"Lumdatalhöfe"

Abriss für neues Quartier in Allendorf kann beginnen

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Auf dem Areal für die "Lumdatalhöfe" gibt es neuerdings Bewegung. Der Abriss ist genehmigt, der Bauantrag gestellt. Auch die Bauaufsicht hält die "Knackpunkte" für ausgeräumt.

Mehrere Monate hing ein Werbebanner am Wohnhaus gegenüber der Stadtverwaltung, das bald neuen Wohnungen weichen soll. Ein paar Meter weiter ein Schild mit Hinweis auf die "Lumdatalhöfe". Davon abgesehen schien sich länger nichts Sichtbares zu verändern.

Doch wer am Wochenende auf dem Weg zur Allendorfer Kirmes war, dürfte bemerkt haben, dass inzwischen baulich Bewegung in das Projekt des Gießener Bauträgers Depant kommt: Das Grundstück ist zur Baustelle geworden, Rohre wurden freigelegt.

Dem Abriss steht nichts mehr im Wege, seit der "Abbruchantrag" am 2. Juli genehmigt wurde. Und auch der Bauantrag von Depant ist laut Kreisbauaufsicht am 26. Juli eingegangen. Man befinde sich "im ganz frühen Stadium der Vorprüfung", teilt die Behörde mit.

Rechtlich sind die "Lumdatalhöfe" aber weitgehend in trockenen Tüchern, es gebe "nach einer ersten summarischen Prüfung keine ›Knackpunkte‹ mehr".

Keine Altlasten-Verdachtsfläche

"Bei vollständigen Bauanträgen beträgt die Bearbeitungszeit sechs bis zehn Wochen", sagt Wolfgang Helm, Leiter der Kreis-Bauaufsicht. Er hält den Bauantrag für im Wesentlichen vollständig.

Im abgeschlossen öffentlichen Beteiligungsverfahren seien alle wichtigen Akteure, etwa Fachbehörden, eingebunden gewesen. Zwar befinde sich das Areal in einem Hochwasserschutzgebiet, doch auch im Hinblick darauf seien Bedenken ausgeräumt. Außerdem sei das Gelände, auf dem früher Reinigungsmittel hergestellt wurden, keine Altlasten-Verdachtsfläche, eine mögliche Belastung des Bodens kein Thema.

Die Gebäude wie geplant bis Ende 2019 hochzuziehen, ist nach Helms Einschätzung machbar – aber dies sei natürlich Sache des Bauherren, nicht der Behörde, die nun keinen Einfluss mehr auf den Fortgang des Projekts habe.

"Wenn sie rechtzeitig Baufirmen finden, sollte das klappen", äußert sich Helm. Denn angesichts voller Auftragsbücher in der Baubranche fällt es manchen Bauherren schwer, schnell geeignete Auftragsnehmer zu finden.

Wann werden die Gebäude stehen?

Bevor die "Lumdatalhöfe" bezugsfertig sein werden, muss die Stadt die Wohngebäude noch an die bestehende Infrastruktur anbinden. "Für die Errichtung der Hausanschlüsse gibt es noch keinen Zeitplan", äußert sich Bürgermeister Thomas Benz (FW). Er werde "von der Bauherrschaft über die Abläufe regelmäßig und zeitnah informiert".

Die "zur Planung erforderlichen Auskünfte zur Wasserversorgung und der Abwasserableitung" habe die Stadtverwaltung Depant schon übermittelt. Er gehe von einem Bezug in der zweiten Jahreshälfte 2019 aus.

Auf der Depant-Homepage ist als Zieldatum für die Fertigstellung der Reihenhäuser Herbst 2019 angegeben. Für die Mehrfamilienhäuser ist dort "Frühjahr 2020" vermerkt – also ein halbes Jahr später als anfangs angekündigt.

Kommunalpolitik musste nachbessern

Zwar ist die Stadt nicht direkt eingebunden, weil ihr der Baugrund nicht gehört. Die nun zusammengefassten Grundstücke hatte Depant einerseits vom Ex-Geschäftsführer der Reinigungsmittelfabrik Haag, eines dort seit 1924 ansässigen Familienbetriebs, erworben, außerdem einen Grünstreifen an der Ludwigstraße gekauft.

Trotzdem waren die "Lumdatalhöfe" auch auf der kommunalpolitischen Agenda: Die Stadt musste, anders als anfangs angenommen, den bestehenden Plan erweitern, um für das Wohnprojekt den Weg frei zu machen. Nach Ansicht der Bauaufsicht des Landkreises reichte das bisherige Baurecht für die "Lumdatalhöfe" nicht aus.

Relativ zügig passte die Kommune den Bebauungsplan an – in einem "beschleunigten Verfahren", das laut Bauaufsicht bei Bebauungsplänen zur "Innenentwicklung" Standard ist. Dass moderner Wohnraum, gerade für ältere Menschen, auch in Allendorf dringend gebraucht wird, darin kamen die Fraktionen schnell überein.

Keine Antworten von Depant

"Der Bebauungsplan wurde insoweit geändert, dass dem Investor die Errichtung der von ihm geplanten Gebäude ermöglicht wird", äußert sich Bürgermeister Benz. "Die Bereitstellung von Wohnraum für ältere Bürger ist politischer Wille der Stadt."

Die Bereitstellung von Wohnraum für ältere Bürger ist politischer Wille der Stadt

Bürgermeister Thomas Benz

Auf dem Papier hat das Wohnquartier die wesentlichen Hürden inzwischen also passiert. Bis wann soll der Abriss erfolgen? Sind schon Wohnungen an Interessenten verkauft? Auf diese und weitere Fragen gibt Depant der Gießener Allgemeinen Zeitung keine Antworten.

Fest steht: Die Voraussetzungen sind geschaffen, der Ball liegt bei Depant.

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Das ist geplant

Auf dem Areal mit Zugang zu Bahnhof- und Ludwigstraße sollen zwei Mehrfamilien- und acht Reihenhäuser mit insgesamt 18 Eigentumswohnungen entstehen. Auch Garagen und Stellplätze sind geplantp>

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