An der Station unter der alten Schwarzpappel mitten in der Landschaft auf dem Leidenhofener Adventsweg gibt es Schafe aus Holz (rechts) und vier echte (im Pferch). FOTO: VH
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An der Station unter der alten Schwarzpappel mitten in der Landschaft auf dem Leidenhofener Adventsweg gibt es Schafe aus Holz (rechts) und vier echte (im Pferch). FOTO: VH

Bethlehem kann so nahe sein

  • vonVolker Heller
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Allendorf/Ebsdorfergrund(vh). Wenn man sich dieser Tage auf die Ankunft des Herrn vorbereitet, dessen Geburt an Weihnachten gefeiert wird, warum also sollte man dem Kind in der Krippe nicht ein Stück entgegengehen? Unter dem Motto "Unterwegs zur Krippe - Adventswege im Ebsdorfer Grund und Nordeck/Winnen" bieten die Gemeinden Wittelsberg-Moischt, Ebsdorf, Dreihausen, Rauischholzhausen und Winnen in, an oder um ihre Kirchen und Gemeindehäuser jeweils eine kleine Installation zum Betrachten, Hören, Lesen oder Beteiligen an.

Einen Weg zur Krippe gibt es beispielsweise zwischen Leidenhofen und Ebsdorf. Die erste Station auf dem Weg zur Krippe findet der Spaziergänger am Leidenhofener Feuerwehrgerätehaus in der Friedhofstraße.

Stern aus Sperrholz weist den Weg

Ein Stern aus Sperrholz zeigt, wo es langgeht. Wer jedoch das Schwínden des Tageslichtes abwartet, kann aus der Ferne schon die nächste Lichterkette ausmachen, die jeden Stern umgibt. Jeder Stations-Stern bringt einem die biblischen Gestalten aus der Weihnachtsgeschichte näher.

Abseits dieser fußläufigen Landschaftsinstallation finden sich Adventsstationen in, an oder um den Kirchen und Gemeindehäusern von Wittelsberg-Moischt, Ebsdorf, Dreihausen und Rauischholzhausen. Weil die Evangelisch- Lutherische Kirchengemeinde Winnen dem Kooperationsraum Ebsdorfer Grund plus angehört, wurde extra ein Holzstern abgezweigt, der hängt rechtsseitig der Kirchentür. Am Nikolaustag bereitet Pfarrerin Judith Asmus gerade den kleinen Adventsgottesdienst vor, als der Reporter auf der Suche nach der hiesigen Station erwartungsfroh eintritt.

Auf dem Altar steht eine unauffällige Vase mit Kirschbaumzweigen. An jedem Zweig ist ein farbiger Zettel befestigt, darauf das Gedicht "Geh in den Garten am Barbaratag" des Lyrikers Josef Guggenmos. Diese Barbarazweige kann der Besucher mit nach Hause nehmen. Geschnitten am 4. Dezember, dem liturgischen Namenstag der Heiligen Barbara, sollen sie im kommenden Jahr Glück bringen, sofern die Kirschen pünktlich am Weihnachtsmorgen erblühen.

Gleichwohl gerade jetzt ein ganzer Haufen Glück passgenau wäre, bleibt die Station weitgehend verwaist. Glückssucher können jedoch bis Weihnachten ihre Chance nutzen. Die Kirche ist geöffnet: Montags bis freitags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Einmal auf der Winner Höhe, fährt der Reporter sodann nach Leidenhofen.

Auf der Suche nach der Feuerwehr trifft er in der Sigurd Allee ein merkwürdiges Gespann: Knecht Ruprecht und Nikolaus mit rollendem Pferdeschlitten. Die fahren von Haus zu Haus und verteilen Geschenke. Eine liebevolle Idee zur Corona-Zeit.

Die Evangelische Christusgemeinde und der CVJM hätten schon mal einen Passionsweg gestaltet, erläutern Sonja Krause und Achim Gerhardt unter einer alten Schwarzpappel mitten in der Landschaft. Nun also den Adventsweg. Krause stammt aus Hannover, wohnt in Leidenhofen, betreibt in der Marburger Biegenstraße den Unverpacktladen "kaufs lose". Gerhardt ist beruflich Baumpfleger und hat vier Schafe für diese Station mitgebracht. Die Tiere mampfen friedlich, von den Hügeln zieht langsam der Herbstdunst ins Tal. Bethlehem kann so nahe sein.

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