Bauausschuss sagt zweimal Nein

  • VonVolker Heller
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Allendorf (vh). Der Bauausschuss beriet über die textlichen Festsetzungen im Vorentwurf für das neue Baugebiet »Auf der Hege II« am nördlichen Ortsrand der Kernstadt. Die Offenlage des Bebauungsplans wird vorbereitet.

Die Festsetzungen sind Vorschriften, die die Stadt den künftigen Bauherren verbindlich mit auf den Weg gibt. So sind Vorgärten nicht zu versiegeln. Ralf Hofmann (FW) wollte für seine Fraktion das vorgeschriebene Fassadengrün an Garagen wieder streichen. Lothar Claar (BfA/FDP) meinte, die dauerhafte Erhaltung einer begrünten Wand sei wohl schwerlich zu kontrollieren.

Klimaschutz nur Wahlkampfthema?

Sven Henneberg (Grüne) plädierte für den Verbleib dieser Festsetzung und sei es nur »als Denkanstoß«. Bautechnisch bereite ein Fassendengrün kein Problem. Walter Diehl (FW) sprach sich generell gegen »zu viele Vorschriften« aus und meinte mit Verweis auf die gegenüber liegende Straßenseite des Bürgerhauses Nordeck, »es ist doch grün genug hier«. Annette Bergen-Krause (SPD) vertrat die Meinung, es gebe genügend Bewerber, die das Fassadengrün akzeptierten. Claar: »Wir können es ja reinschreiben, aber als Empfehlung.« Planer Helge Hessler vom Büro Fischer sagte: »Wir wollten doch ein ökologisch orientiertes Gebiet haben.« Die Abstimmung im Bauausschuss ergab eine deutliche Absage für die Vorschrift zum Fassadengrün an Garagen (fünf Neinstimmen, eine Jastimme).

Weiter ging es mit Dachbegrünung und Fotovoltaik. Bergen-Krause: »Ein Gründach schluckt Wärme und Regenwasser.« Hofmann wollte auch diese Vorschrift streichen - wegen der Mehrkosten. Sandra Henneberg (Grüne) forderte die Fraktionen auf, einen Blick auf ihre Wahlplakate vom März zu werfen. Alle hätten mit Klimaschutz geworben. »Wollen wir etwas tun oder hohle Phrasen schwingen«, fragte sie. Hessler sagte, Dachgrün und Foltovoltaik seien mittlerweile Standards. Hofmann gab an, das Wissen sei wohl überwiegend vorhanden, aber beides müsse auch bezahlbar sein. Man solle es nicht erzwingen.

Claar fragte, warum ausgerechnet Hege II derart intensiv begrünt werden sollte. Eigentlich gehöre etwas Grün überall hin. »Ein Normalsterblicher kann sich dort kein Haus leisten.« Sven Henneberg: »Über kurz oder lang werden diese Standards Gesetz werden«. Das sei »keine Geißelung der Bauherren«.

Brunhilde Trenz (BfA/FDP) meinte, Garage und Dach nur extensiv zu begrünen. Bergen-Krause kritisierte: »Das neue Baugebiet sollte sich doch von der ›Hege I‹ abheben.« Die Abstimmung ergab eine Mehrheit für die Rausnahme der Verpflichtung zu Dachgrün/Fotovoltaik (vier Nein-, zwei Jastimmen). Mit fünf Jastimmen (ein Nein) wurden die Festsetzungen mit den Änderungen beschlossen.

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