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Mit Abstand und Vernunft

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Im Licher Hallenbad kann seit Dienstag wieder geschwommen werden. Mit Abstand und Vernunft klappt das ganz gut.

Schwimmen, so oft und so lange man möchte: Dieses Versprechen kann der Licher Hallenbadverein gegenüber seinen Mitgliedern momentan nicht einlösen. Einmal pro Woche eine Stunde: So lautet vorläufig die Richtschnur, denn mehr als 25 Personen dürfen nicht gleichzeitig ins Bad.

Beschwerden hat Detlef Clemens, der Vorsitzende des Hallenbadvereins, darüber noch nicht gehört. Im Gegenteil: "Das wird problemlos akzeptiert. Alle sind froh, dass es wieder losgeht."

Wie in so vielen anderen Einrichtungen musste auch das Bad an der Kirchhofgasse am 14. März schließen. Dass die Zwangspause am Dienstag nach dreieinhalb Monaten beendet werden konnte, ist den Mitgliedern zu verdanken, die ehrenamtlich die Eingangskontrolle übernehmen. "Wir haben von vornherein gesagt, dass wir nur öffnen können, wenn sich dafür genügend Leute finden", sagt Clemens.

Der Appell wurde ganz offensichtlich gehört. Für die kommenden zwei Wochen haben sich schon genug Leute gemeldet. Die Helfer achten nicht nur darauf, dass sich alle Besucher mit Namen und Kontaktdaten registrieren. Sie helfen bei Bedarf auch bei der Anmeldung, die momentan vor einem Schwimmbadbesuch obligatorisch ist.

Schwimmzeiten kann man über die Homepage buchen. Wer am Computer nicht so fit ist, kann aber auch bei den Helfern am Einlass anrufen und sich für den gewünschten Termin einschreiben lassen, sofern der noch frei ist. "Bislang haben wir noch keinen Stau", sagt Clemens.

Frühschwimmen, regulärer Betrieb, Reha-Schwimmen: Der Licher Hallenbadverein hat am ersten Öffnungstag gleich alles ausprobiert. Die anschließende Bilanz des Vorstands fiel positiv aus. "Es hat reibungslos geklappt", erzählt der Vorsitzende.

Um die Frühschwimmer, die das Bad ab 6.45 Uhr für zwei Stunden nutzen dürfen, muss sich der Verein nicht groß kümmern. "Das ist eine eingeschworene Gruppe, die organisiert sich selbst, auch die Einlasskontrolle." Mit den Reha-Gruppen des TV Lich, die das Bad für die Wassergymnastik nutzen, ist es ähnlich. Aber der reguläre Betrieb wurde in der viel zitierten "neuen Normalität" neu organisiert, damit sich Bahnenschwimmer, Senioren und Familien mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen so wenig wie möglich in die Quere kommen. "Wir mussten das ein bisschen entzerren", erklärt der Vorsitzende.

Das ist sowohl zeitlich wie räumlich zu verstehen. Fürs Bahnenschwimmen wurden Doppelbahnen markiert, auf denen die Schwimmer zügig im Kreis unterwegs sind. Für Senioren, die es lieber gemütlicher angehen lassen wollen, ist deshalb der Freitagnachmittag reserviert. Der komplette Sonntag ist Familien vorbehalten. Mit Seilen abgetrennte Felder sollen Durcheinander im Becken verhindern. Der Vorsitzende ist gespannt, wie das läuft. "Damit haben wir noch keine Erfahrungen."

Wegen des gechlorten Wassers gehen Experten davon aus, dass die Ansteckungsgefahr beim Schwimmen eher gering ist. Duschen und Umkleiden werden regelmäßig desinfiziert und stehen auch nur in eingeschränktem Umfang zur Verfügung, damit der Abstand gewahrt bleibt. Im Übrigen setzt der Vorstand auf die Eigenverantwortung der Leute. "Die Aufsicht kann nicht dauernd sagen: Du bist zu nah."

An der Beschränkung auf maximal 25 Besucher will der Vorstand vorläufig festhalten, auch wenn weitere Lockerungen möglich wären. "Wir wollen auf gar keinen Fall, dass etwas passiert und wir das Bad wieder schließen müssen", sagt Clemens. Kurzfristiges Nachjustieren sei aber denkbar. Sollte die Nachfrage nicht so groß sein, könne man den Mitgliedern auch zwei Termine pro Woche zur Verfügung stellen. "Das ist ein Lernprozess für uns alle." FOTO: US

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