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Heinz-Jürgen Schmoll (l.) und sein Nachfolger Jürgen Reibert.

50 Jahre Leben für den Wald

  • VonConstantin Hoppe
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Seit 50 Jahren befindet sich Heinz-Jürgen Schmoll bereits im Dienst der hessischen Forstämter - ein ganz besonderes Jubiläum, das am Freitag im Forstamt Wettenberg gefeiert werden konnte.

Wie es genau zu seiner Berufswahl kam, weiß Heinz-Jürgen Schmoll selbst nicht mehr so genau. Aber vermutlich wurde der Grundstein dazu bereits in frühen Jahren gelegt: »Es waren vermutlich die Spaziergänge mit meinem Vater durch den Wald, die mich so stark beeinflusst haben. So kam ich auch zur Vogelkunde«, erzählt der 1955 in Kassel geborene Schmoll.

Nach seinem Realschulabschluss an der Gerhard-Hauptmann-Schule in Kassel startete er 1971 mit seiner Ausbildung im Forstamt Meißner. Hier schrieb sein damaliger Vorgesetzter über seinen Auszubildenden: »... er erschien mit kräftigem Schuhwerk und für die praktische Arbeit im Wald geeigneten Anzug...!« Daneben wurden ihm allerdings keine Berufskenntnisse bescheinigt - ein Umstand, der Schmoll jedoch nicht von seinem Berufswunsch abbrachte: Die fehlenden Kenntnisse holte er schnell auf, und am 26. November 1976 bestand er seine Abschlussprüfung. Es folgten zahlreiche Versetzungen und Abordnungen, beispielsweise in die Forstämter Wolfhagen, Reinhardshagen und Naumburg. 1984 übernahm er stellvertretend die Leitung des Revier Breuna im Forstamt Hofgeismar. Nach einem Kurzeinsatz im Forstamt Schotten bewarb sich Schmoll dann 2015 auf eine Stelle im Forstamt Wettenberg als Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit, die er noch im gleichen Jahr antreten konnte. Und einige Dinge waren ihm in seiner Laufbahn immer wichtig: »Die Arbeit in den Naturparks und das Zusammenspiel zwischen Menschen und Wald habe ich immer geliebt.« Auch die naturnahe Gestaltung der Waldflächen und der Erhalt alter Bäume - der sogenannten Methusalems unter den Bäumen - waren ihm immer wichtig. Zudem arbeitete er auch am Konzept zur Waldbrandbekämpfung in Hessen mit, um so das gemeinsame Arbeiten von Feuerwehr und Forstämtern zu erleichtern. »Ich habe alle meine selbstgesetzten beruflichen Zielpunkte erreicht«, resümiert er unter seinem Lebenslauf. Auch die geordnete Übergabe an seinen Nachfolger gehört dazu: Denn eigentlich wäre sein Renteneintritt bereits im vergangenen Februar erfolgt. »Aber so mittendrin aufzuhören, hat für mich keinen Sinn gemacht - also habe ich einen Antrag auf Verlängerung meines Dienstes gestellt«, berichtet Schmoll. Deshalb füllt er seinen Posten noch bis zum 1. Januar 2022 aus und konnte so auch noch sein 50. Dienstjubiläum feiern. Dazu gratulierten Schmoll nicht nur Forstamtsleiter Ralf Jäkel, sondern auch HessenForst-Regionalleiter Harald Dersch.

Arbeit hat sich stark gewandelt

In diesen 50 Jahren hat sich die Arbeit der Forstämter stark verändert: Von der Umstellung der Verwaltung auf Fax und später Computer, bis hin zur Vergrößerung der Reviere und weniger werdenden Forstarbeitern kann Schmoll ebenso berichten, wie von den großen Veränderungen im Wald selbst: Als er vor 50 Jahren mit seiner Arbeit begann, waren die Folgen des zweiten Weltkriegs noch deutlich zu spüren. Es wurden viele Fichten angebaut, um den Bedarf an Baumaterial zu erfüllen. Ende der 1970er und in den 1980er Jahre folgte das Waldsterben 1.0, wie man es heute nennt. Gleichzeitig begann hier auch der Wandel zu Wäldern als Erholungsorte.

Heute stehen die Folgen des Klimawandels an, und oft wird vom Waldsterben 2.0 gesprochen - auch wenn der für die Forstämter alles andere als überraschend kommt: »Wir sehen schon seit 30 Jahren die ersten Zeichen des Klimawandels im Wald«, sagt Ralf Jäkel. Die Arbeit im Wald ist ein permanenter Wandel der Anforderungen: »Es war eine abwechslungsreiche und schöne Arbeit - ich habe meine Berufswahl nie bereut«, resümiert Schmoll abschließend.

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