Zwei Männer beseitigen in „Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ eine Leiche.
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Zwei Männer beseitigen in „Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ eine Leiche.

Ab 20.15 Uhr im Ersten

„Polizeiruf 110“ heute in der ARD: Handlung, Darsteller, Drehorte und Kritiken zu „An der Saale hellem Strande“

Das Erste zeigt heute (30.05.2021) um 20.15 Uhr mit „An der Saale hellem Strande“ eine Spezialfolge „Polizeiruf 110“. Was erwartet Zuschauer, die die ARD einschalten?

Halle – Fans vom „Tatort“ schauen am heutigen Sonntagabend (30.05.2021) in die Röhre. Statt einer neuen Episode der wohl bekanntesten deutschen Krimiserie strahlt die ARD um 20.15 Uhr die Jubiläumsfolge einer ebenso traditionsreichen Reihe aus. Der Film „An der Saale hellem Strande“ soll 50 Jahre „Polizeiruf 110“ feiern. Ein neues Ermittlerteam gibt sein Debüt und geht in Halle (Saale) auf Verbrecherjagd. Die Hauptrollen spielen Peter Kurth und Peter Schneider. Lohnt es sich, heute für den neuen „Polizeiruf 110“ das Erste einzuschalten? Wir blicken auf Handlung, Darsteller, Drehorte und Kritiken zum Film.

„Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ heute in der ARD: Worum geht es?

Ein Toter vor der Haustür, die dunkle Nacht, ein paar Handydaten: Es ist nicht viel, was die Kommissare Henry Koitzsch und Michael Lehmann aus Halle in ihrem ersten TV-Fall in der Hand haben. Vor drei Monaten wurde die Leiche von Uwe Baude mit Stichwunden in Unterleib und Lunge gefunden. Keine Spur vom Täter, keine Anzeichen auf ein Motiv, keine Zeugen. Als letztes Mittel greifen die verzweifelten Ermittler zur Funkzellenauswertung, die ihnen ein buntes Sammelsurium an Menschen ins Verhörzimmer spült.

„An der Saale hellem Strande“ nimmt sich im Rahmen der Mördersuche ihrer Schicksale an. Da sind beispielsweise der vorbestrafte Maik Gerster, der desorientierte alte Eisenbahner Günter Born und das sprunghafte Irrlicht Katrin Sommer. Es ist aber die Aussage eines gewissen Rainers, welche die „Polizeiruf“-Kommissare zu den Nachbarn des Mordopfers führt: Olaf und Silke Berger. Finden sie nun heraus, was in der Nacht von Baudes Tod geschah – oder verstricken sie sich im Lügennetz der Trinkfreunde?

„Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ heute in der ARD: Drehorte und Produktion

Verantwortet hat „An der Saale hellem Stande“ der MDR. Gedreht wurde im November und Dezember 2020 in Halle. Mit knapp 240.000 Einwohnern ist die Saalestadt die größte Stadt Sachsen-Anhalts. Bekannt ist sie beispielsweise als Sitz der Leopoldina-Akademie, alte Universitätsstadt und Geburtsstadt des Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel. „Polizeiruf“-Regisseur und Drehbuchautor Thomas Stuber hebt im ARD-Gespräch die „verwinkelte Altstadt und eine breite Magistrale, die sich durch oder über die Stadt zieht“, hervor. Autoren-Kollege Clemens Meyer sagt: „Halle ist Großstadt, hat aber auch was Dörfliches.“ Man könne dort anders erzählen, als im „großen Leipzig, das ja immer hipper wird“. Die Leute säßen hier „näher zusammen“, es sei persönlicher.

Doku nach dem „Polizeiruf 110“

Die ARD zeigt am heutigen Sonntag (30.05.2021) um 23.35 Uhr eine Dokumentation zur Produktion von „An der Saale hellem Strande“ und den Hintergründen der „Polizeiruf 110“-Reihe. Wie der Film selbst wird sie im Anschluss sechs Monate in der Mediathek verfügbar sein.

Stuber und Meyer kommen beide aus Leipzig, haben gemeinsam schon einige Kinofilme („Herbert“, „In den Gängen“) gemacht. Mit ihrem neuen Krimi knüpfen sie an die Traditionen der Reihe an, versuchen kleinteilige Polizeiarbeit zu zeigen. Das war auch im ursprünglichen „Polizeiruf“ so, von dem das DDR-Fernsehen weit über 100 Folgen produzierte. Am 27. Juni 1971 wurde „Der Fall Lisa Murnau“ als erste Folge ausgestrahlt. Die sozialistische Konkurrenz zum „Tatort“ überstand den Mauerfall und etablierte fest auf dem Sonntagabend-Sendeplatz. Übrigens: Die Zwischenüberschriften in „An der Saale hellem Strande“ sind die Titel alter DDR-“Polizeiruf“-Fälle.

Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider) und Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) ermitteln ab jetzt im „Polizeiruf 110“.

„Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ heute in der ARD: Die Besetzung des Krimis

Die beiden starken Männer am neuen „Polizeiruf“-Standort sind Peter Kurth als Henry Koitzsch und Peter Schneider als Michael Lehmann. Der 64-jährige Kurth ist in der DDR aufgewachsen und lernte dort das Schauspielhandwerk. Spätestens mit seinen ersten Auftritten im „Tatort“, in deren Frankfurt-Ableger er später eine feste Rolle haben sollte, oder dem Kultfilm „Good Bye, Lenin!“ machte sich der renommierte Schauspieler aber in ganz Deutschland einen Namen. Zuletzt wirkte er in der preisgekrönten Serie „Babylon Berlin“ mit.

Film-Partner Schneider ist seit knapp 20 Jahren in größeren und kleineren TV-Produktionen zu sehen („Tatort“, „Für immer Sommer 90“, „Helen Dorn“). Für „Die Summe meiner einzelnen Teile“ bekam der46-jährige gebürtige Leipziger den deutschen Filmpreis, die Netflix-Serie „Dark“ präsentierte ihn einem internationalen Publikum. Für „Polizeiruf“-Kenner haben die Macher außerdem eine echte Überraschung parat: Andreas Schmidt-Schaller kehrt in seine Rolle als „Leutnant Thomas Grawe“ zurück. Schon von 1986 bis 1995 klärte er in der Reihe Verbrechen auf.

RolleDarsteller oder Darstellerin
Henry KoitzschPeter Kurth
Michael LehmannPeter Schneider
Marina SchusterAnita Vulesica
Maik GersterTill Wonka
Günther BornHermann Beyer
Katrin SommerCordelia Wege
Thomas GraweAndreas Schmidt-Schaller
Olaf BergerSebastian Weber
Silke BergerTilla Kratochwil
RainerThomas Gerber
Ralf HirschbergerHarald Polzin
Traudel BornEva Weißenborn
Roman SchusterThomas Lawinky
MonikaSusanne Böwe
Alexandra GersterHannah Ehrlichmann
Leni GersterMagdalene Zedelius
Bernd BrinkmannTorsten Ranft
Uwe B. BaudeSven Reese
MarkusAtef Vogel

„Polizeiruf 110: An der Saale hellem Strande“ heute in der ARD: Die Kritiken zum Krimi

Die Kritikern feiern den neuen „Polizeiruf 110“ aus Saale mehrheitlich als herausragendes Debüt. Sylvia Staude schreibt für die „Frankfurter Rundschau“* von einem „ebenso bodenständigen wie originellen Drehbuch“. Regisseur Stuber und sein Tem geizten nicht „an Atmosphäre und feinen Details“. Christian Buß vergibt für das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ acht von zehn Punkten an „An der Saale hellem Stande“. Es sei ein „aufwühlender Milieuthriller über Verbrechen und Sehnsucht“ oder kurz ein „Hammer-Einstand“. Für die Zeitung „Welt“ befindet Elmar Krekeler, alle im Krimi erzählten Geschichten seien von „beklemmender Wahrhaftigkeit und bezwingender Wärme“. Für ihn stimmt an der Jubiläumsfolge alles. Und Brigitte Egelhaaf urteilt für den Radiosender SWR3: „Sehenswert auf alle Fälle, kein packender Krimi, aber eine eindrückliche Milieustudie“ – und vergibt vier von fünf Punkten. (red/dpa/ag) *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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