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Vertragsunterschrift mit (v. l.) Bürgermeister Thomas Benz, Anton Hinze (Bauamt), Erste Stadträtin Petra Sommerlad, Michael Lotz (Co-Geschäftsführer Projektgesellschaft), Bauamtsleiter Dieter Hilbert und Co-Geschäftsführerin Tanja Ohlwein.

25 Millionen Euro für »Hege II«

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Allendorf (jwr). Nach etlichen Debatten im Parlament hat das Baugebiet »Auf der Hege II« im Norden der Allendorfer Kernstadt nun eine wichtige Hürde genommen: Im Rathaus haben Vertreter der Stadt und des Investors - eine Projektentwicklungsgesellschaft unter dem Dach der Allendorfer Franz & Lotz GmbH - am Freitag den städtebaulichen Vertrag unterzeichnet, der die weitere Erschließung regelt.

Aktuell geplant sind zwölf Doppelhaushälften, 22 Einfamilienhäuser und vier Mehrfamilienhäuser, auch mit Pers-pektiven für generationenübergreifendes Wohnen, auf einer Fläche von insgesamt rund 20 500 Quadratmetern.

Er freue sich, »dass dieser Tag endlich gekommen ist«, sagte Bürgermeister Thomas Benz - und ebenso darüber, dass sich die Stadtverordnetenversammlung bei der Entwicklung für ein heimisches Unternehmen entschieden habe. Auch ein weiterer Bewerber hatte seine Vorplanung im November 2020 dem Parlament vorgestellt. Als beauftragte Planer sind nun die Wettenberger Büros Fischer und Zick-Hessler eingebunden. In absehbarer Zeit werde jetzt »dringend benötigter Wohnraum« geschaffen, so Benz.

Rund 25 Millionen Euro werde man investieren, »die Stadt geht mit keinem Cent in Vorleistung«, sagte Michael Lotz, Co-Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft. Vereinbart sei indes die Zahlung eines Strukturbeitrags (rund 300 000 Euro) von der Gesellschaft an die Stadt, sobald das Projekt Rechtskraft erlangt. Noch aber ist einiges zu tun: »Zurzeit sind wir mitten im Planverfahren«, die erste Offenlage sei kürzlich abgeschlossen worden, äußerte sich Tanja Ohlwein, ebenfalls Co-Geschäftsführerin.

Nachfrage nach Bauland boomt

Die Nachfrage nach den Bauplätzen übersteige das Angebot erheblich, informierte Dieter Hilbert, der bis zum Ruhestand Ende des Jahres das Bauamt kommissarisch leitet: »Wir hatten 75 Bewerber in den letzten drei Jahren für gut 20 Bauplätze für Einfamilienhäuser.« Er habe für die Vergabe einen Kriterienkatalog erarbeitet, der auch »sozialen Komponenten« Rechnung trage.

Über ein Punktesystem positiv bewertet worden seien etwa junge Familien, Pflegebedürftige und Menschen ohne eigenes Wohneigentum. Auch ein Wohnsitz in Allendorf sei ein Kriterium, man habe das Gebiet aber auch für Bewerber aus anderen Kommunen geöffnet, so Hilbert. »So ist die Liste auf rund 50 zusammengeschmolzen«, einige Interessenten hätten von sich aus zurückgezogen. Seiner Auswertung habe der Magistrat kürzlich zugestimmt, so Hilbert. Diese Liste werde man nun der Gesellschaft übergeben.

Sofern der Bebauungsplan im Frühjahr Rechtskraft erlangt, sollen die Erschließungsarbeiten im Frühsommer beginnen, im Frühsommer 2023 dann die Hochbauarbeiten. Angedacht ist, wie Ohlwein erläuterte, auch eine »attraktive ökologische Wärmeversorgung« über ein Blockheizkraftwerk. In dieser Hinsicht gebe es hoffentlich bis Ende des Jahres Klarheit, aktuell führe man dazu Gespräche mit den Stadtwerken Gießen.

Die Grundstücksflächen liegen laut Lotz im Schnitt bei etwa 500 Quadratmetern, wobei im Vertrag ein Quadratmeterpreis von 189 Euro als Obergrenze festgelegt sei. Lotz: »Es handelt sich um eine maßvolle, moderate Verdichtung.« Geplant sei eine Erschließung über eine Ringstraße als Spielstraße. Unklar ist laut dem Investor unter anderem noch, wie und wo die Umnutzung der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche ausgeglichen wird. Größere Hürden, etwa durch schützenswerte Flora und Fauna, erwarte man aber nicht, »da gibt es keinen Ameisenbläuling oder ähnliches.«

Künftig, so Bauamtsleiter Hilbert, werde man sich bei der Baulandentwicklung »auf Lückenschlüsse konzentrieren«, auch in den Stadtteilen.

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