In „Tatort: Es lebe der König!“ ermitteln Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) zum Mord an einem Burgherren.
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In „Tatort: Es lebe der König!“ ermitteln Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) zum Mord an einem Burgherren.

Sonntagskrimi

„Tatort: Es lebe der König!“ (ARD) avanciert zum erfolgreichsten Film 2020

Das Erste hat mit dem neusten „Tatort“ aus Münster einen Quotenhit gelandet. In „Es lebe der König!“ ging es um Burgfestspiele, einen Mord und die finstere Geschichte der Stadt.

  • Am Sonntagabend (13.12.2020) sendete die ARD ab 20.15 Uhr einen „Tatort“ als Erstausstrahlung.
  • In „Es lebe der König!“ müssen die Münsteraner Kult-Figuren Thiel und Boerne ran.
  • Wir geben einen Überblick zu Handlung, Darstellern, Drehorten und Kritiken des Films im Ersten.

Update vom Montag, 14.12.2020, 10.02 Uhr: Liefers, Prahl & Co. haben es mal wieder geschafft: Mit dem jüngsten „Tatort“ aus Münster landete die ARD einen riesigen Quotenhit. Der Krimi namens „Es lebe der König!“ avancierte mit im Schnitt 13,60 Millionen Zuschauern zum erfolgreichsten Film des Jahres 2020. Der gemessene Marktanteil: 36,5 Prozent. So gut schnitt das beliebteste „Tatort“-Ermittler-Team seit über drei Jahren nicht mehr ab.

Am 2. April 2017 hatten 14,56 Millionen die Folge „Fangschuss“ gesehen (39,6 Prozent). Das war die höchste Zuschauerzahl und der höchste Marktanteil einer „Tatort“-Folge seit 1992. Der Fall vom 8. November 2020 („Limbus“) hatte 12,94 Millionen Zuschauer, der vor einem Jahr („Väterchen Frost“/22.12.2019) 12,66 Millionen. Zuletzt über 13 Millionen lag die Folge „Spieglein, Spieglein“ vom 17. März 2019. Damals sahen bei der linearen Erstausstrahlung 13,58 Millionen zu.

Erstmeldung vom Sonntag, 13.12.2020, 15.25 Uhr. Münster – Der Krimi-Winter 2020 geht in die nächste Runde. Nach ungewohnter Kost mit dem Event-Film „Im Totenwald“ und der „Tatort“-Doppelfolge „In der Familie“ versucht die ARD nun mit jedermanns Lieblingsspeise das Publikum vor den TV zu locken: mit dem kultigen Ermittlerteam aus Münster. Prahl, Liefers und Urspruch als Thiel, Boerne und „Alberich“ begeistern regelmäßig ein Millionenpublikum. Am Sonntag ab 20.15 Uhr sendet das Erste die Erstausstrahlung „Es lebe der König!“. Kann der „Tatort“ mit seinem gewohnt lockeren Ton überzeugen?

„Tatort: Es lebe der König!“ (ARD): Das ist die Handlung des neuesten Münster-Films

Die Prämisse von „Es lebe der König!“ ist schnell erzählt: „Kirmeskönig“ Manfred Radtke hat sich in Münster das „Haus Lüdecke“ gekauft, ein Schloss, das über die Grenzen der Stadt hinaus Bekanntheit genießt. Aus dem altehrwürdigen Gemäuer will der ehemalige Schausteller eine Art Freizeitpark machen, um lukrative Mittelalterspiele zu veranstalten. Doch dazu kommt es nicht: Kurz nach dem Kauf treibt der alte Mann tot im Burggraben – in einer Ritterrüstung. Ein Zufall? Eher nicht, befindet Kommissar Frank Thiel und nimmt die Ermittlungen auf.

Die Ritterspiele zum 70. Geburtstag Radtkes sollen jedenfalls trotz dessen Ableben stattfinden, so will es die Familie. Zentrales Thema des Festes: die blutrünstige Geschichte der Wiedertäufer zu Münster, über die geneigte ARD-Zuschauer einiges lernen. Während der tote Ritter also auf dem Seziertisch von Karl-Friedrich Boerne und seiner Assistentin „Alberich“ landet, landet die Verwandtschaft des Burgherren auf der Liste der Verdächtigen: Tochter Claudia, Sohn Tobias und Frau Farnaz, die sich als Ex-Prostituierte entpuppt. Und was versucht eigentlich die letzte Burgherrin Clarissa von Lüdecke zu verbergen?

„Tatort: Es lebe der König!“: Das sind die Darsteller des ARD-Krimis

Star des Münsteraner „Tatorts“ ist Jan Josef Liefers als exzentrischer Professor Karl-Friedrich Boerne, der sich auch in „Es lebe der König!“ herrlich eitel durch den Film manövriert. Der 56-Jährige gehört zu Deutschlands bekanntesten Schauspielern, seit 2002 steht er mit Musiker-Kollege und TV-Kommissar Axel Prahl alias Frank Thiel vor der Kamera – inzwischen auch in der Werbung. ChrisTine Urspruch als Silke Haller „Alberich“ komplettiert das Kult-Trio. Urspruch, die als Theaterschauspielerin begann und als „Sams“ berühmt wurde, kennen viele auch aus ihrer Arzt-Serie „Dr. Klein“.

Frisch im „Tatort“-Ensemble ist Björn Meyer in seiner Nebenrolle als Polizist Mirko Schrader. Viel zu tun hat in der jüngsten Folge die gebürtige Münsteranerin Mechthild Großmann als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, die sich mit einem lästigen Kollegen rumschlagen muss. Das Drehbuch steuerte Benjamin Hessler („Falk“, „Freud“) bei. Ihr Debüt als„Tatort“-Regisseurin feiert bei „Es lebe der König!“ die mehrfach preisgekrönte Buket Alakus.

RolleDarsteller
Frank ThielAxel Prahl
Karl-Friedrich Boerne\tJan Josef Liefers
Silke Haller AlberichChrisTine Urspruch
Mirko Schrader\tBjörn Meyer
Wilhelmine Klemm\tMechthild Großmann
Herbert Thiel\tClaus D. Clausnitzer
Claudia Radtke\tSandra Borgmann
Tobias Radtke\tMarek Harloff
Farnaz Radkte\tVioletta Schurawlow
Rosemarie Sieber\tMai Duong Kieu
Clarissa von Lüdecke\tJustine Hauer
Hugo Draak\tPaul Faßnacht
Lutz Söltenfuss\tChristian Hockenbrink
Manfred Radtke\tAnthony Arndt
Dirk Marek\tChristian Raffael Dücker

„Tatort: Es lebe der König!“: Das Schloss liegt gar nicht in Münster

Produziert hat „Es lebe der König“ der WDR. Diesmal war im Sommer vier Wochen lang unter erschwerten Pandemie-Bedingungen gedreht worden. Es ist die erste WDR-“Tatort“-Produktion überhaupt nach einer kompletten Corona-Pause. Gedreht wurde – wie sollte es anders sein – in Münster, wo vor allem die historische Lamberti-Kirche prominent inszeniert wird, an der einst in eisernen Käfigen die Leichen der Wiedertäufer moderten, aus deren Geschichte sich der Film bedient. Kurioserweise findet sich das fiktive „Haus Lüdecke“ weit weg vom Münsterland. In Wirklichkeit heißt die Burg Schloss Hülchrath und liegt in Grevenbroich südwestlich von Düsseldorf.

„Tatort: Es lebe der König!“: Durchwachsene Kritiken

Die Kritiken für den jüngsten Münsteraner „Tatort“ sind durchwachsen. Christian Buß schreibt im Magazin „Spiegel“, in „Es lebe der König!“ zünde „kaum ein Gag“, der Film könne kaum Kapital aus der Historie der Wiedertäufer schlagen. Für mehr als den unteren Durchschnitt reicht es laut dem Autor nicht. Ähnlich sieht das Inna Hartwich von der „Neuen Züricher Zeitung“ die findet, dass die Wer-war-es-Geschichte „wenig wage“ und die Zurschaustellung der Burg nach einiger Zeit „nerve“. Dennoch stehe „das Minimalistische“ dem Film „nicht schlecht zu Gesicht“. Die „Kompaktheit“ als Qualität des Münster-Tatorts hebt auch „taz“-Rezensent Dennis Giessler hervor, der befindet, statt einer „überladenen Handlung“ zu folgen, fiebere man in Münster bis zum Schluss mit, wer der Täter sei. (red/dpa/ag)

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