20. September 2012, 17:43 Uhr

Regierung setzt Aufklärung über DDR-Geschichte fort

Wiesbaden (dpa/lhe). Die hessische Landesregierung will ihr vor drei Jahren begründetes Projekt zur Aufklärung über die DDR-Geschichte fortsetzen.
20. September 2012, 17:43 Uhr
Das Foto zeigt einen Grenzstein der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik am so genannten Point Alpha zwischen Geisa (Thüringen) und Rasdorf (Hessen). Die hessische Landesregierung will ihr vor drei Jahren begründetes Projekt »Politisch-historische Aufarbeitung der SED-Diktatur« fortsetzen. Das Projekt dient zur Aufklärung über die DDR-Vergangenheit. Foto: Hendrik Schmidt dpa/lth/lhe

Bislang seien mehr als 10 000 Schülerinnen und Schüler erreicht worden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden. »Diese Arbeit ist wichtig, sie ist aus meiner Sicht unverzichtbar.« Auch für die kommenden Jahre seien deshalb jährlich etwa 200 000 Euro im Haushalt eingeplant.

Der Schwerpunkt des Projekts liegt vor allem auf Unrecht und Willkür des DDR-Regimes, wie schon der Titel besagt: »Politisch-historische Aufarbeitung der SED-Diktatur«. Leiterin ist Jutta Fleck, die als »Frau vom Checkpoint Charlie« in langen Mahnwachen die Ausreise ihrer Kinder aus der DDR gefordert hatte.

Als freie Mitarbeiterin der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) ist Fleck unter anderem Anlaufstelle für SED-Opfer, die in Hessen leben. Sie helfe ihnen bei Fragen der rechtlichen Rehabilitierung, der Akteneinsicht oder Rentenanträgen, schilderte Fleck ihre Arbeit.

Gleichzeitig vermittelt sie Zeitzeugen zu Gesprächen in Schulen. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler wachse, es könnten gar nicht alle Nachfragen erfüllt werden, sagte Fleck. Die Erfahrungen von Zeitzeugen mit Haft und Unterdrückung in der DDR werden auch in Ausstellungen, Filmen und Veranstaltungen unter dem Titel »Checkpoint Q« weitergetragen. Außerdem fördert die HLZ den Besuch hessischer Schüler im Staatssicherheitsgefängnis Hohenschönhausen in Berlin.

»Das Unrechtsregime der DDR ist ein untrennbarer Teil unserer gemeinsamen deutschen Geschichte«, sagte Bouffier. Im Landtag war mehrfach fraktionsübergreifend beklagt worden, dass heutige Schüler nur noch wenig über die DDR wissen. Das Parlament hatte 2010 auch beschlossen, die Opferberatung in Hessen zu verbessern.

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