„Tatort: Macht der Familie“ (ARD): Falkes Sohn Torben (Levin Liam).
+
„Tatort: Macht der Familie“ (ARD): Falkes Sohn Torben (Levin Liam).

Am 18. April ab 20.15 Uhr im Ersten

„Tatort: Macht der Familie“ (ARD) heute: Handlung, Besetzung, Drehorte und Kritiken des Sonntagskrimis

Heute (Sonntag, 18. April) zeigt das Erste um 20.15 Uhr einen neuen „Tatort“. Was erwartet die Krimi-Fans in „Macht der Familie“?

Hamburg – Knapp elf Millionen Menschen schalteten im Januar 2021 ein, als Wotan Wilke Möhring zuletzt zur Primetime als „Tatort“-Kommissar über die deutschen Fernsehbildschirme flimmerte. Den Erfolg von „Tödliche Flut“ soll nun der neue Fall wiederholen, den das Erste am heutigen Sonntag (18.04.2021) ab 20.15 Uhr zeigt. „Macht der Familie“ heißt die jüngste Episode mit den Hamburger Ermittlern, die einer der wenigen Filme ist, die der 53-jährige Schauspielstar seit Ausbruch der Pandemie gedreht hat. Wir geben einen Überblick zu Handlung, Besetzung, Drehorten und Kritiken des ARD-Films.

„Tatort: Macht der Familie“ heute in der ARD: Die Handlung des Sonntagabendkrimis

In „Macht der Familie“ hat erstmals nicht Bundespolizist Thorsten Falke alias Wotan Wilke Möhring das Kommando, sondern dessen Partnerin Julia Grosz, die gerade zur Hauptkommissarin befördert wurde und damit nun dienstlich auf einer Stufe mit ihrem Kollegen steht. Die „Tatort“-Charakterköpfe müssen deshalb nicht nur ihre freundschaftliche Beziehung zueinander neu sortieren, mit der frisch gebackenen Einsatzleiterin läuft auch im Dienst bei weitem nicht alles rund. Grosz verantwortet die Untersuchungen gegen russische Waffenhändler, die sich als Hersteller von Landmaschinen ausgeben. Dabei geht einiges schief.

Kurz bevor er die mafiösen Strukturen des angeblichen Unternehmens aufdecken kann, kommt ein verdeckter Ermittler ums Leben. Kurzerhand muss das „Tatort“-Team umplanen. Und beginnt dabei auf Initiative von Grosz ein gefährliches doppeltes Spiel: Die Nichte eines der Waffenhändler arbeitet beim Landeskriminalamt (LKA), hat sich aber eigentlich schon vor Jahren von ihrer Familie distanziert. Nun soll sie wieder Kontakt aufnehmen. Falke, der mal Marijas Timofejews Vorgesetzter beim LKA war, ist nicht begeistert. Die Sache scheint nicht kontrollierbar.

„Tatort: Macht der Familie“ heute in der ARD: Produktion und Drehorte des Films

Gedreht wurde „Macht der Familie“ im Juli und August 2020 unter anderem in Hamburg, Lübeck, Witzhave und Travenbrück. In vielen Szenen wirken sonst übliche Hotspots wie die Reeperbahn oder die Hamburger U- und S-Bahn-Station Elbbrücken erstaunlich leer. Aufgrund der Corona-Beschränkungen musste die „Tatort“-Crew teilweise auf Komparsen verzichten. Das Drehbuch wurde extra angepasst. Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring bedauerte diesen Umstand im Gespräch mit dem NDR.

„Ich finde es schade, dass wir in unseren Filmen so tun, als würde es Corona gar nicht geben“, sagte der Schauspieler. „Lasst uns doch mal Szenen drehen, in denen ein Ermittler nicht an einen Tatort gelassen wird, weil er seine Maske nicht dabei hat. Das würde doch jeder verstehen, weltweit. Dass wir unser Leben in der Pandemie nicht zum Thema machen, liegt wohl daran, dass alle dachten, die Seuche geht ruckzuck vorbei.“ Buch und Regie übernahm bei „Macht der Familie“ Niki Stein, der seit beinahe 30 Jahren regelmäßig für die ARD-Kultreihe arbeitet.

„Macht der Familie“ heute im Ersten: Die Besetzung der neuen „Tatort“-Episode

Für Wotan Wilke Möhring ist „Macht der Familie“ der neunte Fall als Straßenbulle Thorsten Falke. Der 53 Jahre alte gebürtige Detmolder gehört seit zwanzig Jahren zu den bekanntesten Gesichtern der deutschsprachigen Schauspielszene, ist unter anderem mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet worden. Im vergangenen Jahr trat der sonst umtriebige Familienvater etwas kürzer, um Zeit mit seinen drei Kindern zu verbringen. Beim Homeschooling habe er es „völlig übertrieben“, erzählte der TV-Kommissar jüngst der „Bild“-Zeitung. „Ich glaube, meine Kinder haben in Mathe Sachen gelernt, die sie erst im Abitur brauchen.“ Als sein Serien-Sohn Torben Falke ist im „Tatort“ übrigens Jungschauspieler Levin Liam zu sehen.

An Wotan Wilke Möhrings Seite spielt erneut die preisgekrönte 40-jährige Wienerin Franziska Weisz als Julia Grosz, die dem NDR über die Beförderung ihres Charakters sagte: „Ich finde, Julia Grosz ist dieser Verantwortung schon lange gewachsen. Trotzdem sieht man ihr in diesem Fall die Nervosität an, nicht weil sie Angst davor hat zu scheitern, sondern weil sie alles richtig machen will.“ Die dritte wichtige Figur ist Tatiana Nekrasov, die als Marija Timofejew Polizistin und russische Mafia-Tochter zugleich gibt. Seit 2017 spielte die 37-jährige Berlinerin in mehreren Produktionen unter Regisseur Stein Nebenrollen.

RolleDarstellerin oder Darsteller
Thorsten FalkeWotan Wilke Möhring
Julia GroszFranziska Weisz
Marija TimofejewTatiana Nekrasov
Nicolai TimofejewJakub Gierszal
Andrej TomofejewNikolay Sidorenko
Kriminaldirektorin ReetzJudith Rosmair
KatijaAnja Taschenberg
TarikErcan Karacayli
EvrinVanida Karun
Victor TimofejewWladimir Tarasjanz
WarwaraJeanette Spassova
Torben FalkeLevin Liam

Heute in der ARD: Wie kommt „Tatort: Macht der Familie“ bei den Kritikern an?

Im Vorfeld der Ausstrahlung räumt „Macht der Familie“ mittelprächtige Kritiken ab. Für die „Frankfurter Rundschau“* nennt Sylvia Staude die Mafia-Geschichte der neuen „Tatort“-Episode „ebenso actionreich wie präzise“. Die Autorin kommt aber auch zu dem Schluss, dass man nicht jede Einzelheit „auf ihre Plausibilität“ prüfen dürfe. Zumal, wie in vielen Rezessionen durchklingt, die Handlung mit zunehmender Spieldauer des 90-Minüters immer verworrener wird. So schreibt beispielsweise Marlen Keß für „RP Online“, nach starkem Start „plätschere“ der Film vor sich hin, bis man, „irgendwann im Mittelteil“ erst Überblick und dann Interesse verliere. Sie bemängelt außerdem, dem großen Showdown fehle es an Wucht, ob der wenigen Komparsen.

Maron Löhndorf bemängelt für die „Neue Züricher Zeitung“, dass „Macht der Familie“ irgendwann der „Weg des geradlinigen Polizeifilms“ verlasse, um sich dem „Thema Problemfamilie“ zu widmen, und dabei „komplett zerfasere“. Genau wie Kollege Stefan Scheurer von SWR störte er sich außerdem an der schlechten Verständlichkeit der Figuren. Scheurer urteilt in seiner „Tatort“-Kritik: „Er ist nicht witzig, nicht modern oder experimentell. Er besticht nicht durch tolle Landschaften oder originelle Schnitte. Immerhin, die Geschichte ist handwerklich o.k. und gut gespielt.“ Bei Christian Buß vom Nachrichtenmagazin „Spiegel“ kommt „Macht der Familie“ wenigstens auf sechs von zehn Punkten – obwohl die zahlreichen Plot-Twists „immer mehr ins Leere laufen“. *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL. (red/dpa/ag)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare