1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen
  3. Allendorf

Dreiklang aus Bürgern, Polizei und Verwaltung

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Volker Heller

Kommentare

ik_Allendorf_011021_4c_1
Bürgermeister Thomas Benz (l.) nimmt ein Schild zur »Kompass«-Teilnahme von Polizeipräsident Bernd Paul entgegen (hinten, v. l.: Sonja Böhm, Bernd Schwebel, Joachim Bernard). © Volker Heller

Allendorf (vh). Die Stadt Allendorf/Lumda nimmt teil am Sicherheitskonzept »Kompass« des hessischen Innenministeriums. So hatten es der Magistrat und das Parlament im Sommer 2020 beschlossen. Am Donnerstag trafen sich im Rathaus Vertreter von Stadt und Polizei zum Auftaktgespräch. Bürgermeister Thomas Benz betonte, »Kompass« solle mehr bewirken als Autofahrer blitzen und illegalen Müll anzeigen - das sind die Haupttätigkeiten des Ordnungsamtes im Außenbereich.

Polizeipräsident Bernd Paul nannte die allgemeine Sicherheit »ein ganz wesentliches Bedürfnis von Lebensqualität«. Er stellte rhetorisch die Frage, »wem gehört der öffentliche Raum«. Von der Antwort (der Allgemeinheit) leitet sich die Notwendigkeit ab, neben Polizei und Stadtverwaltung insbesondere alle Bürger mit ins Boot zu nehmen, denn, so Paul: »Der Bürger ist am dichtesten dran« (hat viele Augen und Ohren). Laut Statistik seit Allendorf ein sicherer Ort.

Mit Hinweis auf die so genannte Häufigkeitszahl (Straftaten pro Jahr auf 100 000 Einwohner) verdeutlichte Paul das. Diese Zahl lag 2020 in Hessen bei knapp 5446, für das Polizeipräsidium Mittelhessen bei 4100 und in Allendorf/Lumda bei 1549. Jede Straftat sei indes eine zuviel. Der »Kompass«-Prozess werde auch wissenschaftlich von der Universität Gießen begleitet. Er habe den Wunsch, dass sich auch Vereine, Verbände, die Kirche und die Sozialstation beteiligten, sagte Paul.

Kriminaldirektor Joachim Bernard (Polizeidirektion Gießen) hob die gute polizeiliche Zusammenarbeit in Gießen hervor. Bisher nehmen 19 Kommunen im Bereich des Polizeipräsidiums an »Kompass« teil. Allendorf/Lumda ist die Siebte im Landkreis Gießen. Der bereits gute Sicherheitsstatus in Allendorf solle gehalten werden. PHK Stefan Jung (Polizeistation Grünberg) sagte: »Für uns ist das etwas Neues.« Allendorf/Lumda sei die erste »Kompass«-Kommune des Zuständigkeitsbereiches.

Sicherheitssiegel wird angestrebt

PHK und »Kompass«-Beraterin Sonja Böhm erläuterte: »Elf Interessenten stehen momentan auf der Warteliste.« Das Programm »Kompass« laufe seit 2018. Wichtig sei der Dreiklang aus Bürgern, Polizei und Verwaltung. Mit dem Begrüßungsschild (es soll am Rathaus angebracht werden) wird die Teilnahme nun öffentlich, Ein Sicherheitssiegel (nach etwa zwei Jahren) wird den Erfolg bestätigen. Bedingung für die Siegel-Verleihung durch das Innenministerium ist die praktische Umsetzung von mindestens drei zuvor benannten Vorbeugemaßnahmen. Hierzu zählen städtebauliche Aspekte (z. B. bessere Beleuchtung sensibler Stellen) oder Einbindung der Schulen. KHK und »Kompass«-Berater Jörg Schormann nannte den Enkeltrick per WhatsApp als neueste Masche von Gaunern.

Einzelschritte, die dem Auftaktgespräch folgen, etwa Gründen einer Arbeitsgruppe »Kompass«, Sicherheitskonferenz mit den Bürgern oder Bürgerbefragung vor Ort (bei Veranstaltungen) sind im »Kompass«-Leitfaden nachzulesen (pdf-Datei auf der Internetseite www.kompass.hessen.de).

Auch interessant

Kommentare