Volksaufstand in Ungarn

Das schweigende Klassenzimmer (heute im ZDF): Eine verhängnisvolle Anteilnahme

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Eine Schulklasse in der DDR gedenkt den Opfern des Volksaufstands in Ungarn. Dass dieser Moment weitrechende Konsequenzen haben wird, ahnt noch keiner. Ein Film nach wahren Begebenheiten.

  • Das schweigende Klassenzimmer“ wird im ZDF ausgestrahlt.
  • Die Handlung beruht auf wahren Begebenheiten in der ehemaligen DDR.
  • Alles Wichtige zum Spielfilm „Das schweigende Klassenzimmer“ im Überblick.

Im Oktober 1956 beginnt der Ungarische Volksaufstand mit einer friedlichen Demonstration von Studenten in Budapest. Die sowjetische Besatzungsmacht schlägt die Bewegung gewaltsam nieder. Bei einem Kinobesuch in West-Berlin sehen Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) die Bilder - zurück in Stalinstadt (seit 1961 Eisenhüttenstadt) beschließen die Schüler, etwas zu unternehmen. Aus Solidarität mit den Ungarn rufen sie im Geschichtsunterricht zu einer Schweigeminute auf. Dass dieser Moment der Anteilnahme verheerende Folgen mit sich zieht, hatte kaum jemand erwartet. Schon bald finden sich die Schüler im Konflikt mit dem Staatsapparat der DDR wieder. 30 Jahre nach der deutschen Einheit wird „Das schweigende Klassenzimmer“ im ZDF ausgestrahlt - Dienstag, 13.10.2020 um 20.15 Uhr.

„Das schweigende Klassenzimmer“ am Dienstag, 13.10.2020 im ZDF.

Das schweigende Klassenzimmer (ZDF): Drehorte des Spielfilms

Die Handlung von „Das schweigende Klassenzimmer“ (Dienstag, 13.10.2020 im ZDF) basiert auf wahren Begebenheiten. Sie trugen sich allerdings in Storkow zu, einer Kleinstadt südöstlich von Berlin. Da sich sowohl Storkow gewandelt hat, als auch die Schule umgebaut wurde, entschied man sich, den Schauplatz und Drehort ins etwa 50 Kilometer entfernte Eisenhüttenstadt zu verlegen. Der Ort wurde in den 1950er-Jahren als „Stalinstadt“ errichtet. Viele Gebäue sind noch in ihrer Originalfassung erhalten.

„Eisenhüttenstadt war der große Glücksfall für diesen Film“, sagte Regisseur Lars Kraume in einem Interview. Der alte Planstadtteil aus den 50ern ist das grösste Flächendenkmal Deutschlands und wir konnten in einer ganzen Stadt einen historischen Film drehen, was man sonst nur mit Hollywood-Budgets kann.“ Die „sehr netten und aufgeschlossenen Eisenhüttenstädter“ haben als Komparsen in historischen Kostümen gedient. Das Stahlwerk hatte der Crew auch erlaubt, im historischen Hochofen zu drehen. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten wurde er abgeschaltet, so Kraume. Eisenhüttenstadt sei nicht nur als Motiv, sondern auch inhaltlich attraktiv, da die Stadt „so deutlich den Aufbruch und die Hoffnungen der jungen DDR symbolisiert“. Weitere Szenen des Spielfilms wurden am Bahnhof in Görlitz (Sachsen) gedreht.

Das schweigende Klassenzimmer (ZDF): Regie, Produktion und Besetzung

Bei „Das schweigende Klassenzimmer“ handelt es sich um eine Co-Produktion des ZDF, Akzente Film- und Fernsehproduktion, Studiocanal Film und Zero One FIlm. Die Hauptrollen im Spielfilm übernehmen Leonard Scheicher (u.a. Das Boot) und Tom Gramenz (u.a. Der Fall Jakob von Metzler). Auch Lena Klenke aus „How To Sell Drugs Online (Fast)“ ist mit dabei. Der vielfach preisgekrönte Lars Kraume (u.a. Deutscher Filmpreis für Beste Regie 2016) übernahm Regie und Drehbuch.

Hier die Besetzung von „Das schweigende Klassenzimmer“ im Überblick.

RolleDarsteller
Theo LemkeLeonard Scheicher
Kurt WächterTom Gramenz
LenaLena Klenke
PaulIsaiah Michalski
Erik BabinskyJonas Dassler
Klara WinklerNora Labisch
Regina WinklerLena Labisch
Hermann LemkeRonald Zehrfeld
Irmgard LemkeCarina Wiese
Direktor SchwarzFlorian Lukas
Frau KesslerJördis Triebel
EdgarMichael Gwisdek
Volksbildungsminister LangeBurghart Klaußner
Hans WächterMax Hopp
Anna WächterJudith Engel
Pfarrer MelzerGötz Schubert
WardetzkiRolf Kanies

Das schweigende Klassenzimmer (ZDF): Hintergrund des Spielfilms

Der Spielfilm im ZDF basiert auf der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka aus dem Jahr 2006. Er war einer der 19 Schüler, der mit der Schweigeminute für den Volksaufstand in Ungarn den Staatsapparat der DDR gegen sie aufbrachte. Etwa zwei Monate nach der Weltpremiere des Films auf der Berlinale verstarb Garstka nach langer Krankheit.

Kritiker Björn Becher von „filmstarts.de“ spricht von „Gänsehaut-Momenten“ bereits nach wenigen Minuten. Beklemmende Szenen werfen ein „bezeichnendes Licht“ auf die Verhältnisse in der frühen DDR. Der „film-dienst“ nennt den Spielfilm ein „mit viel Feingefühl“ inszeniertes Drama. „Alles treffsicher“, sagte auch Dietrich Garstka. Emotionale Intensität und ein gelungener Film sind mit „Das schweigende Klassenzimmer“ also garantiert.

Das schweigende Klassenzimmer

Dienstag, 13. Oktober 2020, um 20.15 Uhr im ZDF und in der ZDF-Mediathek.

Rubriklistenbild: © ZDF

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