1000 Laptops und Tablets sind bestellt

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Gegen den Vorwurf der CDU, der Landkreis habe wichtige Schritte bei der Digitalisierung versäumt, hat sich Dr. Christiane Schmahl, Schuldezernentin des Landkreises Gießen, in einer Pressemitteilung zur Wehr gesetzt. "Die Behauptungen der CDU zur Digitalisierung der Schulen im Landkreis sind von hinten bis vorn einfach falsch", sagte Schmahl.

So schreibe die CDU, dass sich der Landkreis nicht um Schüler kümmere, die keine Rechner, Laptops oder Tablets haben und deswegen zu Hause dem Unterricht nicht folgen können. Das stimme nicht, erklärte Schmahl. Bereits als klar war, dass die Schulen nach Ostern nicht wieder öffnen würden, habe Schmahl bei mehreren weiterführenden Schulen nachgefragt, wie viele Kinder digital gar nicht oder nur über ein Handy zu erreichen sind, sagte Schmahl. Das Ergebnis besagte, dass bis zu 20 Prozent der Jugendlichen an den weiterführenden Schulen betroffen seien. "Daraufhin haben wir beschlossen, 1000 digitale Endgeräte für den Verleih zu erwerben, einige Zeit bevor Herr Lipp seinen Antrag gestellt hat"

Die CDU-Mann hatte in einer Pressemitteilung angekündigt, dass seine Fraktion in der anstehenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen Dringlichkeitsantrag stellen werde. Der Kreisausschuss soll demnach ermitteln, ob und in welchem Umfang Bedarf an digitalen Endgeräten für den häuslichen Fernunterricht besteht, fordert die CDU.

"Nächste Woche kommen 500 iPads mit Tastatur und Stift und 250 Laptops, in der Woche darauf werden sie konfiguriert und ausgeliefert", konterte nun Schmahl. Weitere 250 Laptops würden folgen. Seit einer Woche laufe die Abfrage bei allen Schulen, wie viele Geräte sie genau benötigen, um digitales "Homeschooling" für alle zu ermöglichen.

Es gehe also voran im Kreisgebiet, so Schmahls Fazit. Anders sieht sie die Gemengelage auf höherer Ebene: Die 500 Millionen Euro für die digitalen Endgeräte, die der Bundestag zur Verfügung gestellt hat, seien erst mehrfach von der Bundesregierung bejubelt worden und in der vergangenen Woche noch einmal vom Land. "Wann und wie viel wir davon bekommen, wissen wir allerdings bis heute nicht", sagte Schmahl. Wenn man auf die Ausführungskriterien warten würde, um Geräte zu bestellen, "dann wäre bei der jetzigen Marktlage im Herbst damit zu rechnen, dass wir etwas an die Kinder weitergeben können. Deswegen haben wir eigenmächtig und frühzeitig gehandelt."

Komplettlösung für alle Grundschulen

Zudem habe der Landkreis, so Schmahl, allen 39 Grundschulen ab Ende April den Zugriff auf die pädagogische Komplettlösung "I-Serv" ermöglicht. Die weiterführenden Schulen wurden bereits damit ausgestattet, wie es der Kreis in seinem 2018 verabschiedeten Digitalplan beschlossen hat. Kurz vor Beginn der Corona-Krise hat die letzte Gesamtschule dieses System erhalten. Damit sei es möglich, dass jedes Mitglied der Schulgemeinden mit jedem kommunizieren könne. "Insgesamt ermöglicht das System unseren Schulen etwas, wovon die meisten Schulen in Hessen noch träumen, nämlich ihre eigene digitale Lernplattform für das ›Homeschooling‹ zu nutzen", sagte Schmahl.

Auch den Vorwurf, der Landkreis habe bisher keine Mittel aus dem Digitalpakt abgerufen, findet die Schuldezernentin absurd. Der Landkreis setze seit November 2018 den Digitalplan für die Schulen konsequent um, so Schmahl. Finanzmittel wurden in die Haushalte 2019 und 2020 in der entsprechenden Höhe eingestellt.

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