31 Bauplätze in Allendorf

  • vonVolker Heller
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Allendorf (vh). Im Baugebiet Auf der Hege II am nördlichen Ortsrand der Kernstadt warten 31 Bauplätze in einem reinen Wohngebiet auf ihre Vermarktung. Dem städtischen Bauausschuss stellte Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer den Vorentwurf des Bebauungsplans vor.

Die Bauplätze messen zwischen 516 und 850 Quadratmeter Flächengröße. Die verkehrsmäßige Erschließung erfolgt ausschließlich mittels einer Ringstraße, die jeweils auf den Hohlweg mündet. Der Plan sieht 22 Einfamilienhäuser und sechs Doppelhäuser vor. Gen Osten kommen drei Mehrfamilienhäuser hinzu.

Zwei Vollgeschosse werden die Regel sein. Deren Firsthöhe von höchstens 10,50 Meter wird im nördlichen Gebietsabschnitt um ein Staffelgeschoss und einem halben Meter mehr übertroffen.

Die heute an der nördlichen und südlichen Gebietsgrenze verlaufenden Wirtschaftswege bleiben für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Spaziergänger so erhalten. An der Nordgrenze soll eine Versickerungsmulde mit vorgelagertem Erdwall entstehen, um das Hangwasser abzufangen.

Zwei Obstbäume pro Grundstück

Die Grundstückseigentümer hier entlang werden verpflichtet, auf der Wallseite standortheimische Laubgehölze, Bäume und Sträucher anzupflanzen. Der Graben entlang dem Hohlweg wird nicht angetastet, lediglich dort verrohrt, wo die beiden Einmündungen darüber führen. Grundstücke bleiben auf fünf Meter Abstand.

Planer Wolf hat im Vorentwurf möglichst viele Anregungen der Fraktionen eingearbeitet, besonders den Klima- und Naturschutz berücksichtigt. Hierzu zählt auch die aufgelockerte Lage der Häuser. Nichts soll dicht gedrängt wirken.

Jeweils vier Meter beidseitig der 6,50 Meter breiten Ringstraße bleiben frei, dann erst darf ein Gebäude stehen. Rund 35 Prozent einer Bauplatzfläche dürfen überbaut werden, der übrige Teil sollte nicht versiegelt werden.

Zu befestigende Flächen, Stellplätze und Gehwege sind beispielsweise mit Schotterrasen, Kies, Rasengittersteinen insgesamt in wasserdurchlässiger Bauweise auszuführen. Grundstückseigentümer sollen standortgerechte einheimische Laubsträucher in die Erde bringen. Pro Grundstück sind ergänzend ein Baum oder zwei Obstbäume zu pflanzen.

Garagen soll man auf mindestens einer Seite mit rankenden, schlingenden oder kletternden Pflanzen begrünen. Für Carports gilt das nicht, weil Rankhilfen nur mit viel Improvisation zu installieren wären. Dächer von Garagen und Carports sind aber mit einem Flächenanteil von mindestens 60 Prozent zu begrünen.

Als Dachformen für die Häuser kommen in Frage: Zelt-, Sattel-, Walm-, Tonnen- und Pultdächer. Je nach ihrer Neigung sollen diese dauerhaft begrünt oder mit Solar- und Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Beides kann der Hauseigentümer auch kombinieren.

Selbst bei den Einfriedungen wird die Auflockerung fortgesetzt. Es besteht die Auswahl zwischen Laubhecken, Holzlatten oder Drahtgeflecht in Verbindung mit Laubstrauchhecken oder Kletterpflanzen. Mauern, Beton- und Mauersockel sind unzulässig, einzig Köcher- und Punktfundamente für Zaunelemente zugelassen.

Fibel für die Bauherren

Die Anlage einer mindestens sechs Kubikmeter fassenden Zisterne ist Pflicht. Manche dieser Vorgaben bedürfen zur rechtlichen Umsetzung eines Klimaschutz- und Energiekonzeptes der Stadt Allendorf/Lumda. Tanja Ohlwein, Geschäftsführerin des Unternehmens Franz und Lotz, die das Baugebiet vermarkten wird, kündigte an, eine Gestaltungsfibel als Handbuch für künftige Bauherren zu erstellen. Außerdem wolle man eine persönliche Beratung für nachhaltige und energieeffiziente Gestaltung anbieten. Möglicherweise übernimmt diesen Part der Fachmann Markus Ferber aus Treis.

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