91,9 Prozent für Helge Braun

  • Rüdiger Soßdorf
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Helge Braun bleibt CDU-Vorsitzender im Kreis Gießen. Er wurde am Freitag eindrucksvoll bestätigt. Die Christdemokraten blicken bereits nach vorn auf das Wahljahr 2021. Und erteilen jeglichem Miteinander mit der AfD eine Absage.

Helge Braun führt für weitere zwei Jahre den CDU-Kreisverband Gießen. Der Kanzleramtsminister erhielt bei der Vorstandswahl in der Mitgliederversammlung am Freitag im Busecker Kulturzentrum 91,9 Prozent der Stimmen.

Der 47jährige Mediziner aus Gießen forderte die Parteifreunde gut ein Jahr vor der Kommunalwahl und vor der Bundestagswahl auf, "kampagnefähig" zu werden und künftig verstärkt soziale Medien zu nutzen, auch um sich politisch zu artikulieren: "Für ein gutes Ergebnis ist es unabdingbare Voraussetzung, in die sozialen Netzwerke zu gehen". Vor diesem Hintergrund hat der Kreisverband jetzt seinen Vorstand breiter aufgestellt: Die Zahl der Beisitzer wird von zehn auf zwölf erhöht, um so junge Leute einzubinden, die bei der von Braun definierten "zentralen politsichen Kommunikationsaufgabe" helfen Ziel ist, Wähler und vor allem Mitglieder zu binden und neue zu gewinnen.

Denn der Kreisverband ist derzeit am Schrumpfen: Zählte die Union in Landkreis und Stadt Gießen im Jahr 2016 immerhin 1660 und zwei Jahre später 1495 Mitglieder, so sind es aktuell noch 1414. Da wird versucht, gegenzusteuern. So gibt es seit zwei Jahren in jedem Gemeinde- oder Stadtverband Mitgliederbeauftragte, auf Kreisverbandsebene ist dies Felicitas Beuschel (Gießen).

Braun appellierte auf dem Parteitag an die Christdemokraten, inhaltlich eine klare Linie beizubehalten und bei aller Veränderung in der Gesellschaft, die man mitgehe, und mitgestalte,. einen klaren Kompass zu haben. Ein Gedanke, denn auch der Ehrenvorsitzende und Ministerpräsident Volker Bouffier aufgriff: "Die Menschen brauchen Orientierung. Und wir müssen Antworten geben auf die Frage: "Für was steht die CDU?

Für die Union als Partei der Mitte heißt das laut Braun: "Keine Zusammenarbeit mit der AfD, keine Zusammenarbeit mit der Linken". "Rechts von der CDU kann es keine demokratische Partei geben, deshalb werden wir auch mit keiner Partei rechts von der CDU zusammenarbeiten", erteilte er mit Blick auf die Wirrungen in Thüringen der AfD eine klare Absage. Denn, so räumt er ein: "Thüringen hat die Glaubwürdigkeit auch der CDU erschüttert". Es werde von der Kreisebene bis hin zum letzte Ortsbeirat keine gemeinsame Sache mit der AfD geben, sagte Braun unter dem Applaus der Mitglieder. Volker Bouffier, zugleich stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU, sprach von einer "völlig verfahrenen Situation" in Thüringen und plädierte einmal mehr für Neuwahlen.

Mit Blick auf den Kreis Gießen beklagte Braun, dass das große Gestaltungsthema fehle. Es gebe keine klaren Antworten zu den großen Themen. Beispielhaft verwies er auf die Lumdatalbahn. Da gebe es ständig neue Gutachten, aber kein klares Ja oder Nein Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Claus Spandau, sprach von zu langsamer Umsetzung von Vorhaben und beklagte eine zu große Belastung der Kommunen mit einer nach seinem Dafürhalten zu hohen Kreisumlage.

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