Die Serie „Babylon Berlin“ ist beeindruckend inszeniert.
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Die Serie „Babylon Berlin“ ist beeindruckend inszeniert.

Erfolgsserie im Ersten

„Babylon Berlin“ (ARD): Alles Wichtige zu den Drehorten und Schauplätzen

  • vonSebastian Richter
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Die Hit-Serie „Babylon Berlin“ glänzt auch in Staffel 3 vor allem visuell. Die wichtigsten Drehorte und Schauplätze hier für Sie zusammengestellt.

  • Babylon Berlin“ im Ersten: Die dritte Staffel wird im Free-TV gezeigt.
  • Die Serie glänzt visuell und mit spannenden Drehorten.
  • Die Original-Schauplätze und Drehorte von „Babylon Berlin“ bei uns im Überblick.

Berlin – Am Sonntag (11.10.2020) wird die erste Folge der dritten Staffel „Babylon Berlin“ auch im Free-TV ausgestrahlt. Zuvor waren die neuen Folgen schon beim Bezahlsender Sky zu sehen, die ARD zeigt die preisgekrönte Drama-Serie jetzt auch zur Prime Time, drei Folgen am Stück.

Drehorte des ARD-Highlight „Babylon Berlin“: Außenaufnahmen in der „Neuen Berliner Straße“

Zu Beginn der neuen Staffel wird Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) ins Filmstudio Babelsberg gerufen. Das älteste Filmstudio Europas spielt auch bei der Produktion der Serie eine besondere Rolle: Nur für die Serie wurde im Filmpark Babelsberg die fiktive „Neue Berliner Straße“ gebaut. Die Kulisse auf einer Gesamtfläche von etwa 15.000 Quadratmetern beherbergt 54 Haussfassaden, darunter Ladengeschäfte, Warenhäuser, Tordurchfahrten und ein eigener Stadtplatz. Zusätzlich gibt es düstere Innenhöfe, einige der Häuser verfügen auch über ausgebaute Räume.

Teile der Außenkulisse des Studio Babelsberg „Neue Berliner Straße“, aufgenommen am 27.06.2017 in Potsdam (Brandenburg).

Vier Straßen wurden in einem Careé errichtet, jede symbolisiert einen anderen Bezirk des Berlins der 20er Jahre. Von den Alleen der Wohlhabenden, deren Häuser mit teurem Stuck geschmückt sind, bis zu den zwielichtigen Gassen, in denen sich die Berliner Unterwelt herumtreibt, zeigt die Kulisse das gesamte Spektrum der Schauplätze von „Babylon Berlin“. Auch die markanten Fassaden des Tanzlokals Moka Efti und des Cafés Josty wurden hier in einer Nachbildung der Friedrichstraße eingebaut.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Das Tanzlokal „Moka Efti“

Das legendäre „Moka Efti“, mit seinen markanten Stuckbögen, ist vermutlich einer der bekanntesten Drehorte der Serie „Babylon Berlin“. Eigentlich war es mal ein Stummfilmkino. 1929 wurde es in Weißensee eröffnet, 1959 wurden die Räume wegen Baumängeln für die öffentliche Nutzung geschlossen. Nach der Schließung war es zwischenzeitlich unter anderem ein Gemüselager, ein Briefmarkengeschäft und eine Lagerhalle. Der Charme der alten Zeit konnte sich aber erhalten, so ist aus dem alten Kino der perfekte Schauplatz für ein Tanzlokal geworden.

Das Filmtheater «Delphi» in Berlin dient bei Babylon Berlin als Drehort für das Moka Efti.

Das „Moka Efti“ gab es tatsächlich im Berlin der späten 20er Jahre. Allerdings war es anfangs kein Tanzlokal, wie in der Serie „Babylon Berlin“, sondern ein orientalisches Kaffeehaus. Aber nicht nur das: Auch ein Friseursalon und ein Schreibzimmer mit dazugehörigem Postamt gehörte zum Geschäftsmodell. Man trank also seinen Kaffee, während man sich rasieren oder die Haare schneiden ließ – und Sekretärinnen gleichzeitig Briefkorrespondenzen erledigen konnten. Erst in den 1930er Jahren zog der Swing in die Räume des Kaffees und die Menschen kamen, um zu tanzen.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Die Badewanne Berlins

Die „Badewanne“, wie viele Einheimische liebevoll den Wannsee nennen, kommt auch in „Babylon Berlin“ vor. Allerdings sah der See damals ein wenig anders aus, als es in der Serie den Anschein macht. Das Strandbad war unglaublich beliebt bei den Berlinern: Auf Fotos aus dieser Zeit scheint der Strand schwarz zu sein, so viele Menschen tummelten sich auf den Liegeflächen.

So leer war es in den 20ern selten am Wannsee: Bis zu 70.000 Menschen tummelten sich damals regelmäßig am beliebten Badeort.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Der Hermannplatz

Bereits in der vierten Episode von „Babylon Berlin“ gibt es eine Szene, in der Polizisten eine Demonstration am Berliner Hermannplatz auflösen. Im Hintergrund steht das Gerüst eines Neubaus, den es auch heute noch gibt: Das Karstadt Warenhaus. Damals das größte und modernste Warenhaus Europas, im Zweiten Weltkrieg von der SS gesprengt und in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut, steht das Gebäude heute unter Denkmalschutz.

Das Karstadtgebäude am Berliner Hermannplatz steht heute unter Denkmalschutz.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Der Alexanderplatz

Der Alexanderplatz ist in „Babylon Berlin“ ein wichtiger Schauplatz. Dabei sah er in den späten zwanziger Jahren ganz anders aus, als er in der Serie dargestellt wird. Um einen drohenden Verkehrskollaps in der aufstrebenden Metropole zu verhindern, wurde das Areal zwischen 1927 und 1932 aufwendig umgestaltet. 1929 hatte der Alexanderplatz nicht das Monumentale einer Weltstadt – sondern war vielmehr eine riesige Baugrube.

Der heutige Alexanderplatz in Berlin, aufgenommen im Sommer 2019.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Das Polizeipräsidium „Rote Burg“

Die „Rote Burg“ wird das Polizeipräsidium genannt, das am Alexanderplatz einst als deutsches „Scotland Yard“ fungierte. Leider wurde das Gebäude am Ende des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Stattdessen war auf dem Gelände lange ein Parkplatz, heute steht dort das Einkaufszentrum „Alexa“. Nicht weit von der „Roten Burg“ fanden die Macher von „Babylon Berlin“ aber einen guten Ersatz: Das Rote Rathaus. Die Farbe der roten Backsteine passt perfekt, auch wenn das Rathaus die Größenverhältnisse nicht korrekt wiedergeben kann. Die echte „Rote Burg“ war fast doppelt so groß wie das Rote Rathaus.

Das Rote Rathaus in Berlin ist schon ein gewaltiges Bauwerk, die „Rote Burg“ war sogar doppelt so groß.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Der Nachtclub „Der Holländer“

In Folge fünf der ersten Staffel ist einer der wichtigsten Schauplätze das verruchte Szene-Lokal „Der Holländer“. Von außen unscheinbar und schwer zu finden, feiern drinnen Homosexuelle und Transvestiten – gut vor der Polizei versteckt. Gedreht wurde in der Nobel-Bar „tausend“, deren Eingang noch heute schwer zu finden ist. Hinter einer schweren unscheinbaren Metalltür im Schiffbauerdamm in Berlin Mitte verbirgt sich die hippe und moderne Bar mit ihrer auffallenden, runden Beleuchtung und den verspiegelten Wänden und Decken.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Die „Bellmann Bar“ und die „Pepita“

Direkter Gegensatz zur schicken und edlen Bar „Der Holländer“ ist die heruntergekommene Eckkneipe „Bellmann“ in Kreuzberg. Es ist eine klassische Kneipe, etwas schäbig und verraucht, wie es sie sowohl im Berlin der 1920er Jahre als auch heute hundertfach gab und geben wird. Für die Dreharbeiten musste nur wenig an der Kulisse verändert werden, die Atmosphäre gibt das Lebensgefühl Berlins der goldenen Zwanziger trotzdem wieder.

Der schicke Nachtclub aus Folge acht der ersten Staffel, in der die Besucher auf Ledersitzen Absinth trinken und Blues hören, liegt auf der Lohmühleninsel in Kreuzberg, am Beginn des Landwehrkanals. Ursprünglich war das Gebäude 1860 als Zollhaus errichtet worden, später war es das Wohnhaus der Schleusenwärter. Ab 2005 wurde es als Club und Gartenlokal unter dem Namen „Heinz Minki“ genutzt, dann zog das Charlet in das alte Zollhaus. Momentan steht das Gebäude leer, die letzte Party fand dort im Januar 2020 statt.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Das Schloss Hubertushöhe

Am Storkower See, etwa 60 Kilometer von Berlin entfernt, liegt der Jagdsitz Hubertushöhe. Die gelbe Fassade und das unverkennbare, achteckige Türmchen mit der großen Parkanlage bilden, was 1900 vom Berliner Unternehmer Georg Wilhelm Büxenstein als Privatresidenz errichtet wurde. Er verkaufte das Anwesen 16 Jahre später an den jüdischen Textilfabrikanten Hermann Bamberg. Im Nationalsozialismus wurde das Schloss beschlagnahmt und gehörte zwischenzeitlich der Zigarettenfirma Reemtsma. Heute ist es im Besitz von zwei Brüdern, die aus dem Schloss Hubertushöhe einen Kunst- und Literaturpark machen wollen.

Das Schloss Hubertushöhe soll jetzt zu einem Kunst- und Literaturpark werden.

Drehorte des ARD-Highlights „Babylon Berlin“: Das Schloss Drachenburg

In Rückblenden zu Gereons Erlebnissen im ersten Weltkrieg wird immer wieder das Schloss Drachenburg in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Es liegt auf einem steilen Berg, dem Drachenfels, in Königswinter. Von oben kann man bis nach Köln sehen, wenn die Sichtverhältnisse es zulassen. Lange war es eine katholische Heimschule, 1940 wurde es zur Adolf-Hitler-Schule. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt, danach stand es leer. Obdachlose fanden in den verlassenen Räumen Unterschlupf. Heute befindet sich das Schloss Drachenburg im Privatbesitz. Das Schloss wird immer wieder für Dreharbeiten genutzt, neben „Babylon Berlin“ beispielsweise wurden einige Folgen von „Bares für Rares“ (ZDF) hier gefilmt.

Das Schloss Drachenburg ist bei „Babylon Berlin“ häufiger zu sehen.

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