Von deutschem Enzian und "dünnem Bier"

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Er gilt als einer der bedeutendsten Naturforscher des 18. Jahrhunderts und ist heute vielen als Namensgeber eines Frankfurter Naturmuseums ein Begriff: Der Frankfurter Johann Christian Senckenberg (1707-1772) war eine Geistesgröße seiner Zeit. Auf Forschungsreisen legte er viele Kilometer zurück – und machte unter anderem in Allendorf/Lumda Station. An diese bisher kaum bekannte historische Episode erinnert in Allendorf neuerdings eine Schautafel, die der Verein Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf an der Mauer des evangelischen Pfarrhofs in der Marktstraße angebracht hat.

Er gilt als einer der bedeutendsten Naturforscher des 18. Jahrhunderts und ist heute vielen als Namensgeber eines Frankfurter Naturmuseums ein Begriff: Der Frankfurter Johann Christian Senckenberg (1707-1772) war eine Geistesgröße seiner Zeit. Auf Forschungsreisen legte er viele Kilometer zurück – und machte unter anderem in Allendorf/Lumda Station. An diese bisher kaum bekannte historische Episode erinnert in Allendorf neuerdings eine Schautafel, die der Verein Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf an der Mauer des evangelischen Pfarrhofs in der Marktstraße angebracht hat.

Feldforschung am Totenbeg

Der Text auf der Info-Tafel gibt Aufschluss darüber, was Senckenberg ins Lumdatal führte: Demnach war er zu Fuß von Marburg gekommen und verweilte 1732 für einen Monat bei Pfarrer Bergen in Allendorf, bevor er am 8. September wieder nach Frankfurt abreiste. Von Allendorf aus unternahm er Forschungsausflüge, etwa auf den Totenberg, den Hausberg der Allendorfer, und zum Hangelstein bei Lollar. Über die dabei gewonnen Erkenntnisse führte er in seinem Tagebuch Protokoll. Am Totenberg hat er unter anderem die Haselwurz, den Seidelbast, das Waldbingelkraut und den deutschen Enzian gefunden. Senckenberg befragte auch Einheimische nach ihrem Wissen über heimische Pflanzen und Kräuter.

Auch das Ernährungsverhalten der Menschen im damals noch bäuerlich geprägten Lumdatal interessierte den berühmten Naturforscher offenbar: Er führt Buch über das, was ihm in Allendorf aufgetischt wurde. Dazu heißt es auf der Schautafel: "So gab es in den Haushalten von Landwirten oder Handwerkern in Allendorf ausschließlich kohlenhydratreiche Gemüse und Mehlspeisen, sonntags ein Stück Fleisch." Senckenberg dagegen habe zwei Fleischmahlzeiten pro Tag erhalten, außerdem "gut dünnes Bier". Die Allendorfer waren anscheinend schon vor knapp 300 Jahren gute Gastgeber.

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