ik_Senior2_030921_4c
+
Rückzug aus der Seniorenarbeit: Ernst Schmid (stehend) bei seiner Ansprache im Kleintierpark in Steinbach.

Abschied und Neubeginn

  • Gabriele Krämer
    VonGabriele Krämer
    schließen

Ein neues Kapitel in der Fernwälder Seniorenarbeit soll noch in diesem Herbst aufgeschlagen werden. Im Steinbacher Kleintierpark gab es am Donnerstag beim ersten großen Treffen der »Generation 65+« nach 17-monatiger Pause die erhoffte Weichenstellung.

Die Kuchenportionen fielen diesmal kleiner als gewohnt aus: Das lag ab er keineswegs am Budget, sondern war allein der Tatsache geschuldet, dass sich weit mehr als die erwarteten 40 Teilnehmer zu dieser Veranstaltung eingefunden hatten: Knapp 70 Gäste begrüßte Ernst Schmid namens des Steinbacher Seniorentreffs am Donnerstagnachmittag im Funktionsgebäude des Kleintierparks - eine nahezu rekordverdächtige Zahl.

Mit Spannung und Sorge zugleich hatte die »Generation 65+« der Begegnung entgegengesehen. Nun sollte sich entscheiden, ob Begegnungen dieser Art überhaupt eine Zukunft haben oder ob der erste Seniorentreff nach 17-monatiger »Corona-Pause« möglicherweise der letzte sein würde.

Schmid, der seinen gesundheitlich bedingten Rückzug aus dem Leitungsteam lange angekündigt hatte und nun in die Tat umsetzte, machte sich den formellen Abschied nicht leicht: »Wir hatten stets ein gutes Miteinander, alles war voller Herzlichkeit. Nun aber muss ich mein Leben neu ordnen. Darum liegt mir eine Lösung besonders am Herzen«, bekräftigte der 77-Jährige sichtlich bewegt. »Viele Handgriffe sind nötig, wenn es gut werden soll«, gab er aus 15 Jahre langer eigener positiver Erfahrung den künftigen »Machern« an der Spitze des Seniorentreffs mit auf den Weg.

Ein Happy End zeichnet sich ab, denn das Fernwälder Rathaus hat inzwischen »geliefert«, wie sich am Donnerstag herausstellte: Mitte September wird Laura Jäger, die neue Jugend- und Seniorenbeauftragte der Gemeinde Fernwald, ihren Dienst antreten und die Ehrenamtlichen in Seniorentreff und Seniorenbeirat begleiten. Zudem steht ihr in administrativen Fragen Meredith Wicklund zur Seite; die Koordinatorin für Gemeinwesenarbeit im Landkreis Gießen ist donnerstags in der Gemeindeverwaltung tätig und bietet dann auch Sprechstunden an.

Dank dieser Konstellation kann der Seniorenbeirat vorerst kommissarisch von Stefan Bechthold weitergeführt werden - und das bei Bedarf auch nach dessen Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters zum Jahresende. Am 4. Oktober sollen in einer Runde aus bereits Aktiven und neuen Interessenten mögliche weitere Schritte sondiert werden,

»Unglaubliches Engagement« bescheinigte Bechthold den Aktiven des Seniorentreffs und zollte ihnen ebenso wie sein designierter Amtsnachfolger Manuel Rosenke »ein Riesenlob«. Er sei »guter Dinge, dass es weitergeht mit dieser unglaublich erfolgreichen Arbeit«. Er jedenfalls werde sich »ganz intensiv bemühen«, versicherte der Bürgermeister.

Der 2. September

Als eine besondere Art der Wertschätzung war die Seniorenbegegnung bewusst für den Donnerstag, 2. September, terminiert - es war der 83. Geburtstag von Inge Krämer. Die Steinbacher Geschäftsfrau war für den Seniorentreff treibende Kraft und ruhender Pol - am 4. Januar ist sie unerwartet verstorben. Peter Krämer hatte im Andenken an seine Mutter die Inge-Krämer-Stiftung gegründet und erörterte nun den Senioren seine Beweggründe (die GAZ berichtete).

Er habe in den vergangenen Monaten viel Unterstützung aus der Steinbacher Bevölkerung erfahren. »Das reflektiert, wie hoch Inge angesehen war«, zeigte er sich berührt und unterstrich: »Nach dem Ausstieg aus dem Geschäftsleben war es für meine Mutter ein Glücksfall, dass es den Seniorentreff gab. Er hat ihr sehr viel bedeutet.«

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare