Besuch aus den USA

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Mit anfangs nur einem Wort Englisch, "Chicken" (Hähnchen), hat es der gebürtigte Allendorfer Ernst Scheld bis zum Herrenschneider der besseren Gesellschaft von Green Bay, Wisconsin (USA) gebracht. Im August 1955 wanderte er mit 19 Jahren aus. Inzwischen ist er 82. Die alte Heimat lässt den heutigen US-Bürger aber nicht los.

Mit anfangs nur einem Wort Englisch, "Chicken" (Hähnchen), hat es der gebürtigte Allendorfer Ernst Scheld bis zum Herrenschneider der besseren Gesellschaft von Green Bay, Wisconsin (USA) gebracht. Im August 1955 wanderte er mit 19 Jahren aus. Inzwischen ist er 82. Die alte Heimat lässt den heutigen US-Bürger aber nicht los.

14-tägig klingelt bei ehemaligen Schulkameraden in Allendorf das Telefon. Nun war Ernst Scheld der Gesprächsmittelpunkt des Jahrgangstreffens 1935/36 der Schulkameraden der ehemaligen Allendorfer Volksschule. Im Vereinsheim des Geflügelzuchtvereins begrüßte Karl Reinhardt die Teilnehmer.

Das Schneiderhandwerk wollte Scheld familienbedingt lernen. Die Lehrzeit vollendete er in Gießen. Scheld machte die Gesellenprüfung und blieb noch ein Jahr, dann zwang ihn Arbeitsmangel zum Handeln. Zwei Onkel und eine Tante von Scheld lebten damals in Green Bay. 1955 setzte sich Scheld in den Zug, fuhr nach Bremen, weiter mit dem Schiff nach New York, wo er außer "Chicken" buchstäblich nur Bahnhof verstand. Bereits am folgenden Dienstag war sein erster Arbeitstag als Änderungsschneider bei einem großen Herrenausstatter.

Nach einem Jahr reichte sein Englisch für allgemeine Verständigung aus, nach zwei Jahren leistete er sich das erste Auto, nach drei Jahren heiratete Scheld seine "Mary" und nach fünf Jahren wurde er eingebürgert.

In 60 Ehejahren wuchs die Familie um vier Kinder (eines davon ist gestorben), zehn Enkel und vier Urenkel. Mit 67 ging Scheld in den Ruhestand. Heute schwingt er statt der Nähnadel den Golfschläger. Übrigens hat ihn sein Enkel Parker jetzt nach Allendorf begleitet. Und der ist 19 Jahre alt. Welch ein Zufall.

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