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Das neue Feuerwehrhaus verfügt über vier Stellplätze für Feuerwehrautos.

Für alle Einsätze gerüstet

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Langgöns (pad). Funktionell und schön - so lässt sich das neue Feuerwehrhaus in Niederkleen beschreiben. 1,45 Millionen Euro hat die Gemeinde Langgöns in den Neubau investiert, der vom Land Hessen gefördert wurde. Am heutigen Freitag ab 15.30 Uhr können sich alle Bürger selbst ein Bild vom neuen Feuerwehrhaus machen.

Die besonderen Details fallen vor allem dann auf, wenn man das Feuerwehrhaus bei einem Alarm betrachtet. Die Zufahrt zum Parkplatz und die Ausfahrt für die Feuerwehrautos sind getrennt - so kommen sich Freiwillige auf dem Weg zum Gerätehaus und die Löschfahrzeuge nicht in die Quere. Für die Autos der Ehrenamtlichen gibt es genügend Parkplätze. Durch den Seiteneingang eilen sie ins Gebäude.

Hier hängt im Flur ein großer roter Knopf. Der Erste im Gerätehaus drückt drauf - und sofort gehen die Lichter in der Fahrzeughalle und weiteren Räumen an, in denen nicht sowieso schon Sensoren das Licht automatisch anschalten.

Direkt auf der rechten Seite befinden sich die Umkleiden für die Feuerwehrfrauen, ein Stück den Flur hinunter sind die Umkleiden für die Feuerwehrmänner. Rund um die Spinde ist genügend Platz, um sich umzuziehen, ohne den Nachbarn zu behindern. Nun geht es schon in die Fahrzeughalle, wo die Einsatzfahrzeuge bereitstehen.

Für den Bau eines Feuerwehrhauses gibt es genaue gesetzliche Vorgaben, vor allem aus Gründen des Unfallschutzes und der Sicherheit der Einsatzkräfte. Der Boden in der Fahrzeughalle darf etwa auch bei Regen nicht rutschig werden. Daher wurden hier Fliesen der Klasse R 11 verwendet. Auch eine Absauganlage für die Abgase der Fahrzeuge ist vorgeschrieben - ebenso wie die Duschen. Denn wenn die Feuerwehrleute beispielsweise im Innenangriff einen Wohnungsbrand gelöscht haben, sind nicht nur Kleidung, sondern auch Haut und Haare mit giftigem und krebserregenden Rückständen des Brandrauchs in Kontakt gekommen. So etwas will niemand im eigenen Auto mit nach Hause nehmen. Dank der geräumigen Duschen kann sich direkt im Gerätehaus gereinigt und mit sauberen Wechselklamotten der Heimweg angetreten werden.

Die Fahrzeughalle hat insgesamt vier Stellplätze. Sie wurde aus Stahlbeton in Skelettbauweise errichtet. Die Sektionaltore lassen sich bei einem Stromausfall per Hand öffnen. Zudem soll das Gerätehaus noch mit einem Notstromaggregat ausgestattet werden.

Ein geräumiger Schulungsraum rundet das Gesamtbild ab, der dank einer mobilen Trennwand bei Bedarf auch um die Fläche des Jugendraumes erweitert werden kann. Insgesamt 600 Quadratmeter Nutzfläche - alles ebenerdig und ohne Stufen - sind so entstanden. Beheizt wird das Gebäude mit einer Gastherme. Der Wärmeschutz und die Beheizung des Gebäudes entspricht den Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2018. Auf dem Dach mit Südneigung kann später - bei Wunsch - auch eine Solaranlage montiert werden. Zudem wird das Regenwasser in einer Zisterne gesammelt und kann für Übungen verwendet werden.

Architekt Ulrich Homberger berichtet, dass der Bau sehr gut vorangekommen sei. Im Oktober 2018 wurde begonnen, ein Jahr später war alles fertig. "Während der Bauphase herrschte ein gutes miteinander der Handwerker", sagte er. Dank des Neubaus auf der "grünen Wiese" habe man eine einfache Konstruktionsform wählen können. "Da muss man nicht auf örtliche Gegebenheiten Rücksicht nehmen." Dies hat dazu geführt, dass mit überschaubaren Kosten ein funktionales Gebäude entstehen konnte. Homberger sagte: "Wichtig ist, dass die Feuerwehrleute zufrieden sind und es funktioniert."

In der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Niederkleen sind derzeit 36 Aktive. Neue Mitglieder - egal ob als aktive Feuerwehrleute oder im Förderverein - sind nicht nur zur Einweihung am Freitag willkommen.

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