Um 20.15 Uhr im TV

„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ heute in der ARD: Kritiken, Handlung, Darsteller und Drehorte

Von Lena Karber

Im Ersten läuft heute Abend um 20.15 Uhr „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“.

Im Ersten läuft heute Abend um 20.15 Uhr „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ über die Umweltbewegung in der DDR. Im Vorfeld erhält der Spielfilm viele gute Kritiken.

Im Rahmen des „FilmMittwoch im Ersten“ zeigt die ARD heute Abend (28.04.2021) um 20.15 Uhr den Spielfilm „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“, in dem sich die 19-Jährige Franka im Jahr 1989 Hals über Kopf in einen Altenpfleger verliebt und so Teil einer Umweltgruppe wird, die sich mehr und mehr politisiert. Durch seinen Fokus auf die Leipziger Umweltbewegung thematisiert der Film laut den Produzenten „ein selten erzähltes Kapitel auf dem Weg zur Wiedervereinigung“. Obwohl die Geschichte in der DDR spielt und einen historischen Stoff aufgreift, gibt es jedoch auch aktuelle Bezüge.

„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“: Darum geht es in dem Spielfilm heute im Ersten

Die 19-jährige Franka Blankenstein wächst als Kind systemtreuer Eltern in Leipzig auf. Zufällig lernt sie den Altenpfleger Stefan Clausnitz kennen und findet so den Weg in eine Umweltgruppe, die sich unter dem Schutz der Kirche gegen die Zerstörung der Natur und die Luftverschmutzung der Region einsetzt.

Franka ist fasziniert von dem Zusammenhalt der Gruppe, die in einem alten Abrisshaus lebt. Dort werden Aktionen geplant, heiße Diskussionen geführt, aber auch gelebt, geliebt und gefeiert – unter ständiger Beobachtung der Stasi. Als die Gruppe, zu der schließlich auch Franka gehört, es wagt, die Räume der Kirche zu verlassen und in aller Öffentlichkeit zu protestieren, wird ihre Bewegung politisch. Die jungen Menschen fordern die Grundrechte der Demokratie ein und riskieren dabei ihre Freiheit.

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„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ (ARD): Drehorte, Produktion, Schauspieler

Das Drehbuch zu dem Film beruht auf Peter Wensierskis Sachbuch „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ und wurde von Thomas Kirchner konzipiert. „In der heutigen Wahrnehmung wirkt es so, als wäre das Ende des Regimes mit der Grenzöffnung Ungarns im Sommer 1989 eingeläutet worden, dann Prager Botschaft, die Montagsdemonstrationen in Leipzig, die Großdemo am 4. November in Berlin und schließlich der Mauerfall. Über all das gibt es bewegende Filme. Aber es gab eine Zeit davor“, sagte der Drehbuchautor über den historischen Hintergrund des Films im Interview mit der ARD. Auf der Grundlage von Peter Wensierskis Buch, das sehr anschaulich und akribisch recherchiert sei, habe er dann eine fiktionale Geschichte entwickelt. Das sei „nicht aus mangelndem Respekt vor den bewegenden Biografien der Protagonisten“ geschehen, von denen er einige getroffen habe, „sondern aus der Überzeugung, die Tatsachen in ein allgemeineres Narrativ bündeln zu müssen, um dem Format Fernsehfilm gerecht zu werden“. Buch und Film erzählen laut ihm die Geschichte vor der Geschichte.

Die Dreharbeiten für den Film fanden im Frühjahr 2020 an Drehorten in Leipzig und Umgebung statt. Um den Weg der jungen Menschen in der Umweltbewegung möglichst authentisch nachzuzeichnen, habe man in vielen Bereichen der Gestaltung, wie Szenen-, Kostüm-, Maskenbild und Casting auf Kollegen und Kolleginnen gesetzt, „die 1988/89 selbst als junge Erwachsene in der DDR lebten und aus ihren eigenen Erfahrungswelten schöpfen konnten“, gaben Henriette Lippold und Benjamin Benedict von der Ufa Fiction in einem Statement an. „Für einen gesamtdeutschen Blick auf die Geschichte haben wir Andy Fetscher als westdeutschen Regisseur mit Thomas Kirchner als Autor mit Ostbiografie zusammengebracht. Herausgekommen ist ein Film, der einen historischen Stoff bewusst modern und frisch inszeniert“, so die Produzentin oder der Produzent weiter.

RolleDarsteller und Darstellerinnen
Franka BlankensteinJanina Fautz
Stefan ClausnitzFerdinand Lehmann
Renate BlankensteinInka Friedrich
Horst BlankensteinAlexander Hörbe
TrixieKatja Plodzistaya
DaksTimur Bartels
SolveigMarlene Tanczik
KarstenMaximilian Klas
Trixi HupferKatja Hutko
AstridAnabel Möbius
TankerAndreas Warmbrunn
SchnorchelFred Costea
Herbert PrawanTom Jahn
LieselotteEva-Maria Kurz
GerlindeMargot Nagel
FachlehrerTorsten Michaelis
Pfarrer JessenChristian Näthe
HackiDavid Nolden
Schwester UlrikeCharlotte Puder
Genosse StahleTorsten Ranft
Fred KowaschMoritz Carl Winkelmayr

„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“

In einigen im Vorfeld der TV-Erstausstrahlung erschienenen Kritiken schneidet „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ gut ab. Der ARD-Film sei „keine öffentlich-rechtliche Jahrestags-Pflichtübung“, stattdessen gelinge „das seltene Kunststück, den realen Ereignissen gleichsam ein filmisches Leben einzuhauchen und die Zwänge der Dramaturgie nicht überdeutlich sichtbar zu machen“, heißt es etwa auf titelbach.tv. In der Kritik der TV-Zeitschrift Prima wird der Film als „Feel-Good-Revolutionsfilm“ bezeichnet, der als „Treibstoff für alle jene [diene], die auch heute noch daran glauben, dass aus kleinen Gruppen, die furchtlos gegen zementierte Ungerechtigkeiten kämpfen, schneller als man denkt große Bewegungen und eine echte Zeitenwende werden können.“

Die Redaktion der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm lobt indes die „Liebe zum Detail“, mit dem der Film ausgestattet worden sei. „Mode und Mobiliar nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Die Geschichte ist flott erzählt. Wer sich dafür interessiert, wie eine Umweltproblematik zum Ende eines politischen Systems beitragen kann, der kommt auf unterhaltsame Kosten“, lautet das Fazit. Und auch bei der Frankfurter Rundschau* fällt das Urteil positiv aus. So wird die Leistung von Hauptdarstellerin Janina Fautz, „deren natürliche Sympathie die perfekte Voraussetzung für die Rolle der Hauptfigur“ sei, in der Kritik auf fr.de als „unbedingt preiswürdig“ eingestuft, während der Film das Prädikat „mitreißend gut“ erhält.

„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ im TV und online in der ARD-Mediathek

„Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ wird am heutigen Mittwochabend (28.04.2021) um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Bereits jetzt steht der Spielfilm jedoch in der ARD-Mediathek zum Streaming zur Verfügung. Dort ist er bis zum 28.07.2021 abrufbar.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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