+
Der Unterstand in der Kleingartenanlage "Turmgärten" wird das Gartenhaus im Hintergrund deutlich beschatten.

Änderung des Bebauungsplans angemahnt

  • schließen

Allendorf (vh). In der Kleingartenanlage "Turmgärten" oberhalb der Allendorfer Schulstraße wurde dieses Frühjahr ein untypisches Bauwerk errichtet: ein meterhoher Unterstand für Brennholz, seitlich offen und mit einem Pultdach (Wasser fließt in eine Richtung ab). Der städtische Bauausschuss berät darüber seit April und machte im Folgemonat eine Ortsbesichtigung. Nun stand die Bauleitplanung wiederholt auf der Tagesordnung. Planer Mathias Wolf (Büro Fischer) erläuterte dem Ausschuss, dass für den Kleingartenbereich seit 1995 ein gültiger Bebauungsplan bestehe.

Genaue Maße fehlen

Auf der Parzelle 22 stehe nun dieses gerüstartige Teilgebäude. Wegen Überschreitung der Baugröße hat die Kreisbauaufsicht die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens gefordert. Laut Wolf könne nach § 13 Baugesetzbuch nach dem vereinfachten Verfahren der Nachverdichtung im Innenbereich gehandelt werden. Die geplante Holzlagerstätte könne für private Zwecke erlaubt werden, gewerbliche Nutzung sei aber auszuschließen. Zum Antransport dürfe die Zufahrt nicht verändert werden. Idealerweise sollte das Gebäude ein Satteldach erhalten. Die Änderung des B-Plans umfasse die Nachbarparzelle 20. Dort befindet sich eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Scheune mit dem typischen Satteldach.

Ulrich Krieb (CDU) bemerkte, es sei bisher Konsens in der Stadtverordnetenversammlung gewesen, den Charakter der Turmgärten als Grüngürtel zu erhalten. Genaue Maße für das Gebäude, ausgehend von satzungsgemäßen Festschreibungen, fehlten aber. "Es ist locker das 10-Fache, was da jetzt steht." Die Scheune stehe seit 100 Jahren. Sandra Henneberg (Grüne) brachte die Beschattung der nördlich gelegenen Parzelle 23 durch das Bauwerk ins Spiel. Der Bauausschuss konnte nur erwägen, ob der Eigentümer von Parzelle 22 die nachbarliche erwerben könne (Absicht vorhanden), damit er an seinem Rohbau nichts zurückbauen müsse oder ob der Eigener (Nachlassverfahren) von Nummer 23 darauf eine Baulast eintragen lasse. Weil "Tatsachen geschaffen wurden" (Karlheinz Erbach, SPD), plädierte Wolf für eine Grundssatzentscheidung pro Aufstellungsbeschluss für die Änderung des B-Plans. Vor Einleitung des Verfahrens sei der Ausschuss dann erneut zu hören. "Das hört sich gut an", fand Thomas Stein (CDU), der die Sitzung leitete. Der Bauausschuss fasste den Aufstellungsbeschluss einstimmig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare