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Wo einst der Staufenberger Rewe-Markt stand, sollen in drei Jahren Kinder unterrichtet werden.

Bis 2022 soll hier die neue Grundschule stehen

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Die Planungen zum Bau der neuen Grundschule für Kinder aus Mainzlar, Daubringen und Staufenberg gehen voran - allerdings wird punktuell nachjustiert. Der Kreistag hat am Montag sein Okay gegeben, damit die Schule bis Sommer 2022 steht. Doch es gibt auch Kritiker: Der Bau sei architektonisch zu aufwendig und zu teuer, sagen sie.

Der geplante Schulneubau in Staufenberg hat am Montag im Kreistag in Hungen erneut für reichlich Diskussionen gesorgt. Nach gründlicher Debatte wurde jedoch die Projektfreigabe erteilt. Die Kritiker bemängelten vor allem die aufwendig gestaltete Dachlandschaft, die hohen Kosten, die fehlende Berücksichtigung von Brauchwassernutzung und Fotovoltaik auf dem Dach.

Nachdem CDU und FDP schon vor ein paar Tagen im Schulausschuss gründlich nachgehakt hatten und auch aus den Reihen von SPD und Freien Wählern kritisch nachgefasst wurde, hat Bau- und Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) nun etwas nachgesteuert.

So wird die vom Architekten unter der Fassade geplante Dach-Entwässerung nun doch nach außen gelegt, um das Risiko von Feuchteschäden bei Lecks zu verringern. Das hat Schmahl im Kreistag versichert. Ansonsten soll auf Grundlage des bei einem Architektenwettbewerb ausgewählten Entwurfs weiter geplant werden, um möglichst bis Sommer 2022 eine neue Grundschule für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen zu haben. Gebaut wird auf einem Grundstück nördlich der Stadtverwaltung - da, wo bis vor wenigen Jahren ein Rewe-Markt stand.

CDU und FDP erneuerten in der Sitzung des Kreistags am Montag in Hungen ihre Kritik: Baulich zu aufwendig mit dem Zeltdach und sieben Treppen in dem Gebäude mit drei Trakten. Und vor allem zu teuer. Knapp 15 Millionen sind derzeit veranschlagt - doch dabei bleibe es wohl kaum, befürchtet Wolfgang Greilich von der FDP. Der Liberale warnte vor einer "zweiten Willy-Brandt-Schule" und sieht vor dem geistigen Auge die Kosten schon auf 18 bis 20 Millionen Euro steigen. Zur Erinnerung: Bei der Kreisberufsschule haben sich die Kosten fast verdoppelt.

Schon in der Sitzung des Schulausschusses vor acht Tagen hatte die Opposition eine Reihe von Fragen zur künftigen Staufenberger Schule vorgelegt, die von Schmahl umgehend beantwortet wurden - doch das reichte CDU und FDP offenkundig nicht. Lucas Schmitz (CDU) sprach von einem "verzweifelten Versuch, dieses Projekt irgendwie schönzureden", nachdem Susanne Gerschlauer (Grüne) die von der SPD-geführten Koalition favorisierten Pläne nochmals verteidigt hatte. Sie hatte von einem "architektonischen Meilenstein im Schulbau des Kreises" gesprochen und darauf verwiesen, dass die Kosten über den Haushalt abgesichert sind.

Was der CDU die Zustimmung schwer machte: Der Architekt hatte zwar zugesagt, hinsichtlich der Entwässerung sowie der Dachflächenfenster Nachbesserungen zu liefern und auch Brauchwassernutzung und Fotovoltaik auf dem Dach einzupreisen, doch geliefert ist das noch nicht. So lange dies nicht auf dem Tisch liege und mit Kosten hinterlegt sei, könne man das Vorhaben nicht mittragen, hieß es aus der Union. Bauingenieur Martin Hanika (CDU) riet dazu, Korrekturen verbindlich vorzusehen und wollte dies auch beschlossen haben. Doch dafür fand sich in der Abstimmung erwartungsgemäß keine Mehrheit. Die Koalition stellte sich hinter den Entwurf und ihre Dezernentin.

"Das, was hier mit dem Geld der Bürger passiert", ist unverantwortlich, ereiferte sich auch FDP-Mann Greilich und wiederholte den Vergleich mit der Limesschule in Pohlheim. Dort entstehen 13 Klassenräume in einem Neubau, der aber nur knapp 10,5 Millionen Euro kosten soll: "Es geht also auch günstiger", sagte Greilich.

"Nicht vergleichbar", konterte SPD-Baufachfrau Elke Högy. Sie verwies darauf, dass es sich bei der Limesschule in Pohlheim um einen Ersatzbau auf bestehendem Areal handelt, der in vorhandene Strukturen eingefügt wird, während in Staufenberg ein kompletter Neubau entsteht - noch dazu auf einem ob seines Zuschnitts nicht einfachen Grundstück.

Zudem sollen in Staufenberg drei Grundschulen mit ganz unterschiedlichen Konzepten zusammengeführt werden - auch das schlage sich in der Architektur und der Raumkonzeption nieder, sagte Schmahl. Was sie vom Verfahren her erbost: Seit Juni 2018 liegt der Entwurf vor. "Es war alle Zeit der Welt zu diskutieren - warum dann erst jetzt?"

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