17. September 2013, 19:08 Uhr

Versperren bald Windräder Sicht auf Kasseler Herkules?

Kassel (dpa/lhe). Der Kasseler Herkules ist weithin der höchste Punkt in der Landschaft, doch laut einer Expertenkommission könnte das UNESCO-Weltkulturerbe Konkurrenz durch hohe Windräder bekommen.
17. September 2013, 19:08 Uhr

»Die visuelle Integrität droht verloren zu gehen, wenn die Planungen umgesetzt werden«, warnte Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege am Dienstag in Kassel. Er gehört zum sogenannten Advisory Board, das nach dem Welterbetitel die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) bei der Pflege des Bergparks berät.

Das Regierungspräsidium Kassel trat den Befürchtungen entgegen. Die nächsten Gebiete seien weit entfernt, zudem sei noch nicht entschieden, wohin Windräder gebaut werden, sagte ein RP-Sprecher. Der Regionalplan Energie sei derzeit in der ersten Offenlegung, eine zweite soll Anfang 2014 folgen.

Weiß sagte, es gebe zwar eine Pufferzone, doch bis zu 200 Meter hohe Windräder seien auch von weitem noch sichtbar. Er schlug eine Ausweitung der Zone auf 15 oder 20 Kilometer um den Bergpark vor, in der keine Windräder gebaut würden. Eine solche Vereinbarung gebe es beispielsweise in Potsdam, sagte der Präsident. Eine Studie solle herausfinden, wo Windräder die Sicht auf den Herkules beeinträchtigten. »Der Herkules steht allein und beherrscht die Landschaft. Rotorblätter am Kopf des Herkules sind nicht hinnehmbar«, sagte Weiß. Er forderte, frühzeitig in die Windenergie-Planung eingebunden zu werden.

Das Gremium beschäftigte sich zudem mit der Verkehrssituation rund um den Bergpark. Es sprach sich gegen neue Parkflächen aus, auch wenn der Bergpark zu Spitzenzeiten überläuft, denn noch werde der öffentliche Nahverkehr zu wenig genutzt. Laut Ernst Wegener vom Hessischen Kunstministerium prüft die UNESCO regelmäßig, ob die Vorgaben für den Welterbestatus eingehalten werden. »Windparks, Besucher- und Verkehrsströme – das muss uns elementar interessieren«, erklärte Klaus-Henning von Krosigk, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL).

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