversammlung jemand darauf an. Oft sei damit auch der kulinarische Beitrag gemeint, den das Ehepaar Güß sehr engagiert führe. Gute Rezepte und regionale Produkte machten den Erfolg aus.

Torsten Denker, der Leiter der Kreisvolkshochschule blickte anlässlich der Eröffnung auf die Zeitspanne von 2017 bis 2019 zurück. Seitdem habe es 15 gemeinsame Veranstaltungen mit über 300 Gästen gegeben. Unvergessen sei ihm die dreitägige Feier anlässlich des 120-jährigen Geburtstags von W. H. Arnold. Mittlerweile kämen viele Menschen von außerhalb zum Künstlerhof. Diese Einrichtung bezeichnete Denker als einen »besonderen Bildungsort«, der einen lokalen Bezug zur Kunstgeschichte herstelle. Erwähnung fand Carolin Käs’ Examensarbeit zu Arnolds Wirken in Allendorf. Kultur und Gastronomie formten einen öffentlichen Ort der Begegnung mit überregionaler Ausstrahlung.

Der Künstlerhof Arnold öffnet mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr, sonntags von 11.30 bis 21 Uhr. Besuch im Museum W. H. Arnold nach Vereinbarung (Tel. 0 64 07/9 05 03 62. - Info: www.kuenstler hof-arnold.de). FOTOS: VH, BF

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