139 mehr Bauarbeiter

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Gießen (pm). Die Baubranche im Landkreis Gießen hat sich im Pandemie-Jahr 2020 erfolgreicher als andere Branchen gegen die Krise gestemmt: Die Zahl der Baubeschäftigten lag am Jahresende bei 4986. Damit gab es im ersten Corona-Krisen-Jahr im Landkreis Gießen 139 Bauarbeiter mehr - ein Plus von 2,9 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer Analyse der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zur Beschäftigung in der Corona-Zeit. »Der Bau hat in der Pandemie für Stabilität gesorgt. Er hat der Krise die Stirn geboten wie kaum eine andere Branche. Vom Wohnungs- bis zum Straßenbau hat der Bau eine gute Job-Perspektive geboten«, sagt Doris Hammes. Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen sieht die Bauwirtschaft als »Motor in der Krise«.

Der Bau im Landkreis Gießen habe sich besser entwickelt als die übrigen Wirtschaftszweige: Ohne den Bau gerechnet stieg dort die Zahl der regulär Beschäftigten bis Ende 2020 auf 98 213. Gegenüber dem Vorjahr - und damit der Zeit vor Corona - ist dies zwar immerhin noch ein Zuwachs um 2064 Beschäftigte und damit ein Plus von 2,1 Prozent. Prozentual betrachtet liegt das Plus damit aber unter dem der Baubranche.

Große Herausforderungen

»Die Bauwirtschaft spielt im Landkreis Gießen eine wichtige Rolle. Und das wird sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern: Der Bau braucht künftig wieder mehr Leute. Vor allem Fachkräfte«, sagt der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

Bauindustrie und Bauhandwerk müssten sich hier »ins Zeug legen« und für Nachwuchs sorgen. Der Bau habe eine Mammutaufgabe vor sich: »Allein beim Wohnungsbau schiebt die Branche einen enormen Berg von genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen vor sich her. Über 780 000 Wohnungen - so groß ist der aktuelle Bauüberhang. Allein in Hessen stehen rund 64 500 Wohnungen auf der ›Bau-Warteliste‹«, sagt Feiger. Zudem müsse sich die Branche auf ein »starkes Jahrzehnt der Sanierungen« einstellen.

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