Im „Tatort: Schoggiläbe“ am Tatort: Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, re.) und ihre Kollegin Tessa Ott (Carol Schuler).
+
„Tatort: Schoggiläbe“: Kommissarin Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher, re.) und ihre Kollegin Tessa Ott (Carol Schuler).

Ab 20.15 Uhr im Ersten

„Tatort: Schoggiläbe“: Handlung, Darsteller, Drehorte und Kritiken des TV-Krimis

Das Erste zeigt am heutigen Sonntag (28.02.2021) ab 20.15 Uhr mit „Schoggiläbe“ den zweiten Zürich-„Tatort“. Es geht um die Ermordung eines Schokoladenfabrikanten.

  • Im Ersten läuft am heutigen Sonntag (28.02.2021) zur besten Sendezeit eine neue „Tatort“-Folge.
  • Das neue Ermittler-Duo Grandjean/Ott gerät in „Schoggiläbe“ in tödliche Gefahr.
  • Wir geben einen Überblick zu Handlung, Darstellern, Drehorten und Kritiken des Krimis in der ARD.

Zürich – Kommt mit dem neuen Zürich-„Tatort“ die Zufriedenheit zurück? Die beiden jüngsten Fälle der Kult-Reihe, die in Dortmund und Ludwigshafen spielten, sicherten dem Ersten zwar starke Einschaltquoten, holten sich aber auch durchwachsene Kritiken und höchst geteiltes Fan-Feedback ab. Mit „Schoggiläbe“ will die ARD dem Publikum nun wieder 90 Minuten spannende Unterhaltung bieten – und geht dafür mit dem noch jungen Schweizer Team an den Start. Es ist der erst zweite Fall für Isabelle Grandjean und Tessa Ott. Was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer?

„Tatort: Schoggiläbe“ (ARD): Die Handlung des neuen Zürich-Krimis

Wer den Titel der neuen „Tatort“-Episode entschlüsseln kann, der kommt auch deren Erzählung recht schnell auf die Schliche. „Schoggiläbe“ heißt auf Hochdeutsch nämlich „Schokoladenleben“ und bedeutet sinngemäß in etwa: Auf der Sonnenseite des Lebens. Hinter der Namensgebung steckt aber noch eine zweite Bedeutung, denn für das Mordopfer endet gleich zu Beginn wortwörtlich ein „Schoggiläbe“ – denn der Unternehmer, der tot in seiner Villa in Zürich gefunden wird, ist Schokoladenfabrikant Hans-Konrad Chevalier.

Die Kommissarinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott finden heraus: Der Firmenchef war depressiv und suizidal. Er hatte im Geheimen ein Verhältnis mit einem Stricher. Seine Homosexualität wurde von der eigenen Familie nie akzeptiert Die Firma „Chocolat Chevalier“ schreibt rote Zahlen. Es tobt ein Machtkampf um die Unternehmensspitze, mit der Tochter und der Mutter des Ermordeten in den Hauptrollen. Und dann ist da noch die Haushälterin Esmeralda Rivera, die mit ihrem Kind untergetaucht ist. Die illegale Einwanderin muss Zeugin des Verbrechens gewesen sein. Viele Spuren also und viele mögliche Motive, die es aufzuklären gilt.

Als wäre dieser Wust an Handlungssträngen in „Schoggiläbe“ noch nicht genug, kracht es auch zwischen den Ermittlern ordentlich. Grandjean fühlt sich sichtlich unwohl in der Züricher Schickeria, Kollegin Ott kommt hingegen aus besserem Haus und kennt die Familie des Schokoladen-Moguls sogar persönlich. Es schleicht sich Misstrauen in die Beziehung der beiden, das sich zu entladen droht, als Ott Auge in Auge mit einem Tatverdächtigen ein schwerer Fehler unterläuft.

„Tatort: Schoggiläbe“ (ARD): Produktion und Drehorte des Zürich-Krimis

„Schoggiläbe“ wurde zwischen November 2019 und Januar 2020 in und um Zürich gedreht. Das fiktive Kommissariat liegt im Quartier Affoltern, Kulisse für den Fall ist der Zürichberg, eine Wohngegend für die Gutbetuchten. Die schweizerischen Episoden entstehen in Zusammenarbeit mit dem Sender SRF (Schweizer Radio und Fernsehen). Die in Zürich ansässige Produktionsfirma Zodiac Pictures hat die Produktion der ersten beiden Folgen übernommen. Aktuell laufen unter strengen Corona-Auflagen die Dreharbeiten für die nächsten beiden Folgen aus der neuen „Tatort“-Dependance.

Wie schon im Premieren-Fall der Ermittlerinnen führte bei „Schoggiläbe“ die gebürtige Züricherin und Wahl-Berlinerin Viviane Andereggen Regie. Die 36-Jährige machte nach und während ihres Studiums in Hamburg mit mehreren Kurzfilmen auf sich aufmerksam, 2018 holte sie mit dem Drama „Rufmord“ den Hamburger Krimi-Preis. Im Kino war ihre Arbeit bereits mit der Buch-Versoftung „Die drei !!!“ zu sehen.

„Tatort: Schoggiläbe“ (ARD): Die Darsteller des Sonntagabendfilms

Die Hauptrollen in „Schoggiläbe“ spielen Anna Pieri Zuercher als Isabelle Grandjean und Carol Schuler als Tessa Ott. Die 41-jährige Zuercher steht seit 20 Jahren auf Schauspielbühnen in Frankreich und ihrer Heimat Schweiz. 2019 wurde sie als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Serie „Doppelleben“ ausgezeichnet. Im „Tatort“ gibt sie die ambitionierte Überfliegerin mit dem zerrütteten Familienleben, die eigentlich fort will aus Zürich. Ihre Filmfigur ist in La Chaux-de-Fonds aufgewachsen, was in der Krimi-Reihe ihren französischen Akzent erklärt. Die 34-jährige Carol Schuler kommt ebenfalls aus der Schweiz und gewann schon als Teenagerin erste Filmpreise. Bekannt sein dürfte die Schauspielerin vielen aus der Netflix-Serie „Skylines“ über Rap-Labels und organisierte Kriminalität in Frankfurt. Als Fallanalytikerin Tessa Ott gibt sie im „Tatort“ die rebellische Neue, die mit der Entscheidung, Polizistin zu werden, hadert.

RolleSchauspieler oder Schauspielerin
Isabelle GrandjeanAnna Pieri Zuercher
Tessa OttCarol Schuler
Anita WegenastRachel Braunschweig
Noah LöwenherzAaron Arens
Charlie LocherPeter Jecklin
Milan MandicIgor Kovac
Claire ChevalierElisa Plüss
Mathilde ChevalierSibylle Brunner
Markus OberholzerUrs Jucker
Dorian LakatosCsémy Balazs
Andras LakatosLevente Molnar
EsmeraldaIsabelle Stoffel

„Tatort: Schoggiläbe“ (ARD) erntet durchwachsene Kritiken

Die neue „Tatort“-Folge erntet erneut durchwachsene Kritiken. So kommt Judith von Sternburg in der „Frankfurter Rundschau“ zu dem Schluss, „Schoggiläbe“ sei eine „merkwürdige Episode“ – aber wenigstens eine „nicht unspannende“. Sie schreibt: „Die Frauen haben es faustdick hinter den Ohren und ihre Sinnlichkeit kaum im Griff, und Zürich, das soll wirklich jeder merken, ist ein hartes Pflaster auch für die Reichen.“ Kritischer fällt das Urteil am Spielort des Films aus, wo Urs Bühler für die „Neue Züricher Zeitung“ befindet, der neue Krimi „zünde nicht“. Hoffnung für den „Tatort“-Standort gibt es aus seiner Sicht jedoch noch, stecke in den Hauptfiguren doch Potenzial. Aber: „Vielleicht sollte man das mit den Milieustudien lassen und einfach richtig gut zu unterhalten versuchen.“

Auch Brigitte Egelhaaf reibt sich für ihren Radiosender „SWR3“ an der Arm-Reich-Thematik, die ihr zu plump daherkommt. „Als ob ich nicht in der Lage wäre, auch subtilere Hinweise (...) zu verstehen“, urteilt sie über die Mischung aus Sozialkritik und Hochglanzbildern. Die Kritikerin enttäuscht außerdem, dass bei allen Nebenproblemen der Charaktere für das „bisschen Geschichte“ wenig Platz sei. Immerhin acht von zehn Punkten gibt es im Magazin „Spiegel“ für den Zürich-„Tatort“, wo Autor Christian Buß schreibt, „Schoggiläbe“ halte „ein paar schöne saftige Psycho-Twists“ bereit, bevor die Handlung in einem „elegant gebauten Schuld-und-Sühne-Drama“ ende. (red/dpa/ag) *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare