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60 Interessenten für 29 Plätze

  • vonVolker Heller
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Allendorf (vh). Bisher standen Bauinteressenten im Lumdatal vor den Rathäusern von Lollar und Staufenberg Schlange, nun bekommt auch Allendorf/Lumda etwas von dem begehrten Kuchen ab. Während der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments in der zu Ende gehenden Legislaturperiode wurden noch schnell die Weichen gestellt für die Entwicklung des künftigen Baugebietes »Auf der Hege II« (Foto) am nördlichen Ortsrand der Kernstadt.

Zwei Investoren hatten bereits am 23. November 2020 ihren Entwurf zur Erschließung der voraussichtlich 29 Baugrundstücke vorgestellt. Jetzt entschied man sich mehrheitlich für den ortsansässigen Betrieb Franz und Lotz. Bürgermeister Thomas Benz gab bekannt, ihm lägen 60 Bewerber für ein Grundstück auf seinem Schreibtisch.

Gabi Waldschmidt-Busse (Grüne) stellte den Antrag, die Entscheidung in den Bauausschuss zu verweisen. Ulrich Krieb (CDU) erklärte dazu: »Das kommt etwas überraschend«. Er sprach von »sinnlos«. Brunhilde Trenz (BfA/FDP) erläuterte, das Parlament habe lediglich über den Investor zu entscheiden, Franz und Lotz oder IREPO, die genaue Gestaltung des Baugebietes falle in die Zuständigkeit des künftigen Parlaments. Angaben hierzu würden in dem städtebaulichen Vertrag festgehalten, der zwischen der Stadt Allendorf und dem Investor abzuschließen sei. Erst dann sei auch der Bauausschuss wieder gefragt.

Trenz erinnerte, dass sich durch den Zuzug das Steueraufkommen erhöhen werde. Bei den künftigen Bauvorhaben solle »ökologisch-nachhaltig« gehandelt werden und die Erschließung möglichst bald geschehen. Bürgermeister Benz nannte die Bewerberzahl und den zeitlichen Faktor. Eine Extrarunde im Bauausschuss sei unnötig, um das Vorhaben voranzubringen.

Helmut Wißner (Grüne) gab seinem Erstaunen Ausdruck, dass das Vorhaben jetzt »durchgepeitscht« werden solle. Er wünsche sich zuerst Kriterien wie etwa den Quadratmeterpreis und dann die Entscheidung über einen Investor.

Über die Straßenausbau-Beiträge werde seit sechs Jahren ohne Eile diskutiert. Verweise man die Sache in den Bauausschuss und in das neue Parlament, gingen höchstens vier bis sechs Wochen verloren, so Wißner. Ralf Hofmann (FW) stellte fest, irgendwelche Fragen seien durch die Vorträge der beiden Investoren beantwortet. Er teile die Zeitnot des Bürgermeisters. Bei 15 Neinund vier Ja-Stimmen) wurde Wißners Antrag abgelehnt.

Trenz regte an, auf der Bewerberliste sollten zunächst die Bauwilligen aus Allendorf bevorzugt werden. Vom Bürgermeister kam die Information, die 60 Anfragen kämen »quer durchs Lumdatal«. Krieb sprach vom »typischen Kirchturmgetümmel«. Er halte es für falsch, sich »abzuschotten«. Manuel Sult (FW): »Wir wollen wachsen und keine Mauern aufziehen«. Außerdem sei es rechtlich betrachtet sicher schwer, Einheimische auf der Liste hervorzuheben. Hofmann forderte ein offenes Baugebiet und die namentliche Abstimmung.

Die Fraktionsvertreter argumentierten unisono, dass beide Investoren (Franz und Lotz, IREPO) vorigen November in der Sache überzeugt hätten. Franz und Lotz sei jedoch ein jahrezehntelanger Gewerbesteuerzahler (Trenz). Karlheinz Erbach (SPD) lehnte es für seine Fraktion ab, sich auf einen Investor festzulegen, bloß weil der lange schon ortsansässig sei. Auch Helmut Wißner verkündete, »es gibt keinen Fraktionszwang«. Trotz des künftigen Baugebietes solle man die Innenstadtentwicklung nicht vernachlässigen und das Leerstandskataster aufstellen.

Franz und Lotz erhielt mit zwölf Stimmen den Zuschlag, IREPO bekam sechs Stimmen (eine Enthaltung). FOTO: VH

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