Die A5 ist zwischen Atzenhain und Alsfeld nur vierspurig, zwischen Atzenhain und dem Reiskirchener Dreieck fünfspurig. Bei steigendem Verkehrsaufkommen drohen mehr Staus. 
+
Die A5 ist zwischen Atzenhain und Alsfeld nur vierspurig, zwischen Atzenhain und dem Reiskirchener Dreieck fünfspurig. Bei steigendem Verkehrsaufkommen drohen mehr Staus.

Autobahn 5

A5: Droht ein Nadelöhr in Mittelhessen?

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Die Autobahn 5 wird viel benutzt: Für Güterverkehr und Pendler, Urlauber und Geschäftsreisende ist sie eine wichtige Verbindung zwischen Nordhessen, Thüringen und Rhein-Main. Bereits jetzt kommt es immer wieder zu Staus, wenn der Verkehr zu dicht wird. Nach der Fertigstellung der A49 dürfte sich dieses Problem weiter verschärfen. Dennoch wird der Ausbau bislang nicht vorangetrieben.

Grünberg/Homberg - Der Bau der A49 begann 1967. Eigentlich sollte sie einmal von Kassel über Marburg, Gießen, Langgöns und Butzbach bis nach Preungesheim und Darmstadt führen. Diese Pläne sind schon lange verworfen. Seit 1994 endet die A49 nahe Schwalmstadt auf einem Kartoffelacker. Bis zum Jahr 2024 soll sie nun fertig gebaut werden, nahe Homberg/Ohm auf die A5 treffen. Dieser Lückenschluss sowie die allgemein steigenden Verkehrszahlen haben Auswirkungen auf die A5: Es drohen mehr Staus.

Laut einer Studie, die sich im Bundesverkehrswegeplan 2030 findet, wird mit einen Anstieg der Verkehrsbelastung zwischen dem Ohmtal- und dem Reiskirchener Dreieck gerechnet. Derzeit sind in diesem Bereich täglich 62 000 Fahrzeuge unterwegs, zwischen Grünberg und Reiskirchen wurden bei einer Stichprobe 66 500 gezählt.

A5: Deutlich mehr Fahrzeuge in Mittelhessen erwartet

Für das Jahr 2025 wird prognostiziert, dass pro Tag rund 85 000 Fahrzeuge, davon 26 Prozent Lkw, diesen Abschnitt benutzen werden. Da die A5 in diesem Bereich zwischen Reiskirchen und Atzenhain nur fünf-, danach Richtung Norden sogar nur vierspurig ist, dürfte sie sich zu einem Nadelör entwickeln. "Die Kapazität des vierstreifigen Querschnitts ist schon heute überschritten", heißt es in dem Papier. Hierin wird zudem die Sicht des Landes Hessen zitiert, dass "die Verkehrssicherheit stark eingeschränkt ist" und es immer wieder zu Verkehrsstörungen komme.

Die Störungen - auch Staus genannt - kennt die Polizei sehr gut. "Dieser Abschnitt ist auffällig bei Verkehrsstaus", teilte die Pressestelle mit. Auch die Unfallzahlen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Waren es 2016 noch 362, zählte die Polizei 2017 bereits 380 Unfälle und 2018 sogar 462. Die Zahl der Auffahrunfälle stieg dabei von 101 auf 115 nur moderat an.

A5: Durchgehend sechsstreifiger Ausbau zwischen Ohmtaldreieck und Reiskirchener Dreieck

Bei der DEGES, der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH, schätzt man die Verkehrsprognosen zwar als realistisch ein, kommt aber zu einem anderen Schluss: "Der Bereich bis zum Autobahndreieck Reiskirchen wird stärker belastet werden, Leistungsfähigkeitsdefizite werden aber nicht erwartet." Dennoch ist die A5 zwischen Ohmtaldreieck und Reiskirchener Dreieck in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden, sie soll durchgehend sechsstreifig ausgebaut werden.

Jedoch teilte Hessen Mobil auf Nachfrage mit, dass der A5-Ausbau nicht auf der vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vorgestellten Liste für vordringlichen Bedarf stehe. "Die Planung wird deswegen vom Land Hessen derzeit nicht weiterverfolgt."

Fest steht: Vor 2021 wird sich in Sachen Ausbau der A5 nichts tun. Ab da lägen die Zuständigkeiten dann "bei der neu gegründeten Autobahn GmbH des Bundes, sodass erst nach Aufnahme ihrer Amtsgeschäfte eine Entscheidungsfindung zu erwarten ist".

A5: Auch Strecke zwischen Gambacher Kreuz und Reiskirchener Dreieck im Blick

Die Kosten wurden - Stand 2014 - auf 316,9 Millionen Euro geschätzt. Das klingt nach einer Menge Geld. Die Studie stellt jedoch auch die Vorteile gegenüber: Zusammengerechnet würde die Reisezeit pro Jahr um 2,85 Millionen Stunden sinken - rund 325 Jahre. Auch Energie und Abgase würden deutlich eingespart, sodass man von einem Gesamtnutzen des Ausbaus von rund 727 Millionen Euro ausgeht.

Nicht nur zwischen dem Dreieck Ohmtal und dem Reiskirchener Dreieck, sondern auch weiter in Richtung Süden sind an der A5 Veränderungen geplant. So ist der Ausbau zwischen Gambacher Kreuz und Reiskirchener Dreieck im "weiteren Bedarf" vorgesehen, zwischen der Anschlussstelle Friedberg und dem Gambacher Kreuz wird über eine Freigabe des Seitenstreifens in Stoßzeiten nachgedacht. Doch auch für diese beiden Maßnahmen gibt es bislang kein Datum, wann sie angegangen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare