Abstandszahlung und Ablöse

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Gießen(pm). Bevor ein Vertrag unterzeichnet wird, sehen sich neue Mieter oft mit Forderungen konfrontiert. So verlangt der Vormieter unter Umständen eine sogenannte Abstandszahlung. Hinter diesem Begriff verbirgt sich in der Regel eine einmalige Zahlung, die ein Nachmieter dem Vormieter zahlt. Nur: Wofür sollen Wohnungssuchende diese Zahlung eigentlich leisten?

Der Grund für die Forderung liegt darin, dass der alte Mieter auszieht - und seinem Nachfolger somit den Wohnraum überlässt. Oft soll die Abstandszahlung den Vormieter dazu bewegen, früher aus der Wohnung auszuziehen. Aber ist das überhaupt zulässig?

Finanzielle Forderungen für das Freimachen der Wohnung waren früher gang und gäbe bei der Wohnungssuche. Mittlerweile hat sich das geändert. Der Grund: Die klassischen Abstandszahlungen sind unzulässig, wie der Mieterverein deutlich macht. "Der Vormieter kann demnach kein Geld vom Nachmieter verlangen, nur weil er termingerecht auszieht. Dementsprechend sollte man sich nicht auf eine derartige Forderung einlassen", sagt der Gießener Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers.

Doch es gibt auch Ausnahmen. Dass der Nachmieter die Umzugskosten für den Vormieter erstattet, ist nämlich nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz zulässig. Die angefallenen Kosten beim Umzug muss der Vormieter allerdings mit Belegen nachweisen. Zudem muss die Kostenübernahme vorab vereinbart worden sein.

Umzugskosten erstatten lassen

Tipp: "Am besten lässt man sich vor dem Auszug des aktuellen Mieters einen Kostenvoranschlag des Umzugsunternehmens zeigen. Vereinbaren Sie, dass Sie lediglich diesen Betrag zahlen."

Neben der Abstandszahlung ist bei einem Einzug in eine neue Immobilie auch immer wieder von der sogenannten Ablöse die Rede. Viele Wohnungssuchende sind nach wie vor der Meinung, dass die Bezeichnungen Abstand und Ablöse dasselbe bedeuten. Dabei bezeichnen die Begriffe ganz unterschiedliche Forderungen: Denn eine Ablöse zahlt der Nachmieter dem Vormieter für Dinge, die er nach dem Auszug in der Wohnung lässt - dazu gehören etwa Einbauten oder Möbel. "Derartige Ablöse-Vereinbarungen sind so lange zulässig, wie Preis und Gegenleistung nicht in einem auffälligen Missverhältnis stehen. Unzulässig sind Ablösevereinbarungen dann, wenn der Kaufpreis mehr als 50 Prozent über dem Wert des Kaufgegenstandes liegt."

Bei den Ablöseverhandlungen geht es nach den Erfahrungen des Mietervereins vor allem um den Zeitwert der Einrichtungsgegenstände. Der ist anhand des Neupreises, des Erhaltungszustandes und des Alters zu ermitteln. Faustregel: Im ersten Jahr ist die Wertminderung hoch, etwa 25 Prozent, in den Folgejahren liegt sie linear bei rund 4 Prozent. Bei Einbauküchen zum Beispiel ist zusätzlich auch auf den objektiven Wert der der Wohnung angepassten Küche zu achten.

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