Wer hat denn behauptet, mit Sackerl-Grete (M.) könne man nicht reden?  ARD Degeto/ORF/Superfilm/Philipp Brozsek
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Der „Tatort: Unten“ heute wird wieder für einige Diskussionen sorgen. Die wichtigsten Infos zu Handlung, Darstellern, Drehorten und Kritiken im Überblick.

Sonntagskrimi

„Tatort: Unten“ von Sonntag: Experten kritisieren Handlung - „Könnte Leben kosten“

  • Florian Dörr
    vonFlorian Dörr
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Das Erste zeigte am Sonntag einen „Tatort“ aus Wien. Der Fall „Unten“ sorgt nun bei Experten für einige Kritik.

  • Am Sonntagabend (20.12.2020) sendete die ARD ab 20.15 Uhr einen „Tatort“ als Erstausstrahlung.
  • Der Fall „Unten“ führt nicht nur ins Obdachlosen-Milieu sondern behandelt auch das Thema Organhandel.
  • Nun gibt es kritische Töne von Experten.

Update vom Montag, 21.12.2020, 13:52 Uhr: Der gestrige „Tatort“ hatte es in sich: Was sich zuerst als ein eskalierter Streit zwischen zwei Obdachlosen anbahnte, endete in einem Skandal um Organhandel. Die Wiener Ermittler Eisner und Fellner finden heraus, dass ein Pharma-Konzern hinter dem Verschwinden mehrerer Obdachloser aus einem Wohnheim steckt. Mehr noch, SENTHAMED tötet diese systematisch und schlachtet sie anschließend wegen ihrer Organe aus.

„Tatort: Unten“: Ärzte kritisieren die Handlung des ARD-Krimis

Im Krimi wird die Organentnahme komplett illegal im Untergrund vorgenommen. Die Stiftung Eurotransplant, welche europäische Organtransplantationen organisiert, bekommt nichts davon mit. Transplantations-Experten sehen diesen Handlungsstrang nicht nur als unrealistisch, sondern auch gefährlich an. Das äußeren Prof. Bruno Meiser, führender deutscher Transplantations-Arzt, und Birgit Blome von der Deutschen Stiftung Organtransplantation gegenüber der BILD.

Prof. Meiser, selbst jahrelang Präsident von Eurotransplant, kritisiert das solche reißerischen Filme zwar auf großes Interesse beim TV-Publikum stießen, aber auch häufig Verunsicherung in der Bevölkerung hervorriefen. Die Handlung des „Tatorts“ sei in sofern unrealistisch, als dass die Täter für diese Art von Operation eine eigene Intensivstation samt spezialisierten Ärzten und Schwestern bräuchten, die über das Vorhaben schwiegen. Auch müsste die Organentnahme sowie die eigentliche Transplantation und Nachbehandlung an diesem Ort durchgeführt werden. Es sei „völlig ausgeschlossen“, dass sich Patienten in eine solche Situation begäben.

Blome stimmt zu, Organspende und Transplantationen seien komplexe Prozesse an welchen mehrere Institutionen mitarbeiten. Jeder einzelne Schritt müsse genau dokumentiert werden und die Empfänger müssten regelmäßig zur Nachsorge - spätestens dann würde auffallen, dass die Organverpflanzung in keinem deutschen Krankenhaus durchgeführt wurde, weil die Aufzeichnungen fehlten. Laut Blome sei es schade, dass Krimis Organspende gerne in Verbindung mit Kriminalität brächten - dies schrecke Menschen ab, die sich noch nicht ausgiebig mit dem Thema beschäftigt hätten.

„Tatort“ heute: Handlung, Darsteller, Drehorte, Kritiken zu „Unten“ jetzt im Ersten

Erstmeldung vom Sonntag, 20.12.2020, 13:51 Uhr: Wien - Das Krimi-Jahr geht in die finale Phase. Nachdem der „Tatort“ in der vergangenen Woche mit „Es lebe der König“ den erfolgreichsten TV-Film des Jahres präsentierte, soll heute (20.12.2020) mit dem Fall „Unten“ nachgelegt werden. Es übernehmen die Ermittler Eisner und Fellner aus Wien, die sich in den vergangenen Jahren mit ihrer frotzeligen Art eine große Anhängerschaft erspielt haben. Die Erstausstrahlung des neuen „Tatort“, der Kommissare und Zuschauer nicht nur ins Obdachlosen-Milieu entführt, plant die ARD für 20.15 Uhr.

„Tatort: Unten“ (ARD): Die Handlung der Erstausstrahlung aus Wien heute

Worum geht es im neuen „Tatort: Unten“ aus Wien? Die Ausgangslage der Handlung heute (20.12.2020) ist schnell erzählt: Auf einem Industriegelände, das seit einiger Zeit leer steht, wird ein Obdachloser tot aufgefunden. Es sieht so aus, als sei ein Streit um Alkohol oder Geld eskaliert. Am Ende ist Gregor Aigner tot.

Doch - so ist es ja recht oft im „Tatort“ - bald stellt sich die Situation doch anders dar: Denn vor Ort finden die Ermittler jede Menge Psychopharmaka. Das spricht nicht unbedingt für einen tödlichen Streit im Obdachlosen-Milieu. Die Ermittler Moritz Eisner und Bibi Fellner stoßen nach und nach auf weitere Besonderheiten in der Geschichte des Gregor Aigner.

„Tatort: Unten“: Das sind die Darsteller des ARD-Krimis heute

Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser sind die beiden Aushängeschilder des „Tatort“ aus Wien. Er gibt bereits seit 1999 den Ermittler Moritz Eisner. Sie stieß 2011 als Bibi Fellner hinzu. Gemeinsam bilden sie ein kongeniales Duo.

Im neuen Fall „Unten“ wird aber auch eine andere Schauspielerin für einige Aufmerksamkeit sorgen: Maya Unger. In der Erstaustrahlung gibt sie die Tina Kranzinger, die ebenfalls auf der Straße lebt und gemeinsam mit ihrem Freund Jonathan „Indy“ Lechner die Leiche finden soll. Unger - sie wurde 1995 in Wien geboren - kennen die Zuschauer in Deutschland wohl höchstens aus kleineren Rollen. Mit ihrem Auftritt im „Tatort: Unten“ dürfte sich die Schauspielerin aber in ein größeres Rampenlicht gespielt haben.

Die Schauspieler und ihre Rollen im „Tatort: Untenheute im Überblick:

RolleDarsteller
Moritz EisnerHarald Krassnitzer
Bibi FellnerAdele Neuhauser
Tina KranzingerMaya Unger
Jonathan Indy LechnerMichael Steinocher
Ernst RauterHubert Kramar
Manfred SchimpfThomas Stipsits
Dr. KreindlGünter Franzmeier
Frank ZangerMichael Pink
Johanna WallnerSabrina Reiter
Dr. Steiner-ReevesJutta Fastian
Sackerl-GreteInge Maux
Micha SchmidtKlaus Huhle
TobiFinn Reiter

„Tatort: Unten“ heute: Besonderer Drehort in Wien

Die Dreharbeiten für den neuen „Tatort“ aus Wien liefen nicht wie geplant. Wenig überraschend waren die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen in Österreich der Grund. Gedreht wurde zwischen März und Juni 2020.

Drehort war vor allem Josefstadt - dem achten und flächenmäßig kleinsten Bezirk Wiens. Einer der Drehorte, die im Fall „Unten“ heute zu sehen sind: Das Café „Anno“ an der Lerchenfelder Straße. Hier wurden Teile des neuen „Tatort“ im März gedreht.

„Tatort“ heute aus Wien: Wie fallen die Kritiken zu „Unten“ aus?

Wie gefällt die Erstaustrahlung heute (20.12.2020) den Kritikern? Eine Institution in dieser Richtung ist Christian Buß von Spiegel.de: Er vergibt eher durchwachsene 6 von 10 Sternen für den Fall „Unten“ aus Wien. Er schreibt: „Leider blasen die Filmemacher (Regie: Daniel Prochaska) ihr Trickser-und-Trinker-Tableau dann irgendwann zum allzu plakativen Verschwörungsthriller auf.“ Volker Bergmeister hat derweil für Tittelbach.tv einen Fall gesehen, „der zwar nicht zu den herausragenden Fällen des Duos aus Wien zählt, aber recht gut funktioniert und spannende Unterhaltung zu bieten hat.“ Und auch auf Stern.de fällt ein Wort, was beim „Tatort: Unten“ vielen einfallen dürfte: Solide. „Ein durchaus spannender Fall mit einigen Wendungen innerhalb der 90 Minuten. Der ganz große Wurf gelang den Autoren aber auch nicht, das muss man fairerweise ebenfalls feststellen“, heißt es hier.

Während der neue „Tatort“ aus Wien also ins nächste Jahr geht, steht ein anderes Ermittler-Duo aus dem Sonntagskrimi vor dem Aus.

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