Alle Lehrerinnen am Start

  • vonChristina Jung
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Sechs Klassen zählt die Grundschule Annerod, knapp 100 Schüler werden dort unterrichtet. Wenn sie heute - die Erstklässler ab übermorgen - "auf der Platte" Schreiben, Lesen, Rechnen und andere Dinge lernen, liegt hinter ihren Lehrerinnen eine sehr vorbereitungsintensive Zeit. "Schon lange vor der Sommerpause haben wir uns mit dem Thema Schulstart beschäftigt, die letzten zwei Wochen mit Hochdruck an der Planung gearbeitet", sagt Schulleiterin Anette Glaum, die "heilfroh" darüber ist, dass ihr alle Kolleginnen zur Verfügung stehen.

"Wir haben einen hohen Anteil an Lehrerinnen, die zur Risikogruppe zählen, aber auf freiwilliger Basis kommen", berichtet sie. "Das rechne ich ihnen hoch an." Wäre dem nicht so gewesen, hätte Glaum in Zusammenarbeit mit dem Schulamt für Ersatz sorgen müssen, doch das ist derzeit alles andere als einfach. Im Gegenteil: "Es ist ein riesiges Problem", so die Rektorin.

Um so wichtiger sei es nicht nur für sie, sondern gerade auch für jene Kolleginnen, dass Schutz- und Hygienemaßnahmen in der Schule eingehalten würden.

Zweiter Lockdown wäre ein Problem

Dabei orientieren sich die Anneröder an den Vorgaben des Ministeriums :keine Körperkontakte, keine Durchmischung der Klassen, gründliches Händewaschen, intensives Lüften der Unterrichtsräume, Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern, wo immer es möglich ist und natürlich die erst wenige Tage vor Schulstart beschlossene Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts. Eine Entscheidung, die Glaum befürwortet und die sie mit Blick auf die Sicherheit von Schülern und Lehrern in ihrer Funktion als Rektorin ohnehin bereits für die Schule getroffen hatte.

Und was wäre im Fall eines zweiten Lockdowns? Sind die Anneröder für das digitale Lernen gerüstet? Für einen befristeten Zeitraum ja, sagt Glaum, aber für ein dauerhafte Beschulung zu Hause nicht. Ebenso wenig wie viele andere Schulen.

"Die Kinder sind zwar mit Endgeräten versorgt, aber die Technik hier vor Ort fehlt", sagt die Schulleiterin. Darüber hinaus sieht sie ein Homeschooling der Erstklässler kritisch. "Diese Kinder waren noch nie in der Schule, wo setzen wir da an", fragt sie sich. Für Glaum steht fest: "Ein zweiter Lockdown bringt uns alle an die Grenzen." ti

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