Im Laufe des kommenden Jahres will der Kreis eine dauerhafte Lösung für die Kletterwand auf dem Hof der Großen-Busecker Goetheschule finden. Elternbeirat und Förderverein drängen darauf, dass es schon im Frühjahr klappt. FOTO: JWR
+
Im Laufe des kommenden Jahres will der Kreis eine dauerhafte Lösung für die Kletterwand auf dem Hof der Großen-Busecker Goetheschule finden. Elternbeirat und Förderverein drängen darauf, dass es schon im Frühjahr klappt. FOTO: JWR

Ärger um defekte Spielgeräte

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
    schließen

Drei Spielgeräte auf dem Hof der Busecker Goetheschule sind zum Zank- apfel zwischen Schulgemeinde und Landkreis geworden. Zwar wurde mittlerweile teils nachgebessert, doch es gibt nach wie vor Mängel. Elternbeirat und Förderverein machen Druck.

Spielgeräte werten einen Schulhof auf, bieten Kindern in Pausen Ausgleich vom Unterricht im Klassenraum. Das gilt auch für die Goetheschule in Großen-Buseck. Dort allerdings sorgt der Zustand von Geräten im Freien für Unmut in der Schulgemeinde: Elternbeirat und Förderverein üben deutliche Kritik am Landkreis als Schulträger, fühlen sich von diesem im Stich gelassen. "Wir hatten sehr viel Geduld", sagt Franziska Scheld, Vorsitzende des Vereins.

Es geht vor allem um drei Spielgeräte: Eine Kletterwand, einst zu einem Drittel vom Kreis finanziert, sowie ein Bodentrampolin und eine Nestschaukel an einem Gerüst. Bei Trampolin und Nestschaukel bereiteten fehlende Fallschutzplatten Sorgen, die die Geräte umranden und Stürze abfedern sollen. Daran hatten Unbekannte anscheinend Vandalismus geübt, einige Platten wurden herausgerissen und teils in den Bach nebenan geworfen. Inzwischen gibt es Ersatz, beide Geräte sind laut Scheld zurzeit grundsätzlich nutzbar. Scheld spricht aber von einer "vorübergehenden Lösung", zufriedenstellend sei das noch nicht.

Am gravierendsten ist das Problem aus Sicht von Elternbeirat und Förderverein bei der Kletterwand: Diese sei im Vorjahr repariert worden, allerdings ohne dauerhaften Erfolg. "Im November 2018 wurde die vom Landkreis beauftragte Inspektion und Instandsetzung des ›Boulderblocks‹ durch die Herstellerfirma durchgeführt. Hierbei wurden auch sämtliche Klettergriffe wieder richtig festgeschraubt", äußert sich die Kreis-Pressestelle auf Anfrage, und weiter: "Im Sommer 2019 wurde festgestellt, dass wieder einige Griffe lose sind und die Verschraubungen nicht mehr fest sitzen."

Ende November gab es einen "Runden Tisch", unter anderem mit der Schulleitung, Vertretern von Elternbeirat, Förderverein und Landkreis. Die Geräte waren dabei ein Thema. Ob und was dabei in dieser Hinsicht verabredet wurde, dazu äußert sich der Landkreis nicht. Von Verein und Elternbeirat heißt es, man habe das Gefühl gehabt, dass die eigenen Vorschläge nicht ernst genommen worden seien. Zudem habe es lange gedauert, bis ein Treffen mit Beteiligung des Landkreises überhaupt zustande kam. Schulleiterin Julia Schäfer will sich zum Thema Spielgeräte nicht konkret äußern. "Kinder brauchen am Morgen genügend Ausgleich", sagt sie und belässt es dabei.

"Wir würden uns auch bereiterklären, uns um die Instandhaltung zu kümmern", sagt Fördervereinsvorsitzende Scheld. "Aber das ist haftungsrechtlich problematisch. Wir sind auf den Kreis angewiesen." Beim Landkreis heißt es: "Von einer Instandhaltung in eigener Regie durch Elternbeirat und Förderverein ist aus versicherungstechnischer und haftungsrechtlicher Sicht abzuraten, diese Arbeiten sollten nur von Fachfirmen ausgeführt werden."

Wie geht es nun mit der Boulderwand und den losen Griffen weiter? Elternbeirat und Förderverein wollen Druck machen: "Wir hätten gerne, dass spätestens im Frühjahr die Spielgeräte dauerhaft instand gesetzt werden", sagt Scheld.

Für die Kletterwand habe der Landkreis in Aussicht gestellt, 2020 eine tragfähige Lösung zu finden, ergänzt Stefanie Fast, Vorsitzende des Elternbeirats. Sie habe allerdings "aus der Erfahrung der letzten anderthalb Jahre heraus" Zweifel, dass dies tatsächlich so umgesetzt werde.

Der Landkreis nennt auf Anfrage kein konkretes Datum, erläutert aber die weitere Planung für die zurzeit verwaist auf dem Schulhof stehende Kletterwand: "Es ist vorgesehen, vom Hersteller und weiteren Firmen Angebote für den kompletten Austausch der Holzverkleidung einzuholen, an welcher die Klettergriffe befestigt sind." Erst danach könne entschieden werden, "ob die Instandsetzung bezogen auf die Anschaffungskosten von rund 10 000 Euro wirtschaftlich ist oder ob gegebenenfalls ein neues Kletterspielgerät angeschafft wird". Die Reparatur oder Neuanschaffung sei für 2020 vorgesehen. Bleibt abzuwarten, ob das schon im Frühjahr klappt. Langfristig will der Landkreis offenbar auch darüber hinaus auf dem Schulhof tätig werden: "Es ist geplant, ein neues Dreierreck aufzustellen und auf lange Sicht in den nächsten Jahren die vorhandene Turmkombination aus Holz auszutauschen."

Als im vergangenen Sommer der Sportstätten-Entwicklungsplan für den Landkreis Gießen vorgelegt wurde, da hatte Schuldezernentin Schmahl angekündigt, auch den Pausenhöfen besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

"Wir hatten schon länger den Verdacht, dass unsere Pausenhöfe nicht so dolle sind", sagte Schmahl zu dem Befund, dass rund zwei Drittel der Schulhöfe als "nicht bewegungsfreundlich" eingestuft sind. Insbesondere an Grundschulen bedürfe es aber bewegungsfreundlicher Freiflächen.

Denn mit Ganztagsangeboten oder Betreuung bis in die Nachmittage hinein verbringen Kinder dort immer mehr Zeit. Die Schuldezernentin hatte seinerzeit Überlegungen angestellt, im Jahr 2020 einen Außenanlagen-Planer beim Kreis einzustellen, der auch Schulhöfe in den Blick nimmt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare