Ab in den Stall

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Gießen (pm). Seit dem 21. Februar gilt im Landkreis eine Allgemeinverfügung, die die Einschleppung der Geflügelpest in Hausgeflügelbestände im verhindern soll. Demnach müssen alle, die Geflügel mit Auslaufmöglichkeit halten, ihre Tiere aufstallen, wenn sich auf den Auslaufflächen Staunässe gebildet hat und dadurch Wildvögel angezogen werden. Durch die stehenden Wasserflächen, die sich durch Schneeschmelze, Hochwasser oder Regen gebildet haben, werden häufig Wildvögel wie Enten, Gänse und Greifvögel angelockt, die die Geflügelpest in den Hausgeflügelbeständen einschleppen könnten.

Hans-Peter Stock, Veterinärdezernent des Kreises, appelliert an alle Geflügelhalter, sich an die nun geltenden Regeln zu halten und ihre Hühner, Fasane, Wachteln, Enten oder Gänse und anderes Federvieh aufzustallen, sofern sie andernfalls Kontakt zu Wildvögeln haben könnten. »Bitte schützen Sie Ihren Hausgeflügelbestand, indem Sie die Biosicherheitsmaßnahmen ernst nehmen und konsequent einhalten«, erklärte Stock.

Die nun geltende Allgemeinverfügung besagt: Geflügel, das in der Nähe von Staunässe, also etwa größeren Pfützen, gehalten wird, muss derzeit entweder in geschlossenen Ställen oder in einer überdachten Schutzvorrichtung, die ein Eindringen von Wildvögeln unmöglich macht, untergebracht werden.

Netze und Gitter dürfen zur Vermeidung des Kontaktes zu Wildvögeln nur genutzt werden, wenn sie als Abdeckung nach oben eine Maschenweite von nicht mehr als 2,5 Zentimetern aufweisen.

Die Aufstallungspflicht gilt auch, wenn sich Wasserflächen im Abstand von bis zu 500 Metern um die Außenställe oder Auslaufflächen herum gebildet haben und dadurch Wildvögel angezogen werden.

»Die Aufstallung von Geflügel und weitere Biosicherheitsmaßnahmen minimieren das Risiko eines direkten und indirekten Kontakts mit infizierten Wildvögeln«, erläuterte Stefanie Graff, Amtstierärztin im Fachdienst Veterinärwesen beim Landkreis.

Schubkarren und Co. desinfizieren

Daneben müssten auch indirekte Eintragswege von Geflügelpesterregern als potenzielle Gefahr wahrgenommen werden. Dazu zählt laut Experten kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu. Auch Gegenstände, die von außen in den Stall gebracht werden, sollten zuvor gereinigt und desinfiziert werden, um das Geflügel zu schützen. Dies gelte für Schubkarren und Fahrzeuge ebenso wie für die Schuhe all derer, die den Stall betreten.

Geflügelhalter sind zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit gesetzlich verpflichtet. Die nun beschlossene Allgemeinverfügung zur Staunässe verschärft die allgemeingültigen Regeln aus gegebenem Anlass.

Die gesamte Allgemeinverfügung steht zum Nachlesen auf der Homepage des Landkreises unter dem Reiter »Gesundheit« und dem Unterpunkt »Bekämpfung von Tierseuchen«.

Die Veterinäre des Landkreises bitten darum, auffälliges Verhalten und Totfunde bei Wildvögeln zu melden. Dies betrifft sowohl Wasservögel als auch Greifvögel. Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist zu erreichen unter Telefon: 06 41/93 90-62 00 oder per E-Mail: poststelle.avv@lkgi.de

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