Abrechnung genau prüfen

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Gießen (pm). Mieter müssen einen stark überhöhten Wasserverbrauch im Abrechnungsjahr nicht zahlen. Der Vermieter darf die hieraus resultierenden hohen Wasserkosten nicht einfach als Betriebskosten nach der Wohnfläche auf alle Mieter des Hauses verteilen. Im Zweifel muss der Vermieter der Abrechnung den Wasserverbrauch des Vorjahres zugrunde legen, entschied das Amtsgericht Hannover (616 C 7749/15) in einem Urteil.

Nach Angaben des Gießener Mietervereins rechnete der Vermieter für das Jahr 2015 insgesamt Wasser- und Abwasserkosten in Höhe von 6258 Euro ab. 2014 lagen die Kosten bei 2289 Euro, 2013 bei 2764 Euro. Der Grund für die hohen Wasserkosten und den außergewöhnlichen Verbrauch war eine offensichtlich monatelang laufende Toilettenspülung in einer leer stehenden Wohnung des Hauses. "Die dadurch entstandenen Kosten kann der Vermieter aber nicht in voller Höhe auf die Mieter des Hauses über die Betriebskostenabrechnung umlegen", heißt es in der Mitteilung.

Grundsätzlich seien zwar die Gesamtkosten für Wasser und Abwasser auf die Gesamtheit der Mieter anteilig umlagefähig, wenn keine Wasseruhren für die einzelnen Wohnungen vorhanden sind. Das gilt nach Darstellung des Mietervereins aber nur dann, wenn das Wasser auch bestimmungsgemäß für den normalen Wohngebrauch verwendet wurde. Finde dagegen ein erhöhter Wasserverbrauch deshalb statt, weil ein Mangel am Mietobjekt vorliege und deshalb Wasser unkontrolliert verbraucht werde, oder lasse ein Mieter über einen längeren Zeitraum hinweg unkontrolliert Wasser aus einem Wasserhahn auslaufen, seien die entstandenen Mehrkosten nicht auf die Allgemeinheit der übrigen Mieter umlegbar.

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